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Sport

Obama-Besuch statt Dopingtest

US-Olympiasiegerin Rollins für ein Jahr gesperrt

Kein Anzeichen auf Doping, trotzdem gesperrt: US-Hürden-Champion Brianna Rollins muss wegen drei verpasster Dopingtests ein Jahr pausieren. Bei einer Kontrolle fehlte sie wegen eines Besuchs bei Ex-Präsident Obama.

AP

Brianna Rollins

Freitag, 21.04.2017   10:44 Uhr

Sie hatte drei Doping-Tests verpasst, jetzt ist die Hürden-Olympiasiegerin Brianna Rollins aus den USA rückwirkend für ein Jahr gesperrt worden. Das teilte die US-Anti-Doping-Agentur USADA mit.

Das zuständige Sportgericht teilte mit, der Fall sei schwierig gewesen, da es keine Anzeichen gebe, dass die 25-Jährige "absichtlich" die Test umgangen habe oder gedopt gewesen sei. Rollins sei 2016 insgesamt 16 Mal kontrolliert worden, acht Tests seien Trainingskontrollen gewesen.

Rollins habe nur "geringfügige Schuld", deshalb sei sie nur mit der Mindestsperre von einem Jahr bestraft worden. Test zwei am 13. September hatte sie verpasst, weil sie am "Brianna-Rollins-Tag" zu ihren Ehren in ihrer Heimatstadt teilnahm, bei Test drei am 27. September nahm sie an einer Ehrung durch den damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus teil.

Ihre Goldmedaille aus Rio darf Rollins jedoch behalten, weil sie den dritten Test erst nach den Olympischen Sommerspielen verpasste. Rollins hatte dort über 100 Meter Hürden vor ihren Teamkolleginnen Nia Ali und Kristi Castlin gewonnen.

Durch die Sperre wird Rollins die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Sommer in London verpassen. "Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Fehler", sagte Rollins.

jan/dpa/sid

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