27.05.2012
Formel 1 in Monte Carlo
Webber siegt, Vettel verliert WM-Führung
Hamburg - Sechstes Rennen, sechster Sieger: Mark Webber hat den Großen Preis von Monaco gewonnen und damit für eine Fortsetzung der bisher ohnehin schon kuriosen Formel-1-Saison gesorgt. Der Red-Bull-Fahrer siegte vor Nico Rosberg (+0,6 Sekunden) und Fernando Alonso (+0,9). Zweifach-Weltmeister Sebastian Vettel (+1,3) fuhr auf Rang vier - und verlor so die Führung in der Gesamtwertung.
"Der Start war unglaublich. Ich konnte sofort wegziehen und hatte genug Platz für die erste Kurve. Danach konnte ich das Rennen kontrollieren", sagte Webber.
Neuer Spitzenreiter ist Ferrari-Pilot Alonso (76 Punkte), hinter ihm liegen die Red-Bull-Fahrer Webber und Vettel (je 74) punktgleich. Nico Hülkenberg (+42,5) wurde Achter, Timo Glock (eine Runde zurück) fuhr auf Platz 14. Michael Schumacher beendete das Rennen kurz vor dem Ende wegen eines technischen Defekts.
Der schnellste Fahrer des Qualifyings musste dabei schon unmittelbar nach dem Beginn einen Schockmoment überstehen. Der vor ihm gestartete Romain Grosjean zog zunächst nach innen, Schumacher wollte überholen. Doch dann fuhr der Lotus-Fahrer plötzlich wieder nach außen - und kollidierte mit Schumacher. Während der Deutsche aber weiterfahren konnte und nur wenige Plätze verlor, war das Rennen für den Franzosen früh beendet.
Schumacher fuhr das Rennen trotzdem nicht zu Ende. Zwölf Runden vor Schluss stellte der 43-Jährige seinen Wagen in der Box ab und stieg aus, nachdem er zuvor nach technischen Problemen Position um Position verloren hatte.
"Das Rennen ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Podium war für uns vor dem Rennen realistisch", so Schumacher.
Kollision direkt nach dem Start
Vom Zusammenstoß von Grosjean und Schumacher zu Beginn profitierte vor allem Vettel, der das Chaos nutzte und vom neunten auf den sechsten Platz vorfuhr. Durch die Safety-Car-Phase verlor er in den ersten Runden zudem mit den härteren Reifen fast keinen Boden.
In der Folgezeit gab es an der Spitze nur wenig Spannung, erst als Rosberg in der 28. Runde als erster Top-Fahrer zum Reifenwechsel vorfuhr, kam richtig Bewegung ins Feld. Als eine Runde später Webber und Hamilton vorfuhren, hatte Ferrari mit Alonso und Felipe Massa kurzzeitig sogar eine Doppelführung vor Vettel inne. Kurz darauf führte dann sogar der Weltmeister, der den ersten Stopp mit Abstand am längsten hinauszögerte.
Während der von allen Teams mehrfach angekündigte Regen ausblieb, zog Vettel vorne einsam seine Kreise und versuchte mit seinen abbauenden gegen die noch nicht warmen Reifen der Konkurrenz einen möglichst großen Vorsprung bis zum Stopp herauszufahren. 16,6 Sekunden waren es, als er in der 46. Runde in die Box fuhr - als Vierter hinter Webber, Rosberg und Alonso kam er wieder heraus. Das Manöver war zwar nicht komplett aufgegangen, hatte aber immerhin zwei Plätze eingebracht.
Das Feld war nun im Ganzen zusammengerückt, nach 48 von 78 Runden lagen zwischen Platz eins und Rang sechs lediglich 5,1 Sekunden - und Vettel hatte in diesem Pulk nun die frischesten Reifen. Das fast unmögliche Überholen in den engen Straßen von Monaco sorgte aber dafür, dass die Positionen bezogen waren. Am Ende lag Vettel als Vierter nur 1,3 Sekunden hinter Sieger Webber. Am außergewöhnlichsten war in der Schlussphase ein Funkspruch von Hamilton, der sich beklagte, dass ihm irgendein Gegenstand gegen den Helm geflogen sei.
leh/dpa

