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Meinung auf SPIEGEL ONLINE

 

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Montag, 08.06.2015   10:34 Uhr

In vielen Zuschriften fordern Leserinnen und Leser uns auf, klarer zu trennen als bisher: Zu oft, so die Kritik, sei nicht zu erkennen, ob es sich bei einem Text auf SPIEGEL ONLINE um einen auf Fakten basierenden Bericht handelt - oder um die persönliche Meinung eines Redakteurs oder einer Redakteurin.

In gedruckten Zeitungen hat der Kommentar seinen festen Platz. Online fehlt ein solcher Ort, unserem Medium sind feste Plätze fremd - das macht die Orientierung schwieriger. Wir kennzeichnen unsere Meinungstexte mit den Worten "Kommentar", "Kolumne" oder "Debattenbeitrag" in der Autorenzeile. Doch das allein scheint nicht auszureichen.

Daher haben wir uns dazu entschlossen, unsere Meinungsstücke jetzt noch deutlicher mit einem grafischen Element direkt am Anfang des Textes auszuweisen. Auch gibt es nun eine Rubrik, in der verlässlich alle Meinungsstücke gebündelt werden: Den bisherigen "Kolumnen-Kasten" ersetzen wir auf der Homepage durch einen "Meinungs-Kasten", in dem nicht nur die Kolumnen, sondern auch die aktuellsten Kommentare aus der Redaktion zu finden sind.

Kommentare auf SPIEGEL ONLINE geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors, der jeweiligen Autorin wieder, nicht die der gesamten Redaktion. Bei SPIEGEL ONLINE arbeiten mehr als 160 Redakteure, und in etwa genauso viele Meinungen gibt es zu jedem Thema. Wir finden das gut: zu debattieren, konstruktiv zu streiten, Haltungen zu entwickeln. Wir bemühen uns um Pluralität. Es gilt: Ein Kommentar verträgt Einseitigkeit, die Auswahl der Kommentatoren braucht Pluralität.

Bei ausgewiesenen Meinungstexten scheint eine klare Trennung also machbar - aber wie steht es um die ganz normalen Berichte auf SPIEGEL ONLINE? In der Redaktion unterscheiden wir zwischen Meldungen und Autorenstücken. Meldungen sind mit einem Namenskürzel am Ende des Textes gezeichnet und vermerken jeweils die Quellen, meist basieren sie auf Informationen von Nachrichtenagenturen. Hier zählen ausschließlich die Fakten. Autorenartikel sind mit vollem Namen gekennzeichnete Texte. Hier fließen die Expertise und die Einschätzungen der Kollegen ein, beispielsweise in Form einer Analyse oder einer Reportage.

Dass dabei Fehler geschehen, ist unvermeidbar. Dass wir in der Redaktion beim Redigat und der Faktenprüfung der Texte alles tun, sie zu vermeiden, ist unser Auftrag. Dass wir Fehler transparent korrigieren, halten wir für selbstverständlich.

Meinung darf anecken, verärgern, provozieren. Nur beliebig sein darf sie nicht.

Wir freuen uns auf gemeinsame Debatten.

Zum Autor

Jeannette Corbeau

Stefan Kuzmany leitet den Bereich Meinung und Debatte bei SPIEGEL ONLINE.

E-Mail: Stefan_Kuzmany@spiegel.de

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insgesamt 46 Beiträge
Leser161 08.06.2015
1.
Was nein wieso? Meinthalben kann jeder Artikel hier eine Meinung haben. Eine Meinung jedoch, die in einem Medium mit Anspruch veröffentlicht wird sollte jedoch sachlich vernünftig begründet sein. Beleidigungen der Gegenseite [...]
Was nein wieso? Meinthalben kann jeder Artikel hier eine Meinung haben. Eine Meinung jedoch, die in einem Medium mit Anspruch veröffentlicht wird sollte jedoch sachlich vernünftig begründet sein. Beleidigungen der Gegenseite oder substanzlose Argumentation erwarte ich in anderen Publikationen. Ausserdem wäre es schön, wenn die gegensätzlichen Meinungen zu einem Thema in etwa denselben Platz eingeräumt bekommen würden.
libebknofne 08.06.2015
2.
Sie scheinen das Problem immer noch nicht verstanden zu haben: die Meinungsmache in denjenigen Wortbeiträgen, die *nicht* als "'Kommentar', 'Kolumne' oder 'Debattenbeitrag'" gekennzeichnet sind, sondern den Eindruck [...]
Sie scheinen das Problem immer noch nicht verstanden zu haben: die Meinungsmache in denjenigen Wortbeiträgen, die *nicht* als "'Kommentar', 'Kolumne' oder 'Debattenbeitrag'" gekennzeichnet sind, sondern den Eindruck erwecken, den Leser informieren zu wollen.
Mardor 08.06.2015
3.
Sie hingegen scheinen Probleme mit dem verstehenden Lesen von Texten zu haben: "Autorenstücke sind mit vollem Namen gekennzeichnete Texte. Hier fließen die Expertise und die Einschätzungen der Kollegen ein, [...]
Zitat von libebknofneSie scheinen das Problem immer noch nicht verstanden zu haben: die Meinungsmache in denjenigen Wortbeiträgen, die *nicht* als "'Kommentar', 'Kolumne' oder 'Debattenbeitrag'" gekennzeichnet sind, sondern den Eindruck erwecken, den Leser informieren zu wollen.
Sie hingegen scheinen Probleme mit dem verstehenden Lesen von Texten zu haben: "Autorenstücke sind mit vollem Namen gekennzeichnete Texte. Hier fließen die Expertise und die Einschätzungen der Kollegen ein, beispielsweise in Form einer Analyse oder einer Reportage."
aleman61 08.06.2015
4.
"Autorenstücke sind mit vollem Namen gekennzeichnete Texte. Hier fließen die Expertise und die Einschätzungen der Kollegen ein, beispielsweise in Form einer Analyse oder einer Reportage. " Herr Kuzmany, [...]
"Autorenstücke sind mit vollem Namen gekennzeichnete Texte. Hier fließen die Expertise und die Einschätzungen der Kollegen ein, beispielsweise in Form einer Analyse oder einer Reportage. " Herr Kuzmany, wahrscheinlich liegt es an diesen Autorenstücken, dass der Leser manchmal Nachricht nicht von Kommentar unterscheiden kann und gegen vorgekaute Meinungsreportagen protestiert. Werden nämlich in der Analyse begriffe wie "stumpfsinnige Wutbürger" für PEGIDA (bin kein Freund von denen) oder "unvernünftiger Umweltsünder" fúr Sportwagen benutzt, dann ist der Übergang zum Kommentar fliessend. In solchen Artikeln sollte man mit wertenden Adjektiven und Adverbien sparsam umgehen. In diesem Sinne MfG
logtor 08.06.2015
5.
Gut, vielleicht stimme ich nicht mit der politischen Grundlinie des Spiegel überein und bin aus diesem Grund besonders kritisch. Für mich haben die Publikationen meiner Meinung nach einen ausserordentlich schwachen Bezug zur [...]
Gut, vielleicht stimme ich nicht mit der politischen Grundlinie des Spiegel überein und bin aus diesem Grund besonders kritisch. Für mich haben die Publikationen meiner Meinung nach einen ausserordentlich schwachen Bezug zur Sachlogik, unabhängig von der politischen Ausrichtung. Gut, sie sind kostenlos und möglicherweise unter Zeitdruck geschrieben. Aber wenn das so wäre, dann würde ich als Spiegel-Eigner solche Publikationen nicht veröffentlichen. Sie schaden dem Ruf der Marke "Spiegel". Während der Spiegel für mich früher, der Inbegriff kritischen Journalismus war, verbinde ich leider nichts mehr positives mit dem Spiegel und ich vermeide häufig einen Kauf, auch wenn mich manches publizierte Thema interessiert. Ich denke im heute härteren Wettbewerb im Journalismus werden sich nur solche Publikationen auf Dauer behaupten können, die wirklich glaubhaft vermitteln, dass sie unabhängig sind von fremden Interessen und in sich schlüssig sind. Wer bezahlt schon für eine Publikation, wenn er den Eindruck hat, dass er durch diese nicht nur informiert, sondern auch manipuliert werden soll?
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