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DER SPIEGEL

1918 - 1933 Schicksalsjahre der Demokratie: Europa und die Welt

1919 5. bis 12. Januar: Regierungsnahe Militärs schlagen den linken Spartakusaufstand in Berlin nieder.
1919 Wahlen zur Nationalversammlung: Die SPD wird mit 37,9 Prozent stärkste Partei, gefolgt vom katholischen Zentrum (19,7 Prozent) und der DDP (18,5 Prozent).
1919 Deutschland unterzeichnet am 28. Juni den Versailler Friedensvertrag.
1920 Am 13. März besetzt die Marinebrigade Ehrhardt das Berliner Regierungsviertel. Der rechte Kapp-Putsch, geleitet von Wolfgang Kapp (r.), scheitert an einem Generalstreik.
1918 Nach der Flucht Kaiser Wilhelms II. ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann in Berlin die Republik aus.
1917-1922 Im früheren Russischen Reich tobt ein Bürgerkrieg zwischen Anhängern und Gegnern des von Wladimir Lenin (r.) geführten bolschewistischen Systems.
1919-1925 Als Kriegsfolge führen Inflation und Geldentwertung zu Krisen in vielen europäischen Staaten.
1920 Der Admiral Miklós Horthy (r.) wird in Ungarn zum autoritär regierenden "Reichsverweser" ernannt.
1921 Attentäter der rechtsextremistischen Organisation Consul ermorden den einstigen Finanzminister Matthias Erzberger.
1922 Deutschland schließt mit Russland den Vertrag von Rapallo und durchbricht damit seine außenpolitische Isolation.
1922 Consul-Mitglieder erschießen am 24. Juni Reichsaußenminister Walther Rathenau.
1923 Der von Adolf Hitler geführte Putsch von Rechtsextremisten scheitert am 9. November in München.
1923 Die Einführung der Rentenmark im 15. November beendet die Hyperinflation.
1925 Reichspräsident Friedrich Ebert stirbt am 28. Februar an den Folgen einer Blinddarmentzündung. Zum Nachfolger wird Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg gewählt.
1922 Der frühere Seminarschüler Josef Stalin (r.) wird Generalsekretär der Kommunistischen Partei.
1922 Der Führer der italienischen Faschisten Benito Mussolini marschiert mit etwa 40 000 seiner Anhänger nach Rom. König Viktor Emanuell III. ernennt ihn zum Ministerpräsidenten.
1923-1929 In der Türkei errichtet Mustafa Kemal Atatürk (r. M.) eine Präsidialherrschaft mit weitreichenden Vollmachten. Autoritäre Regime werden auch in Spanien und Bulgarien (1923), Albanien (1925), Polen (1926) und Jugoslawien (1929) etabliert.

1918-1933 Schicksalsjahre der Demokratie

1929 An der New Yorker Börse brechen am 24. Oktober die Kurse ein, der Auftakt zur Weltwirtschaftskrise.
1926 Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs, Gustav Stresemann und Aristide Briand, erhalten den Friedensnobelpreis für ihre Verdienste um deutsch-französische Verständigung.
1928 Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill wird am 31. August im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin uraufgeführt.
1926 In Genf wird Deutschland am 8. September in den Völkerbund aufgenommen.
1927 Mit dem Ausschluss von Leo Trotzki (l.) aus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion beginnt die Alleinherrschaft Stalins, die bald zu Massenterror führt.
1927 In Japan proklamiert der Premierminister General Tanaka Giichi einen Expansionskurs seines Landes in Asien.
1928/29 In Indien kommt es zu gewalttätigen Konflikten zwischen Unabhängigkeitsbefürwortern und den britischen Kolonialbehörden. Mahatma Gandhi (l.) steht für friedlichen Widerstand.
1930 Der letzte sozialdemokratische Reichskanzler Hermann Müller tritt mit seinem Kabinett am 27. März zurück.
1931 Am 15. März sind in Deutschland fast fünf Millionen Menschen erwerbslos gemeldet. Nur die Hälfte von ihnen erhält Mittel aus der Arbeitslosenversicherung.
1932 Vor dem Düsseldorfer Industrieclub bezeichnet Hitler am 27. Januar die Überwindung des parlamentarischen Systems als wichtigste Voraussetzung für die Überwindung der Wirtschaftskrise.
1932 Bei der Reichstagswahl am 31. Juli wird die NSDAP mit 37,4 Prozent stärkste Partei.
1933 Reichskanzler Kurt von Schleicher tritt am 28. Januar zurück. Hindenburg ernennt am 30. Januar Adolf Hitler zum Reichskanzler.
1929 Stalin verfügt die Enteignung von Großbauern und die zwangsweise Schaffung von Kollektivwirtschaften (Kolchosen), was zu Hungerkatastrophen führt.
1932 In Frankreich lehnt der Senat mit großer Mehrheit die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts ab.
1933 Der 1932 gewählte österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß schaltet das Parlament und das Verfassungsgericht aus; er errichtet einen autoritären "Ständestaat".

SPIEGEL GESCHICHTE 5/2014
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