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Sport

Bombenanschlag auf Teambus

BVB hofft nach Festnahme auf schnelle Aufklärung

Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter des Bombenattentats auf den Teambus des BVB gefasst. Der Verein hofft, dass die Hintergründe der Tat nun schnell aufgeklärt werden.

DPA

Mannschaftsbus von Borussia Dortmund

Freitag, 21.04.2017   10:18 Uhr

Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen für den Bombenanschlag auf Borussia Dortmunds Mannschaftsbus hofft der BVB auf eine schnelle Aufklärung.

"Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte", hieß es in einer Stellungnahme von Klub-Boss Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball.

Marcel Schmelzer äußerte im Namen der Mannschaft die Hoffnung, "dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren. Für alle, die im Bus saßen, wären diese Informationen wichtig, denn sie würden den Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern".

Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitagmorgen mitgeteilt, dass der 28 Jahre alte Sergej W. von Spezialkräften der GSG 9 im Raum Tübingen festgenommen worden sei. W. stehe in dem Verdacht, am 11. April 2017 den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund aus Geldgier verübt zu haben.

Er wollte nach Erkenntnissen der Ermittler einen Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen und mit sogenannten Put-Optionen ein Millionenvermögen verdienen. Put-Optionen sind im Grunde genommen Wetten auf fallende Kurse bestimmter Wertpapiere. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Mit der Festnahme ist wohl auch das Rätsel um die drei seltsam anmutende Bekennerschreiben gelöst, die am Tatort hinterlassen worden waren. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Beschuldigte keine Bezüge in die islamistische Szene und versuchte daher offenbar bewusst, eine falsche Fährte in Richtung "Islamischer Staat" (IS) zu legen. Die Behörden hielten diese Schreiben für unglaubwürdig.

jan/dpa

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