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18.11.2012
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Formel 1 in Texas

Vettels Fahrplan zum WM-Titel

Von
Getty Images

Um 20 Uhr geht's los: Sebastian Vettel kann in seinem 100. Grand Prix zum dritten Mal Weltmeister werden. In Texas startet der Red-Bull-Pilot mit zehn Punkten Vorsprung auf den Spanier Alonso. Wie schwierig ist die Strecke, begünstigt sie eher Vettel oder Alonso? Der Überblick.

Wann geht's los?

Um 20 Uhr deutscher Zeit springt am Sonntag die Startampel auf grün. Übertragen wird der Große Preis der USA wie üblich von RTL und dem Pay-TV-Sender Sky.

Wie ist die Ausgangssituation?

Vettel liegt vor dem vorletzten Rennen, seinem 100. in der Formel 1, mit derzeit 255 Punkten in Führung, Fernando Alonso hat zehn Zähler Rückstand. Für einen Sieg gibt es 25 Punkte. Dank der größeren Anzahl an Saisonsiegen (Vettel fünf, Alonso drei) wäre der Deutsche bei 25 Punkten Vorsprung nach dem Rennen in Austin schon vor dem Finale in São Paulo am 25. November Weltmeister, ein Gleichstand bringt Alonso also nichts. Das Qualifying in den USA entschied Vettel zu seinen Gunsten: Der Deutsche sicherte sich die Pole-Position, Alonso wurde lediglich Achter.

Was muss passieren, damit Vettel am Sonntag Weltmeister wird?

Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Wenn Vettel gewinnt, darf Ferrari-Pilot Alonso maximal Fünfter werden. Der Deutsche hätte dann 280 Punkte, Alonso bestenfalls 255.

Sollte Vettel Zweiter werden und Alonso maximal Neunter, hat Vettel den Titel-Hattrick ebenfalls vorzeitig sicher. Er hätte dann 273 Punkte, Alonso käme auf höchstens 247 Punkte.

Wird Vettel Dritter und Alonso fährt nicht in die Punkteränge, fällt also aus oder wird maximal Elfter, wäre die Entscheidung ebenfalls bereits gefallen: Vettel hätte dann 270 Punkte, Alonso bliebe bei 245 Zählern.

Wo fährt Vettel am Sonntag um seinen dritten Titel?

In Austin, Texas. Die Formel 1 gastiert zum zweiten Mal nach Dallas (1984) in dem US-Bundesstaat. Zuvor wurde der Große Preis der USA bereits in Riverside (Kalifornien, 1958/1960), Sebring (Florida, 1959), Watkins Glen (New York, 1961-1975), Detroit (Michigan, 1984-1988), Phoenix (Arizona, 1989-1991) und Indianapolis (Indiana, 2000-2007) ausgetragen. Texas ist unter anderem bekannt für Öl, Kühe, Farmen, die rigorose Anwendung der Todesstrafe und den Spruch: "In Texas ist alles größer." Auf den neuen Rundkurs trifft das nicht zu, aber immerhin neu ist die Strecke, der Circuit of the Americas.

Was zeichnet den Kurs aus?

5,516 Kilometer pro Runde, 20 Kurven, eine hügelige Piste, 120.000 Zuschauer und rund 300 Millionen Euro Baukosten. Dafür aber kein Brimborium wie in Suzuka, Singapur oder Valencia. Formel 1 pur eben. Den Fahrern scheint es zu gefallen. "Das könnte der Kurs sein, den die moderne Formel 1 endlich ihr Zuhause in den USA nennen wird", sagte Lewis Hamilton. Jenson Button nennt den Kurs "episch". Auch Vettel und Alonso äußerten sich positiv zum Circuit of the Americas - aber kritische Töne sind in der Formel 1 ja ohnehin selten.

Liegt die Strecke eher Vettel oder Alonso?

Fahrerisches Können ist gefragt, vor allem die durch die Anstiege bedingten starken Tempowechsel stellen eine Herausforderung dar. Weltklasse sind unter solchen Bedingungen beide Piloten. "Ich bin sehr zuversichtlich. Ich vertraue auf mein Team, ich vertraue auf mich selbst", sagt der Spanier. Vettel hält dagegen: "Wir haben eine phantastische Chance, es liegt an uns."

Was, wenn Vettel den Titel in Austin noch nicht perfekt macht?

Dann fällt die Entscheidung im Abschlussrennen in Brasilien. Am 25. November wird der letzte F1-Grand-Prix der Saison auf dem Autódromo José Carlos Pace, auch bekannt als Interlagos, ausgetragen. Dort wurde Alonso bisher viermal Dritter (2003, 2005, 2007, 2010) und zweimal Zweiter (2006, 2008). Vettel triumphierte 2010 im Jahr seines ersten WM-Gewinns, ein Jahr später fuhr er auf Rang zwei.

Was würde der Titel für Vettel bedeuten?

In seinen bislang 99 Grands Prix hat Vettel Erfolge und Rekorde gesammelt. Er war der jüngste Formel-1-Fahrer in den Punkten, der jüngste auf der Pole Position und der jüngste Grand-Prix-Sieger. Keiner schaffte früher seinen ersten Titel, er ist auch der jüngste Doppelweltmeister - und wäre natürlich auch der jüngste Hattrick-Sieger. Drei Titel in Serie gelangen bisher ohnehin nur den beiden F1-Legenden Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio.

Wer hat die besseren Nerven?

Vorteil Vettel: Schon 2010 machten der Deutsche und Alonso den Titelkampf auf der Zielgeraden der Saison im Duell untereinander aus. Damals ging der Spanier als Spitzenreiter in die beiden Schlussrennen, wurde aber noch von Vettel überholt. Diesmal ist der Ferrari-Pilot der Jäger. "Entspannter, fokussierter, reifer" fühle er sich, so Alonso in Austin. Nicht ganz ins Bild passt da dieses Bild: Mit einem Paintball-Gewehr im Anschlag und entschlossenem Blick präsentierte sich der zweimalige Weltmeister gemeinsam mit seinem Kollegen Felipe Massa auf seiner Facebook-Seite. "Bereit für die letzten beiden Rennen!! Hahaha", kommentierte Alonso das Foto.

An wen glauben die anderen F1-Piloten?

Beide Fahrer genießen viel Respekt bei den Konkurrenten. Sowohl Alonso als auch Vettel hätten den Titel für ihre fahrerischen Fähigkeiten verdient. Felipe Massa scheint den Glauben an seinen Ferrari-Teamkollegen allerdings schon ein wenig verloren zu haben. "Wenn ich auf Fernando oder Vettel setzen müsste, würde ich auf Fernando setzen", sagte der Brasilianer pflichtbewusst: "Mehr als hundert Euro würde ich aber nicht setzen."

An wen glaubt SPIEGEL ONLINE?

An Vettel. Aber noch nicht in Austin. Vettel hat gute Chancen zu gewinnen, aber Alonso ist heiß auf den Titel, wird zumindest um einen Podestplatz mitfahren. Auf einen Ausfall des Spaniers wollen wir nicht hoffen, das Duell soll auf den letzten Metern doch bitte sportlich entschieden werden.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
1. Ich tippe auf Alonso.
erpo 18.11.2012
Massa hilft Alonso, der Aussi Vettel bestimmt nicht. Von daher können leicht sogenannte "Rennunfälle" geschehen.
Massa hilft Alonso, der Aussi Vettel bestimmt nicht. Von daher können leicht sogenannte "Rennunfälle" geschehen.
2.
twan 18.11.2012
Hmm, ich habe 0 Ahnung was sie mit "Aussi" meinen. Google kennt "aussi" ein franz. Wort, oder "Aussie" umgangssprachlich für Australier. Wissen sie denn wovon sie reden?
Zitat von erpoMassa hilft Alonso, der Aussi Vettel bestimmt nicht. Von daher können leicht sogenannte "Rennunfälle" geschehen.
Hmm, ich habe 0 Ahnung was sie mit "Aussi" meinen. Google kennt "aussi" ein franz. Wort, oder "Aussie" umgangssprachlich für Australier. Wissen sie denn wovon sie reden?
3. "Rennunfälle" wenn Vettel vorn fährt?
eu-sklave 18.11.2012
Wie sollen die "Rennunfälle" geschehen wenn Vettel vorn fährt ? Das einzige, was Heute Vettel geschehen kann, ist ein Ausfall per Panne oder Fahrfehler.
Zitat von erpoMassa hilft Alonso, der Aussi Vettel bestimmt nicht. Von daher können leicht sogenannte "Rennunfälle" geschehen.
Wie sollen die "Rennunfälle" geschehen wenn Vettel vorn fährt ? Das einzige, was Heute Vettel geschehen kann, ist ein Ausfall per Panne oder Fahrfehler.
4. Wer ist wohl der
jfksniper 18.11.2012
Ich mache es hier kurz: Webber :)
Ich mache es hier kurz: Webber :)
5. optional
dengels 18.11.2012
@ twan erpo meinte wohl das der Aussi Mark dem Vettel nicht helfen würde....Aussi wird übrigens Ossie ausgesprochen, just in case you don't believe me either, I am from NZ, and I have met many Aussies :-)
@ twan erpo meinte wohl das der Aussi Mark dem Vettel nicht helfen würde....Aussi wird übrigens Ossie ausgesprochen, just in case you don't believe me either, I am from NZ, and I have met many Aussies :-)

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Formel-1-Weltmeister (ab zwei Titeln)

Fahrer Anzahl Titel
Michael Schumacher 7 (1994, 1995, 2000-2004)
Juan Manuel Fangio 5 (1951, 1954-1957)
Alain Prost 4 (1985, 1986, 1989, 1993)
Sebastian Vettel 4 (2010-2013)
Jack Brabham 3 (1959, 1960, 1966)
Jackie Stewart 3 (1969, 1971, 1973)
Niki Lauda 3 (1975, 1977, 1984)
Nelson Piquet 3 (1981, 1983, 1987)
Ayrton Senna 3 (1988, 1990, 1991)
Alberto Ascari 2 (1952, 1953)
Jim Clark 2 (1963, 1965)
Graham Hill 2 (1962, 1968)
Emerson Fittipaldi 2 (1972, 1974)
Mika Häkkinen 2 (1998, 1999)
Fernando Alonso 2 (2005, 2006)

Titelverteidigungen in der Formel 1

Fahrer Jahre
Alberto Ascari (1952, 1953)
Juan Manuel Fangio (1954-1957)
Jack Brabham (1959, 1960)
Alain Prost (1985, 1986)
Ayrton Senna (1990, 1991)
Michael Schumacher (1994, 1995, 2000-2004)
Mika Häkkinen (1998, 1999)
Fernando Alonso (2005, 2006)
Sebastian Vettel (2010-2012)

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