Johannes Dyba,
62, als reaktionärer Glaubenseiferer berüchtigter Erzbischof der Diözese Fulda, verlegte seinen Wirkungsbereich auf das Meer. Für eine dreiwöchige Kreuzfahrt durch den Indischen Ozean von Ende Januar an hatte der fromme Oberhirte auf dem Hapag-Lloyd-Schiff "Europa" angeheuert. Auf diesem schwimmenden Hotel der besseren Klasse versah der Kirchenmann, so ein Sprecher, die "ganz normalen Dienste eines Schiffsgeistlichen"(Foto, r., mit "Europa"-Kapitän Engbert Wolters, 55): ökumenische Morgenandachten, Vorträge, Gespräche. Verdutzte Mitreisende, die an einen Gag der Geschäftsführung der Reederei glaubten, erhielten Aufklärung: Dyba nutzte lediglich die alte Tradition der Kreuzfahrerei, Reisende stets mit priesterlichem Beistand auf große Fahrt zu schicken - bei freier Passage.
