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Nach Suspendierungen

Mahdavikia kritisiert iranische Politik

Iran hat zwei Spieler aus der Nationalelf verbannt, weil sie gegen ein israelisches Team antraten. Die Empörung über diese politische Entscheidung ist groß. Auch Ex-HSVer Mehdi Mahdavikia äußerte sich kritisch.

DPA

Mehdi Mahdavikia (Archivfoto von 2006)

Freitag, 11.08.2017   19:04 Uhr

Ex-Bundesligaprofi Mehdi Mahdavikia hat den Ausschluss von zwei Schlüsselspielern aus der iranischen Fußballnationalmannschaft wegen eines Spiels gegen eine israelische Mannschaft kritisiert. "Hoffentlich kommt mal der Tag, an dem die Politik den Sport in Ruhe lässt", schrieb der ehemalige Mannschaftsführer der iranischen Nationalelf auf Persisch auf seiner Instagram-Seite.

"Weitaus wichtiger wäre es doch, wenn Iran sich mehr mit Nachwuchsarbeit und dem Bau neuer Stadien sowie Armut, Drogensucht und Arbeitslosigkeit beschäftigen würde als mit Syrien, Irak, Libanon und ..." (Israel), erklärte der 100-malige Nationalspieler. Die Iraner würden nie vergessen, wie oft die beiden Gesperrten, Massoud Schojaei und Ehsan Hajsafi, sie mit ihren Spielen begeistert hätten, schrieb Mahdavikia, der seit 2015 als Jugendtrainer beim Hamburger SV arbeitet. Für Bochum, den HSV und Frankfurt absolvierte er als Aktiver 310 Pflichtspiele (37 Tore).

Kapitän Schojaei und Hajsafi hatten in der vorigen Woche mit ihrem griechischen Klub Panionios Athen in der Europa League gegen Maccabi Tel Aviv gespielt. Wegen der politischen Feindseligkeiten mit Israel erlaubt es Teheran iranischen Sportlern seit mehr als 38 Jahren nicht, gegen Israelis anzutreten. Mit ihrem Ausschluss aus dem Nationalteam verpassen beide auch die Weltmeisterschaft 2018 in Russland, für die Iran sich bereits qualifiziert hat. Iranische Fußballfans hatten auf Twitter massiv gegen die Entscheidung des Sportministeriums protestiert.

lst/dpa

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