Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Bundesliganoten

Leipzig geht die Luft aus - die Top-Elf des Spieltags

Was für eine Woche für Timo Werner: Kurz nach seiner ersten Einladung ins DFB-Team erlebte der Leipziger einen schwachen Tag gegen Bremen. Noch schlechter war am 25. Spieltag nur ein anderer RB-Angreifer.

Getty Images

Timo Werner (r.)

Von
Montag, 20.03.2017   16:16 Uhr

Tor

Überraschung auf der Torhüter-Position: Felix Wiedwald ist nicht der beste Keeper des 25. Spieltags. Was noch in der Hinrunde zynisch geklungen hätte, ist mittlerweile völlig ernst gemeint, denn Bremens Torwart ist, von vielen weitgehend unbemerkt, seit Wochen der beste Schlussmann der Liga. Beim 3:0 gegen Leipzig bekam der 27-Jährige schlicht zu wenig zu tun, um sich auszuzeichnen. Ganz im Gegensatz zu Oliver Baumann. Hoffenheims Torwart parierte beim 1:0 gegen Leverkusen sieben Schüsse, fünf davon wurden aus dem Strafraum heraus abgegeben. Das ist jeweils der Top-Wert des Spieltags.

Wo ist mein Lieblingsspieler? Klicken Sie sich durch das Ranking!

Innenverteidigung

Der Fall John Anthony Brooks wirft eine philosophische Frage auf: Kann ein Innenverteidiger gut gespielt haben, wenn seine Mannschaft vier Tore kassiert hat? Brooks verlor mit Hertha BSC 2:4 in Köln, trotzdem weist ihn der SPIX als datenbesten Verteidiger aus. Wie kann das sein?

Ein Grundgedanke bei der Konzeption des SPIX lautet, dass das Modell den Spielkontext nie aus den Augen verlieren soll. Ein Verteidiger, der alle Zweikämpfe gewinnt, dessen Defensive aber etliche Torschüsse zulässt, wird keine gute Bewertung erhalten. Im Fall Brooks bedeutet das, dass der Berliner für jedes Gegentor und jede gewährte Torchance Abzüge erhält. Das waren allerdings weniger, als man annehmen könnte, tatsächlich ließ die Hertha nur vier Abschlüsse aus dem Strafraum zu. Das sind weniger als die siegreichen Kölner (6) und sogar weniger als der FC Bayern (7). Weil Brooks zudem starke individuelle Werte erreichte und ein Tor erzielte, landet er an der Spitze des Rankings.

Außenverteidigung

Er soll ein Kandidat beim FC Bayern sein und bei Juventus. Im Sommer läuft der Vertrag von Sead Kolasinac bei Schalke 04 aus, und wenn es nach seinen Leistungen in der Bundesliga geht, ist der 23-Jährige bereit für den Schritt zu einem größeren Verein. Beim 1:0 gegen Mainz gewann Kolasinac die meisten zweiten Bälle (9) aller Außenverteidiger, er fing die zweitmeisten gegnerischen Pässe ab (7), brachte die meisten Bälle ins Angriffsdrittel (8) - und erzielte als einziger Spieler auf dieser Position ein Tor. Damit ließ er Stars wie David Alaba oder Philipp Lahm weit hinter sich.

Wo ist mein Lieblingsspieler? Klicken Sie sich durch das Ranking!

Mittelfeld defensiv

An diesem Spieltag glänzten gleich mehrere Sechser für ihren Klub. Kölns Matthias Lehmann bereitete gegen Hertha zwei Tore vor. Wolfsburgs Josuha Guilavogui erreichte beim 1:0 gegen Darmstadt herausragende Defensivwerte. Bremens Thomas Delaney überzeugte in fast allen Bereichen. Doch niemand kann es mit Bayerns Thiago aufnehmen. Was der Spanier seit einigen Wochen zeigt, ist schlicht Weltklasse. Das Besondere an dem 25-Jährigen ist, wie er offensive und defensive Qualitäten vereint. Gegen Mönchengladbach bereitete er ein Tor vor, er brachte den Ball 15-mal ins Offensivdrittel, gleichzeitig fing er elf gegnerische Pässe ab. Thiago schwebt über dem Rest der Liga.

Mittelfeld außen

Es geschieht nicht oft, dass Arjen Robben und Franck Ribéry in der Startelf des FC Bayern stehen - und beide ohne Torbeteiligung bleiben. Dabei fehlte beiden beim 1:0-Sieg gegen Gladbach nicht viel. Ribéry gab herausragende sechs Torschussvorlagen, hatte aber das Pech, dass seine Mitspieler keine davon verwerten konnten. Robben kam selbst fünfmal zum Abschluss, zu mehr als einem Lattenkreuztreffer reichte es aber nicht. Besser als das Bayern-Duo waren trotzdem nur zwei Flügelspieler: Konstantinos Stafylidis, der gegen Freiburg an sieben Abschlüssen direkt beteiligt war und das Augsburger Tor erzielte; und Wolfsburgs Vieirinha, der vier Schüsse auflegte und sehr gute Werte im Spiel gegen den Ball erreichte.

Mittelfeld offensiv

Vier Siege aus den vergangenen fünf Spielen, zuletzt der 3:0-Erfolg über Leipzig: Werder Bremen ist die Mannschaft der Stunde. Der Lauf ist eng verknüpft mit der Stärke bei Standards, in vier der fünf Partien traf das Team nach ruhenden Bällen. Standards, das ist das Stichwort für Zlatko Junuzovic. Der Österreicher bereitete gegen RB per Freistoßvariante das 2:0 von Florian Grillitsch vor, nachdem er vorher bereits persönlich das erste Bremer Tor erzielt hatte.

Angriff

Er ist der Superheld von Köln: Anthony Modeste hat gegen Berlin seine Ligatreffer 20 bis 22 erzielt und in der Torjägerliste Bayerns Robert Lewandowski verdrängt. Während der Münchner gegen Gladbach leer ausging und im SPIX-Ranking im unteren Mittelfeld landet, ist der Kölner der beste Angreifer des Spieltags - und zwar mit riesigem Abstand. Auch auf Platz zwei steht ein FC-Stürmer. Yuya Osako erzielte einen Treffer selbst und bereitete einen weiteren vor.

Spannend ist der Blick ans untere Ende des Rankings. Denn dort taucht jemand auf, der gerade seine erste Nominierung für die Nationalmannschaft erhalten hat: Timo Werner war der zweitschwächste Angreifer des Spieltags. Gegen Bremen nahm er nur sporadisch am Geschehen teil (21 Ballaktionen), nicht einmal jeder zweite Pass fand einen Mitspieler. Schlechter als Werner war nur Davie Selke, ebenfalls von RB, der gegen Bremen nach rund einer Stunde eingewechselt wurde. Die Daten der beiden Angreifer zeigen, dass das gefürchtete Leipziger Pressing aktuell nicht so intensiv ist wie sonst. Insgesamt schaffte das Duo nur zwei Ballgewinne in 90 Minuten.

Die SPON11

Und das ist die Elf des 25. Spieltags in der taktischen Aufstellung.

Sie wollen wissen, wie wir gerechnet haben? Wie die SPON-Bundesliganoten entstehen? Und warum wir bewusst keine Schulnoten vergeben? Hier finden Sie alle Infos zum SPIX.

insgesamt 29 Beiträge
cimarol 20.03.2017
1. Brooks bester IV ein schlechter Witz
Mr. Brooks mit unterirdischem taktischen Verhalten, viel zu langsam bei Kölner Umschaltspiel. Ok er hat ein Tor nach einem Eckball erzielt, aber seiner eigentlichen Aufgabe in der Abwehr ist mehr schlecht als recht nachgekommen, [...]
Mr. Brooks mit unterirdischem taktischen Verhalten, viel zu langsam bei Kölner Umschaltspiel. Ok er hat ein Tor nach einem Eckball erzielt, aber seiner eigentlichen Aufgabe in der Abwehr ist mehr schlecht als recht nachgekommen, max. Durchschnitt. Die Bewertung wirft tatsächlich Fragen auf.
FrankDr 20.03.2017
2.
Niklas Süle hat am Wochenende die meisten Pässe gespielt, die je ein Hoffenheimer Spieler in den 10 Jahren Bundesliga hatte. Und er hat den Ligarekord angekommener Pässe (97%)bei solch vielen Pässen gebrochen. Klar waren da [...]
Niklas Süle hat am Wochenende die meisten Pässe gespielt, die je ein Hoffenheimer Spieler in den 10 Jahren Bundesliga hatte. Und er hat den Ligarekord angekommener Pässe (97%)bei solch vielen Pässen gebrochen. Klar waren da einige Querpass dabei, aber in anderen Portalen wird er gefeiert
retterdernation 20.03.2017
3. Analoge Betrachtung schlägt digital
zumindest was die emotionale Betrachtung anbelangt. Dabei zählen weder Zweikämpfe die man gewinnt, noch andere Sperenzchen. Analog betrachtet stehen im Fall Brooks und seinen "Hertha-Pflaumen :-)))" vier Gegentore zu [...]
zumindest was die emotionale Betrachtung anbelangt. Dabei zählen weder Zweikämpfe die man gewinnt, noch andere Sperenzchen. Analog betrachtet stehen im Fall Brooks und seinen "Hertha-Pflaumen :-)))" vier Gegentore zu buche. Nur das zählt - im emotionalen Bereich! Und erst recht - wenn das Endergebnis 4:2 für Köln lautet. Da hätte Brooks auch 25 Mal auf der Linie retten können, analog - also emotional betrachtet unter Einbeziehung des Fazits Niederlage - also auch der analogen Logik - gibt es überhaupt keinen Grund - Brooks in die Elf des Tages zu stellen. Denn analog betrachtet - sollte die Elf des Tages sich über die Sieger definieren und nicht über eine Truppe, bei der quasi jeder Schuss auf's Tor im Kasten landet. Sag ich jetzt mal so als Hertha-Fan. Denn eine digitale Betrachtung ist doch nur ein schönreden des traurigen Fazits - was sich auch in der digitalisierten Analyse nicht anders darstellt - als in der analogen Betrachtung - nämlich als 4:2 Klatsche. Hätte der Brooks seine Kollegen besser delogiert - dann wäre es vielleicht auch anders ausgegangen! Von daher hat er auch nix in der Elf des Tages verloren ...
Herbert Werner 20.03.2017
4. Komisch
Timo Horn ist in die Kicker-Elf des Tages als Torhüter gewählt. Bei SPON steht er auf Platz 11 (!) der Torhüter des Spieltages....
Timo Horn ist in die Kicker-Elf des Tages als Torhüter gewählt. Bei SPON steht er auf Platz 11 (!) der Torhüter des Spieltages....
reflexxion 20.03.2017
5. Leipzig steht leider immer noch sehr weit oben in der Tabelle
ich sehe da noch nichts von "Luft ausgehen" die sind immer noch Zweiter mit gutem Vorspung auf den Dritten. Aber ich gebe meine Hoffnung nie auf, synthetische Mannschaften gehören sowieso verboten.
ich sehe da noch nichts von "Luft ausgehen" die sind immer noch Zweiter mit gutem Vorspung auf den Dritten. Aber ich gebe meine Hoffnung nie auf, synthetische Mannschaften gehören sowieso verboten.

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP