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DER SPIEGEL

MODERNES LEBENSchräge Töne aus dem Norden

Nachrichten aus der nordatlantischen Tiefdruckrinne: Das isländische Sextett "The Sugarcubes" bringt ein Album voller merkwürdiger Klänge auf den Markt. "Stick around for Joy" (Rough Trade) heißt das Werk der Exzentriker-Truppe, deren schiefe Töne von Musikkritikern hymnisch gefeiert werden - Die Zeit: "Aus dem hohen Norden kommt das Licht." Auf gewohnt ungewohnte Weise nähern sich die sechs dem Thema Pop: Während die Band mit schrägen Gitarrenakkorden, jegliche Tonalität ignorierenden Keyboardklängen und völlig entfesselter Trommelei von allen herkömmlichen Song-Schemata abweicht, krakeelt die Sängerin Björk Gudmundsdottir mit hysterischer Kieksstimme kindliche Weisen von pubertärem Frust und Frohsinn - gelegentlich in Regionen jenseits der Hörgrenze. Das ist ein wenig versierter noch und um einiges tanzbarer als früher - oder, wie es der Isländer ausdrückt: "viel schlichter, auf komplizierte Art".

DER SPIEGEL 9/1992
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