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DER SPIEGEL

Bayerische Gläubige fordern Absetzung des Passauer Bischofs Wilhelm Schraml

Sonntag, 08.07.2012   08:03 Uhr

Gegen den Passauer Bischof Wilhelm Schraml hat sich im eigenen Bistum eine Protestbewegung gebildet, die den Abtritt des 77-Jährigen fordert. Entzündet hat sich der Konflikt in der bayerischen Marktgemeinde Ruhstorf, weil Schraml dort gegen einen beliebten Pfarrer wegen eines laufenden Strafverfahrens vorgegangen ist, der sich zudem nicht ans Zölibat gehalten hatte. In Ruhstorf hängen zahlreiche Transparente an Häusern katholischer Familien, die sich gegen den konservativen Bischof richten. Ein mit mehr als 800 Personen überfüllter Sonntagsgottesdienst geriet kürzlich zur Solidaritätsdemonstration mit dem drangsalierten Pfarrer. In einem offenen Brief des lange Jahre in der Gemeinde engagierten Unternehmers Wolfram Hatz heißt es, Schraml habe mit seiner Arroganz und Macht "den Pfarrverband vernichtet" und Gläubige aus der Kirche getrieben. Über Facebook weitet die katholische Jugend im Bistum Passau den Protest massiv aus. Rund 1400 Mitglieder berichten dort vom "Brodeln im Kirchenvolk", ausliegenden Unterschriftenlisten und diskutieren mögliche Protest aktionen. An den Papst ging ein Brandbrief heraus, der den Rücktritt Schramls wegen Selbstherrlichkeit verlangt. Geplant ist eine demonstrative "Pilgerreise" zum Amtssitz des umstrittenen Bischofs in Passau.

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