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Steins Debussy in Cardiff

Im Sommer präsentiert Peter Stein sich als neuer Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele mit einer "Julius Cäsar"-Inszenierung. Im Herbst, so hofft er, kann an der Berliner Schaubühne sein langgehegtes "Faust"-Projekt beginnen, für das ein Jahr Probenzeit veranschlagt wird - offen bleibt allerdings noch die Finanzierung. Zuvor aber ist Stein nun noch einmal nach Cardiff gegangen, an den "Arsch der Welt" (Stein), an die Welsh National Opera, wo er schon Verdis "Otello" und "Falstaff" inszeniert hat. Überraschende Werkwahl des Realisten Stein: Er hat Claude Debussys symbolistische Märchenoper "Pelleas et Melisande" inszeniert, mitgerissen vom Enthusiasmus seines Dirigenten Pierre Boulez, unterstützt von seinem Ausstatter Karl-Ernst Herrmann. Im April wird die Produktion aus Cardiff ins Pariser Opernhaus Chatelet übersiedeln. So ergibt sich in Paris Gelegenheit, das selten gespielte Werk nacheinander in zwei Versionen zu sehen: Peter Brook bereitet in seinem Theater als nächste Premiere ebenfalls Debussys "Pelleas et Melisande" vor.

DER SPIEGEL 9/1992
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