03.07.2012
Maria de Villota
Formel-1-Fahrerin bei Unfall lebensgefährlich verletzt
Maria de Villota: Mit schweren Verletzungen wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert
Hamburg - Formel-1-Testfahrerin Maria de Villota ist bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt worden. Sie fuhr bei Probefahrten mit ihrem Rennwagen auf einem Flugfeld im britischen Duxford "mit niedriger Geschwindigkeit" auf den Transportlaster auf, der sie auf die Strecke gebracht hatte, berichtete ein BBC-Reporter, der Augenzeuge des Unfalls wurde.
Am Ende ihrer ersten Runde habe de Villota plötzlich beschleunigt und sei mit knapp 50 Stundenkilometern in die Laderampe des Lastwagens gefahren. "Von meiner Position sah es aus, als habe der Helm die Wucht des Aufpralls abbekommen", sagte er weiter. Es habe eine Stunde gedauert, bis die Fahrerin aus dem Wrack befreit werden konnte.
Die 32-Jährige wurde mit "lebensbedrohlichen Verletzungen" in ein Krankenhaus in Cambridge eingeliefert, gab ein Sprecher der örtlichen Klinik bekannt. Sie habe Gesichts- und Kopfverletzungen erlitten. Nach Angaben der Hubschrauberbesatzung, die de Villota ins Krankenhaus flog, war die Patientin bei ihrer Ankunft im Hospital "stabil".
Die Spanierin, die seit dem Jahr 2000 Rennen fährt, ist in dieser Saison Testfahrerin für das Marussia-Team, das 2009 gegründet und in den nächsten beiden Jahren unter dem Namen Virgin unter Beteiligung des britischen Milliardärs Richard Branson an den Start ging. Mittlerweile besitzt das Team eine russische Lizenz. Der Rennstall, für den der Deutsche Timo Glock in der Königsklasse startet, kündigte nach dem Ende der medizinischen Untersuchungen eine weitere Stellungnahme an.
Derzeit ist Maria de Villota neben Susie Wolff die einzige Rennfahrerin im Formel-1-Zirkus. Sie ist die Tochter des ehemaligen Formel-1-Piloten Emilio de Villota. Der Test am Dienstag sollte ihr erster für Marussia sein. Das Team wollte Veränderungen am Wagen vor dem bevorstehenden Grand Prix in Silverstone testen.
Noch am Montag sagte de Villota: "Ich zähle schon seit drei Monaten die Tage runter! Es ist mein erster Test mit dem Team, daher will ich gute Arbeit leisten. Ich habe mich lange darauf vorbereitet. Jetzt kann ich es kaum noch erwarten!"
syd/dpa/Reuters