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Medizin

Sanftes Licht

Eine schonende Methode zur Behandlung von Blasenkrebs mittels Laserlicht wird zur Zeit an der Urologischen Klinik der Medizinischen Universität Lübeck erprobt. Der Patient nimmt 48 Stunden vor Beginn der Behandlung den Farbstoff Porphyrin ein, der sich in den Körperzellen einlagert. Im Gegensatz zu den gesunden Zellen speichern bösartige aufgrund ihres geänderten Stoffwechsels den Farbstoff länger. So werden die Lichtwellen des Lasers nur von den Tumorzellen absorbiert. Am Ende eines komplizierten chemischen Prozesses entsteht angeregter Sauerstoff, der die Wände der bösartigen Zellen durchlöchert. "Die Tumorzelle", sagt Urologie-Professor Dieter Jocham, "wird weder verkohlt noch erhitzt, sondern zerstört sich selbst." Das umliegende gesunde Gewebe wird kaum geschädigt. Mehr als 80 Prozent der therapieresistenten Tumoren sprachen auf die Laser-Behandlung an.

DER SPIEGEL 11/1996
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