Rückspiegel
Zitat
Der WESER-KURIER zum SPIEGEL-Bericht "Panorama - ,Eurofighter'' bedingt einsatzbereit" (Nr. 27/1997):
Auch das noch. Nicht nur, daß der Eurofighter angesichts leerer Kassen eigentlich schon lange nicht mehr zu finanzieren ist. Jetzt gerät das milliardenschwere Projekt auch noch wegen technischer Mängel in Turbulenzen. Die elektronische Flugsteuerung reagiert so langsam, berichtet der SPIEGEL, daß der angebliche Wunderjet sich bei Höchstgeschwindigkeit der Gefahr eines Absturzes aussetzt. Außerdem soll das bordeigene Radarsystem unscharf arbeiten: Die Piloten könnten damit nicht erkennen, ob sich da ein einzelnes Feindflugzeug nähert oder gar eine ganze Formation. Das gestern sofort verbreitete Dementi der Hardthöhe wirkt ziemlich lahm. "Alle Entwicklungsmeilensteine sind erreicht worden", heißt es ziemlich zweideutig. Zwischenfälle bei den Prototypen habe es nicht gegeben, vermeldet das Verteidigungsministerium pflichtgemäß, um aber gleichzeitig zuzugeben, daß das angestrebte Höchsttempo von Mach 2 (doppelte Schallgeschwindigkeit) noch nicht erreicht wurde. Und wenn behauptet wird, das Bordradar sei "in der gegenwärtigen Entwicklungsphase funktionsfähig", bedeutet dies doch wohl nichts anderes, als daß längst nicht alles wie gewünscht klappt. Jetzt haben die Befürworter des Eurofighters ein noch größeres Problem. War das teure Rüstungsprojekt der von rigorosen Sparbeschlüssen gebeutelten Bevölkerung bislang schon kaum plausibel zu "verkaufen", dürfte das Werben für den Kampfflieger nun fast völlig zum Scheitern verurteilt sein. Denn wie will man erklären, daß etliche Milliarden in ein offensichtlich unausgereiftes Militärspielzeug gepumpt werden?