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DROGEN

Trennlinie verwischt

Die bisher oft bestrittene These, der regelmäßige Joint sei ein erster Schritt zum Konsum harter Drogen, haben zwei Forscherteams mit Versuchen an Laborratten medizinisch erstmals untermauert. Nach den in science veröffentlichten Berichten gelangt der Marihuana-Wirkstoff THC auf denselben Leitungsbahnen ins Suchtzentrum des Gehirns wie das Heroin, so der Befund italienischer Neurologen. Eine amerikanisch-spanische Gruppe fand einen zweiten Zusammenhang, der die Trennlinie zwischen harten und weichen Drogen verwischt. Beim Entzug stieg im Suchtzentrum der Marihuana-Ratten schlagartig der Pegel jener Substanz an, die auch beim Kokain-Entzug gebildet wird. Als suchtauslösender Schalter gilt ein winziger Zellhaufen des Gehirns. Dort kommt es nach THC- wie auch nach Heroin-Konsum zu einer gesteigerten Ausschüttung von Dopamin, einem Wirkstoff, der das Wohlbefinden des Haschkonsumenten, aber offenbar auch das High des Fixers hervorruft.

DER SPIEGEL 28/1997
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