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Sport

Barcelonas Aus gegen Juventus

Wäre ja auch ein Wunder gewesen

Der FC Barcelona ist im Viertelfinale gescheitert, die erhoffte Aufholjagd fiel aus. Juventus dagegen verwandelt sich mit jedem Auftritt mehr vom Geheimtipp zum Top-Favoriten. Alles Wichtige zum Spiel.

AFP

Sami Khedira (r.) vor Lionel Messi und Sergio Busquets (l.)

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Donnerstag, 20.04.2017   00:14 Uhr

Ausgangslage: Juventus hatte das Viertelfinal-Hinspiel überraschend deutlich 3:0 für sich entschieden. Eigentlich ein komfortabler Vorsprung für die Vecchia Signora. Aaaaaaber: Der Gegner hieß nun einmal FC Barcelona! Messi, Neymar, Suárez - més que un Durchschnittssturm. Die Katalanen hatten nur sechs Wochen zuvor die größte Aufholjagd der Champions-League-Geschichte hingelegt, ein 0:4 gegen PSG spektakulär gedreht. Barças vier CL-Heimspiele in dieser Saison endeten 7:0 (gegen Celtic), 4:0 (Manchester City), 4:0 (Mönchengladbach) und 6:1 (PSG). Diese Resultate hätten am Mittwochabend ohne Ausnahme gereicht.

Die Startaufstellungen
Barcelona: Ter Stegen - Roberto, Piqué, Umtiti, Alba - Rakitic, Busquets, Iniesta - Messi, Suárez, Neymar
Juventus: Buffon - Alves, Bonucci, Chiellini, Alex Sandro - Khedira, Pjanic - Cuadrado, Dybala, Mandzukic - Higuaín.

Das Ergebnis: 0:0. Keine Tore, keine magische Nacht. Hier geht's zum Spielbericht.

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Champions-League-Aus des FC Barcelona: Kein neues Wunder

Die erste Hälfte: Man habe sich das Duell zwischen Barcelona und PSG in der Vorbereitung ganz genau angeschaut und "aus dieser Partie einiges gelernt", so Paulo Dybala. Der Tabellenführer der Serie A hatte zu Beginn tatsächlich wenig Mühe, sämtliche Pressingversuche der Katalanen zu überspielen, und setzte seinerseits die ersten Nadelstiche. Gonzalo Higuaín verzog wuchtig (13. Minute), Juan Cuadrado artistisch (16.). Barça kam erst nach 19 Minuten zu seiner ersten echten Chance: Lionel Messi setzte den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei. Und sonst? Eine Halbchance für Neymar (21.), dazu noch ein Distanzschuss von Messi, den Gianluigi Buffon aber problemlos parierte (31.). Auf der Gegenseite gab es noch einen Versuch von Higuaín (38.). Das war's.

Beton: Nur die Sorge um den Spannungsbogen rechtfertigt es, bei der Ausgangslage einseitig Barcelonas Offensivqualitäten herauszustellen, nicht aber auch auf Juves beeindruckende Defensivstärke einzugehen. Im laufenden Wettbewerb haben die noch ungeschlagenen Turiner lediglich zwei Treffer kassiert, blieben in acht ihrer zehn Spiele ohne Gegentreffer. Von Gegner und Kulisse unbeeindruckt räumten die beiden Innenverteidiger Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci auch diesmal alles ab. In anderen Worten: Suárez biss sich wieder einmal an Chiellini die Zähne aus.

AP

Seit der WM 2014 gute Freunde: Giorgio Chiellini (l.) und Luis Suárez

Die zweite Hälfte: "Unser Ziel sind fünf Tore", hatte Barça-Coach Luis Enrique vor dem Spiel angekündigt. Um das Tagessoll nicht krachend zu verfehlen, erhöhten die Katalanen den Takt noch einmal. Viel Aufwand, wenig Ertrag: Ein Sololauf von Neymar (47.) blieb ebenso ohne Erfolg wie die Versuche von Messi (52., 56., 58.). Mit Paco Alcácer brachte Barcelona einen zusätzlichen Stürmer. Neymar (62.), Messi (66.), Sergi Roberto (69.) - immer fehlten ein paar Zentimeter. So konnte Juve es letztlich sogar verschmerzen, seinerseits etwas fahrlässig mit den Chancen umgegangen zu sein. Cuadrado (50.), Paulo Dybala (71.), Sami Khedira (80.) und der eingewechselte Mario Lemina (86.) verpassten den möglichen Siegtreffer.

Erkenntnis des Spiels I: Auch Barcelona ist eben "nur" ein Fußballteam. Und historische Ausnahmeereignisse wie die wieder und wieder beschworene magische Nacht vom 8. März 2017 bleiben eben: historische Ausnahmeereignisse. Die Katalanen haben im Rückspiel noch einmal alles versucht - ausgeschieden sind sie aber nicht am Mittwoch, sondern bereits am vergangenen Dienstag.

Erkenntnis des Spiels II: Juventus galt schon vor den beiden Duellen mit dem FC Barcelona als Geheimtipp, diesen Status haben die überragend organisierten Italiener nach 180 Minuten ohne Gegentor gegen eine der stärksten Offensivmannschaften dieser Zeit nun aber endgültig eingebüßt. 2015 ist Juventus im Finale an Barcelona gescheitert, im Vorjahr unglücklich in der Verlängerung beim FC Bayern ausgeschieden. Zumindest diese beiden Szenarien wird es 2017 nicht geben.

insgesamt 14 Beiträge
tomaraya 20.04.2017
1. Finale
Da wird jetzt das Halbfinal los entscheiden wie ein mögliches Finale aussieht. Ich hoffe auf Monaco gegen Juve. Ein bisschen Abwechslung würde nicht nur der Bundesliga guttun...;)
Da wird jetzt das Halbfinal los entscheiden wie ein mögliches Finale aussieht. Ich hoffe auf Monaco gegen Juve. Ein bisschen Abwechslung würde nicht nur der Bundesliga guttun...;)
dachristoph 20.04.2017
2. Ab sofort
bin ich Juve Fans bis zum Finale. Nach gefühlten 10 Siegen der Spanier bei der CL wünsche ich mir Abwechslung. BL ist langweilig genug.
bin ich Juve Fans bis zum Finale. Nach gefühlten 10 Siegen der Spanier bei der CL wünsche ich mir Abwechslung. BL ist langweilig genug.
dex81 20.04.2017
3. Die Meisterschaft ja...
Die Bundesliga ist doch sehr spannend dieses Jahr, wenn man ausklammert wer Meister wird. Die EL Plätze sind hart umkämpft, genauso gibt es einige Teams die noch absteigen können. Man muss nur mal schauen wo Werder Bremen [...]
Zitat von dachristophbin ich Juve Fans bis zum Finale. Nach gefühlten 10 Siegen der Spanier bei der CL wünsche ich mir Abwechslung. BL ist langweilig genug.
Die Bundesliga ist doch sehr spannend dieses Jahr, wenn man ausklammert wer Meister wird. Die EL Plätze sind hart umkämpft, genauso gibt es einige Teams die noch absteigen können. Man muss nur mal schauen wo Werder Bremen sich auf einmal befindet...
Freidenker10 20.04.2017
4.
3 spanische Teams im Halbfinale wäre auch zuviel des guten! Mir reicht schon dieses Stadtderby in Madrid, muss man sich mal geben! Die Spanier haben jetzt mehr als eine Dekade den Fußball dominiert, aber ich denke wenn Messi, [...]
3 spanische Teams im Halbfinale wäre auch zuviel des guten! Mir reicht schon dieses Stadtderby in Madrid, muss man sich mal geben! Die Spanier haben jetzt mehr als eine Dekade den Fußball dominiert, aber ich denke wenn Messi, Ronaldo und Co mal in Rente gehen, wird alles wieder auf Normalmaß schrumpfen! Zu beneiden sind die Spanier jedenfalls um ihre Liga, denn da gibts noch echten Meisterschaftskampf und das seit jahren!
fanasy 20.04.2017
5. Sogar CL wird langweilig
In der Gruppenphase schaue ich kaum ein Spiel, außer vielleicht Kracher wie BVB - Madrid oder Bayern - Barcelona. Nicht mal ein englisches Team zerrt mich vor den Bildschirm. Es ist doch langweilig geworden. Interessant wird es [...]
In der Gruppenphase schaue ich kaum ein Spiel, außer vielleicht Kracher wie BVB - Madrid oder Bayern - Barcelona. Nicht mal ein englisches Team zerrt mich vor den Bildschirm. Es ist doch langweilig geworden. Interessant wird es wirklich erst ab dem Viertelfinale. Reform der Champions League: Nur noch die Meister, dabei aber von sämtlichen UEFA-Ländern. Dann wird auch die Europa-League aufgewertet. Da entweder Atletico, Real oder Barcelona (zwei davon) in dieser spielen, genau wie dann Dortmund, Hoffenheim und Leipzig. Arsenal, ManCity, Liverpool. Das wäre doch mal was. Oder eben keine CL mehr, sondern Champions Cup (Pokal der Landesmeister). Dabei darf dann Bayern auch EL spielen, die dann mit Liga in der ersten Saisonhälfte und danach dann Playoffs der besten 8 oder so.

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