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DER SPIEGEL

PersonalienStefano Ricci

Stefano Ricci, italienischer Designer für luxuriöse Herrenbekleidung, zog den Zorn seiner Landsleute auf sich. Der Lieferant von Tom Cruise und Nelson Mandela veranstaltete eine Modenschau in den Uffizien von Florenz. Zum ersten Mal in der Geschichte des berühmten Museums wurden die Räumlichkeiten damit für kommerzielle Zwecke genutzt. Die Florentiner waren empört; die Kunstschätze zur Kulisse zu degradieren erschien auch Fachleuten als ein Frevel: Die Uffizien gehörten dem gesamten italienischen Volk, das mit seinen Steuern die Erhaltung der Kunstschätze ermögliche, klagte Kunsthistoriker Tomaso Montanari aus Neapel. Das Argument, die Kulturstätten seien auf jeden Cent angewiesen, beeindruckte Montanari nicht: Ricci habe 30 000 Euro gezahlt, um "das Volkseigentum zu privatisieren", das sei absolut "lächerlich".

DER SPIEGEL 28/2012
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