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Sport

Dortmunds Aus gegen Monaco

In dieser Form unterlegen

Dortmund ist durch zahlreiche Fehler gegen Monaco aus der Champions League ausgeschieden. Das Viertelfinale war speziell, die Umstände besonders - der Gegner aber auch sehr stark. Alles Wichtige zum Rückspiel.

Foto: Getty Images
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Mittwoch, 19.04.2017   23:48 Uhr

Die Ausgangslage: War kompliziert - auf jeder Ebene. Es war das Rückspiel der Begegnung, bei der es vor acht Tagen zur Attacke auf den Dortmunder Mannschaftsbus kam. Klar, dass das Thema wieder im Mittelpunkt stand. Für die Spieler spätestens, als der Bus durch Probleme im Ablauf der Polizei-Eskorte bei der Anfahrt eine Viertelstunde in der Stadt auf der Stelle stand. Für die Fans wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen mit Ausweiskontrollen am Stadion. Aber auch die sportliche Herausforderung war groß: Ein 2:3 aus dem Hinspiel in Monaco aufzuholen, gegen dieses schnelle, konterstarke Team, glich einer schwer lösbaren Aufgabe.

Das Ergebnis: 3:1 für Monaco. Die Franzosen stehen im Halbfinale, der BVB ist ausgeschieden. Hier geht es zum Spielbericht.

Startaufstellungen:
Monaco:
Subasic - Mendy, Jemerson, Glik, Touré - Lemar, Moutinho, Bakayoko, Silva - Mbappé, Falcao
Dortmund: Bürki - Ginter, Sokratis, Piszczek - Guerreiro, Sahin, Weigl, Durm - Reus, Kagawa - Aubameyang

Überraschung: Der beim Anschlag verletzte Spieler Marc Bartra flog nach Monaco, überraschte seine Mitspieler mit dem Besuch und saß bei der Partie auf der Bank. "Er wollte unbedingt dabei sein", sagte Thomas Tuchel. Laut dem Trainer gehörten dem Spanier die letzten Momente vor dem Anpfiff in der Kabine.

DPA

Marc Bartra

Die erste Hälfte: Begann mit einem Traumstart für Monaco. Kylian Mbappé staubte nach einem Fehler von BVB-Keeper Roman Bürki zur Führung ab (3. Minute). Marco Reus per Direktabnahme direkt auf Monacos Schlussmann Danijel Subasic (10.) und Nuri Sahin mit einem Freistoß an den Innenpfosten (13.) verpassten den Ausgleich. Mehr ließ die starke Defensive der Monegassen nicht zu. Radamel Falcao köpfte nach einem Stellungsfehler von Matthias Ginter zum 2:0 ein (17.). Zuvor hätte schon Bernardo Silva per Kopf treffen können (14.). Durm leistete sich fast noch ein Eigentor (24.). Mit einem verdienten Rückstand ging es in die Pause.

Die zweite Hälfte: Begann mit einem Traumstart für Dortmund. Ein Solo von Ousmane Dembélé über rechts schloss Marco Reus direkt zum Anschlusstor ab (48.). Monaco verpasste in der Folge zunächst die Vorentscheidung: Bürki parierte stark gegen einen Kopfball von Almamy Touré (50.) sowie bei Schüssen von Mbappé (69.) und Thomas Lemar (75.). Falcao setzte seinen Versuch zu hoch an (65.), Mbappé versprang der Ball (79.). Reus verpasste den Ausgleich (74.), auf der Gegenseite nutzte Valère Germain einen ähnlichen Fehlpass von Lukasz Piszczek wie im Hinspiel zum 3:1 (81.).

Personalentscheidungen: Tuchel überraschte in seinem 100. Pflichtspiel als BVB-Trainer mit der Startelf und brachte Durm auf der rechten Angriffsseite. Im Vergleich zu Dembélé und Christian Pulisic war das trotz des Rückstands aus dem Hinspiel die defensivere Variante. Aber der Plan ging nicht auf: Dortmund war auf der rechten Seite sehr anfällig, dort entstanden auch beide Treffer. Durm gewann nur einen Zweikampf, bis er bereits in der 26. Minute für Dembélé ausgewechselt wurde. Tuchel stellte um auf eine Viererkette, zur Pause kam dann noch Marcel Schmelzer für Sahin.

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Dortmunds Aus gegen Monaco: "Verdient raus"

Das perfekte Spiel: Die Bayern forderten es von sich selbst, auch der BVB brauchte es, Monaco zeigte es - zumindest eine Hälfte lang. Wie kompakt, torgefährlich und effektiv die Gastgeber vor der Pause auftraten, war beeindruckend, allerdings auch begünstigt durch Dortmunder Fehler. In Hälfte zwei war Monaco kurzzeitig anfälliger, aber insgesamt dann auch das klar bessere Team mit den deutlich gefährlicheren Chancen.

Fazit des Spiels: Der BVB ist in einem speziellen Viertelfinale und unter besonderen Umständen ausgeschieden - aber eben auch gegen einen sehr starken Gegner. Monaco erobert den europäischen Fußball, auch Real, Atlético und Juve werden gewarnt sein. Im Halbfinale der Champions League, das am Freitag ausgelost wird, ist erstmals seit 2009 kein Verein aus der Bundesliga vertreten. Für Dortmund gibt es im DFB-Pokal eine letzte Titelchance. Am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) geht es zum Halbfinale nach München.

insgesamt 34 Beiträge
ortibumbum 20.04.2017
1. Schade
Man hat doch deutlich gesehen, dass es ein "spezielles" Spiel war. Ohne Fortune und ohne Biss. In der zweiten Halbzeit, wie im Hinspiel wurde es etwas besser, als wenn die lange Anlaufphase nötig gewesen wäre. Dazu [...]
Man hat doch deutlich gesehen, dass es ein "spezielles" Spiel war. Ohne Fortune und ohne Biss. In der zweiten Halbzeit, wie im Hinspiel wurde es etwas besser, als wenn die lange Anlaufphase nötig gewesen wäre. Dazu kein Glück und sehr individuelle Fehler. Ich habe Monaco nicht sehr stark gesehen. In einem normalen Spiel hätte es für Dortmund gereicht. Schade.
Paul 57 20.04.2017
2. Erreicht Tuchel die Spieler noch ?
Erreicht Tuchel die Spieler noch - die Frage ist mehr als berechtigt. Hoffentlich klappt Tuchels System wenigstens in seiner Phantasie. Den Spielern wird er mit seinen wöchtenliche Konzeptwechseln nicht gerecht. Ginter, Lukas [...]
Erreicht Tuchel die Spieler noch - die Frage ist mehr als berechtigt. Hoffentlich klappt Tuchels System wenigstens in seiner Phantasie. Den Spielern wird er mit seinen wöchtenliche Konzeptwechseln nicht gerecht. Ginter, Lukas Piszczek und Durm gehören nicht in eine Viertelvinale. Mit jedem Spiel wird er BVB schlechter. Der Frust ist den Spielern anzusehen. Es ist den Spielern anzusehen, dass sie sich in Tuchels System nicht wiederfinden. Heute in einer Woche gibt es in München wieder ein Debakel und Herr Tuchel schwafelt wieder von Räumen, die die Spieler nicht gefunden haben. Wer versteht Herrn Tuchel?
Paul 57 20.04.2017
3. Dortmund spielte schon vor dem Anschlag schlecht.
Man sollte den Anschlag nicht nutzen, um die große Misere in der Dortmunder Spielorganisation zu vernebeln. Ohne Konzept , d. h. ohne ein Konzept, das die Spieler verstehen und das die Spieler umsetzen können spielt der BVB [...]
Man sollte den Anschlag nicht nutzen, um die große Misere in der Dortmunder Spielorganisation zu vernebeln. Ohne Konzept , d. h. ohne ein Konzept, das die Spieler verstehen und das die Spieler umsetzen können spielt der BVB schon seit geraumer Zeit. Der Anschlag war und ist der Horror. Aber nutzt den Anschlag nicht, um von Qualitätsmängeln abzulenken.
geradsteller 20.04.2017
4. Verdient ausgeschieden
wie gestern auch, ist Moment das Niveau des deutschen Fußballs. Aber mittlerweile schon ein wenig Jammern verlernt, gut so
wie gestern auch, ist Moment das Niveau des deutschen Fußballs. Aber mittlerweile schon ein wenig Jammern verlernt, gut so
schwaebischehausfrau 20.04.2017
5. Genauso unclever wie Bayern...
FCB und BVB sollten sich villeicht einfach mal 24h Dauer-Video-Aufzeichnungs-Marathn anschauen von Spielen von Juve oder Athletico . Um sich mal anzuschauen, wie "abgezockte" Mannschaften weiterkommen. Die beiden Spiele [...]
FCB und BVB sollten sich villeicht einfach mal 24h Dauer-Video-Aufzeichnungs-Marathn anschauen von Spielen von Juve oder Athletico . Um sich mal anzuschauen, wie "abgezockte" Mannschaften weiterkommen. Die beiden Spiele des BVB waren genauso unnötig viel "Pleiten, Pech und Pannen" wie die beiden Spiele von Bayern gegen Real. Eigentor und Eigentor im Hinspiel und ähnliche Fehlpässe im Hinspiel und heute gleich nochmal. Dazu Torchancen, von denen abgezockte Mannschaften wie Juve oder Athletico die Hälfte brauchen würden, um ein Spiel zu gewinnen. Statt in der Halbzeit nach Großchancen Reus (2-mal) und Innenpfosten-Freistoß 3:2 in Monaco zu führen , liegt man 0:2 hinten. Bayern und BVB haben sich beide selbst geschlagen. Glaube auch nicht, dass der Bomben-Anschlag beim Spiel heute noch entscheidend war. Wenn es einen Ort gibt, wo man das Geschehene ausblenden kann , dann die 90 Minuten eines Fussball-Spiels , wenn man auf dem Platz steht. Was deutsche Teams in der CL eint:Wenn sie gewinnen, sind sie immer auch überlegen. Kann mich an kaum ein Spiel gewinnen, wo eine deutsche Mannschaft mal richtig "dreckig" oder mit viel, viel Dusel gewonnen hat. In puncto Abgezocktheit sind deutsche Teams absolut amateurhaft. Auch die Bayern. Man muss sich nur mal anschauen, wieviel ihrer Cl-Finals (bzw. Europapokal der Landesmeister Endspiele) sie verloren haben und wie :-). Schlechtestes Abschneiden der Bundesliga seit 8 Jahren.

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Sieger Uefa Champions League

Jahr Verein
2016 Real Madrid
2015 FC Barcelona
2014 Real Madrid
2013 FC Bayern München
2012 FC Chelsea
2011 FC Barcelona
2010 Inter Mailand
2009 FC Barcelona
2008 Manchester United
2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
2002 Real Madrid
2001 FC Bayern München
2000 Real Madrid
1999 Manchester United
1998 Real Madrid
1997 Borussia Dortmund
1996 Juventus Turin
1995 Ajax Amsterdam
1994 AC Mailand
1993 Olympique Marseille

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