Schrift:
Ansicht Home:
DER SPIEGEL

Musica Antiqua als Sechserbande

Im Lauf von fast 20 Jahren hat der Geiger Reinhard Goebel sein Kölner Ensemble "Musica Antiqua" zum "führenden deutschen Barock-Kammerorchester" (Neue Zürcher Zeitung) gedrillt. An die 50 CDs verbreiten den Ruhm dieser "Evangelisten der Alten Musik" (Zeit-Magazin), die zu Schrittmachern der Interpretation auf Originalinstrumenten wurden. Angesichts einer "wahren Springflut" von Nachahmern, die das Publikum "mit verfälschter Musik versülzen", wird der Kölner nun von Frust übermannt: "Das meiste klingt wie eine Schüssel voll Schlamm." Goebels Konsequenz heißt Ausstieg: Zum Jahresende will er sein Ensemble zu einem Sextett verkleinern, und fortan soll nicht nur Antiquarisches, sondern womöglich auch Zeitgenössisches auf seinem Programm stehen.

DER SPIEGEL 9/1992
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.