Hou Xiaotian,
29, chinesische Dissidentin, prangert in einem öffentlichen Appell amtlichen Psychoterror an. In den vergangenen zwölf Monaten habe sie dreimal auf Druck der Polizei ihren Job verloren, fünfmal mußte sie umziehen, einmal wurde sie entführt und für mehrere Tage ohne Haftbefehl festgehalten. Jüngste Schikane: Hou Xiaotian darf von Amts wegen nicht Mutter werden. Die Regimegegnerin hatte beim Sicherheitsbüro der Stadt Peking beantragt, zum chinesischen Neujahrsfest am 4. Februar eine Nacht bei ihrem Mann verbringen zu dürfen - eine Vergünstigung, die bei guter Führung in Chinas Gefängnissen gewährt werden kann. Doch die Behörden lehnten ab: Ihr Ehemann Wang Juntao, wegen seiner Teilnahme an den Pekinger Massenprotesten von 1989 zu 14 Jahren Haft verurteilt, habe die ihm zur Last gelegten Verbrechen "nicht bereut".
