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Sport

Wechsel zu Paris

Barcelona verklagt Neymar

Der Transfer ist abgeschlossen, Neymar spielt bei Paris-Saint Germain. Doch es könnte ein Nachspiel geben: Der FC Barcelona verklagt seinen ehemaligen Spieler und fordert Schadensersatz.

AFP

Neymar

Dienstag, 22.08.2017   16:51 Uhr

Eigentlich schien das Wechselchaos um Neymar beendet, nun gibt es doch noch eine neue Wendung: Der FC Barcelona, Ex-Klub des Brasilianers, verklagt seinen ehemaligen Spieler wegen Vertragsbruchs auf 8,5 Millionen Euro. Man habe beim spanischen Fußball-Verband RFEF eine entsprechende Klage mit der Bitte um Weiterleitung an den französischen Verband (FFF) und den Weltverband Fifa eingereicht, teilte der Verein mit.

Neymar hatte diese Summe für die Verlängerung seines Kontraktes um fünf Jahre bis Juni 2021 erhalten. "In seiner Klage verlangt der Verein den bereits gezahlten Betrag für die Verlängerung seines Vertrages wegen Vertragsverletzung in Höhe von 8,5 Millionen Euro und zusätzliche zehn Prozent", hieß es in der Erklärung.

Der Betrag hat sich laut der Mitteilung um zehn Prozent erhöht, weil Neymar den Forderungen Barcelonas bisher nicht nachgekommen sei, obwohl er bereits seit dem 11. August von ihnen wüsste. PSG solle die Zahlung hilfsweise übernehmen, falls der Spieler diese nicht sofort leisten könne, fordert Barcelona.

Neymar seinerseits hatte nach seinem Heimdebüt für Paris gegen den FC Toulouse (6:2) die Führung seines Ex-Klubs scharf kritisiert. Barça habe Besseres verdient, und die ganze Welt wisse es. Die derzeit handelnden Direktoren seien nicht geeignet, die richtige Richtung vorzugeben, so Neymar.

Der Brasilianer war vor knapp drei Wochen von Barcelona zu PSG gewechselt - für eine Rekordablösesumme von 222 Millionen Euro. Dieser Betrag war durch eine Ausstiegsklausel in Neymars Vertrag festgeschrieben. Der Wechsel ist damit der mit Abstand teuerste in der Geschichte des Fußballs.

Mittlerweile ist Neymar bereits zweimal für Paris in der französischen Ligue 1 aufgelaufen. Dabei erzielte er insgesamt schon drei Treffer und bereitete vier weitere Tore vor.

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Neymar, Pogba, Ronaldo: Das sind die teuersten Spieler der Welt

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insgesamt 13 Beiträge
cinkor 22.08.2017
1. Unklug
Ich finde es unklug von Barcelona sich wie bei einer Ehescheidung zu verhalten und einen Spieler zu verklagen nachdem alles klar ist. Wenn die Liebe vorbei ist, ist sie vorbei. Warum hinterher weinen und dem Ex-Partner noch eins [...]
Ich finde es unklug von Barcelona sich wie bei einer Ehescheidung zu verhalten und einen Spieler zu verklagen nachdem alles klar ist. Wenn die Liebe vorbei ist, ist sie vorbei. Warum hinterher weinen und dem Ex-Partner noch eins auswischen. Barcelonas top Spieler der Zukunft werden sich wohl gut überlegen ob sie wirklich zu Barcelona Wechsel wollen, wenn sie diesen Rosenkrieg sehen. LOL.
Papazaca 22.08.2017
2. Geplänkel
Ich kenne den Vertrag nicht im Detail. Wenn man einen Vertrag verlängert, sich aber raus kaufen kann, scheint mir keine Vertragsverletzung vor zu liegen. Es sei denn, das das gegen den guten Glauben verstoßen würde. Wer ist [...]
Ich kenne den Vertrag nicht im Detail. Wenn man einen Vertrag verlängert, sich aber raus kaufen kann, scheint mir keine Vertragsverletzung vor zu liegen. Es sei denn, das das gegen den guten Glauben verstoßen würde. Wer ist aber im Fußball schon gutgläubig? Und Barca ist da kalt erwischt worden, obwohl Ihr früherer Sponsor Katar ist, dem auch PSG gehört? Ist das Theater den Fans geschuldet, die sauer sind? Und warum kauft Barca dann teure Spieler mit dem Neymar-Geld ein? Geld, das Barca ja nicht haben will, angeblich?
fliffis 22.08.2017
3. @cinkor
Nein, da kann ich Ihnen nicht zustimmen. Offenbar gibt es eine entsprechende Klausel im Vertrag, nachdem Neymar den FC Barcelona bei Zahlung von 220 Mio Euro vor Vertragsende verlassen durfte. Der Betrag wurde bezahlt (krass!) [...]
Nein, da kann ich Ihnen nicht zustimmen. Offenbar gibt es eine entsprechende Klausel im Vertrag, nachdem Neymar den FC Barcelona bei Zahlung von 220 Mio Euro vor Vertragsende verlassen durfte. Der Betrag wurde bezahlt (krass!) - so weit so gut oder schlecht. Das ist die eine Sache der vertraglichen Beziehungen zueinander: "hey Neymar, wenn Du jemanden findest, der dich für _den_ Preis aus dem Vertrag herauskauft: OK". und die Antowort "yup - da gibt es jemanden, Geld ist unterwegs." Wenn es aber eine zusätzliche Vereinbarung zwischen Neymar und dem FC Barcelona gegeben hat (diesen Eindruck kann man bekommen nach der Nachrichtenlage), die beinhaltete, dass er zusätzlich zu seinem Jahres-Salär (und völlig unabhängig von einer Ablösesumme) mindestens die genannten 8.5 Mio als Handgeld dafür erhält, dass er seinen Vertrag bis 2021 verlängert, dann muss er das Geld zurück zahlen, wenn er nicht bis 2021 bleibt. Das wäre auch so im Falle einer Ehescheidung und eines entsprechenden Ehevertrages und ist m.E. und angesichts der enormen Summen die alleine geschäftlichen Interessen geschuldete sind in keinster Weise anrüchig sondern schlicht weg das, was vereinbart war. Es ist eher schäbig von Neymar, das Geld a. zwar erst zusätzlich kassiert zu haben aber nun b. wo er sich für einen seiner Meinung nach besseren AG entschieden hat, nicht zurückzuzahlen. Wohlgemerkt nur unter der Voraussetzung, dass es die vom FC Barc. bemühte Vereinbarung in der Form tatsächlich gegeben hat!
fliffis 22.08.2017
4. @papaca
es geht in der Sache nicht mehr darum, dass Neymar aus dem vertrag herausgekauft worden ist (egal für welche Summe). Die Angelegenheit ist doch "durch" - Barcelona spielt ohne Neymar mittlerweile, PSG mit... [...]
es geht in der Sache nicht mehr darum, dass Neymar aus dem vertrag herausgekauft worden ist (egal für welche Summe). Die Angelegenheit ist doch "durch" - Barcelona spielt ohne Neymar mittlerweile, PSG mit... ...sondern, dass es dem Anschein nach eine Zusatzvereinbarung und eine Zusatzzahlung mit/an Neymar gab, die in direktem Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung (und dem Umfang dieser: bis 2021) steht. Umgangssprachlich wohl so: Hey neymar, wir zahlen Dir dafür, dass Du bis 2021 bleibst zusätzlich X Mio (8.5.). Aber wenn Du vor 2021 gehen willst, muss jemand a. 220 Mio dafür latzen (vermutlich dein neuer Verein) - und b. du musst die 8.5 MIo an uns zurückzahlen weil du nicht bis 2021 bleibst. Teil a scheint erfolgt, Teil b offenbar noch nicht.
Papazaca 22.08.2017
5. Da bin ich nicht sicher.
Wenn Neymar im Juni den Vertrag verlängert hat und sich aus diesem dann verlängertem Vertrag rauskauft, gilt dann dieses Rauskaufen für den aktuellen, also dem verlängerten Vertrag. Aber Fakt ist, wir kennen nicht den [...]
Zitat von fliffises geht in der Sache nicht mehr darum, dass Neymar aus dem vertrag herausgekauft worden ist (egal für welche Summe). Die Angelegenheit ist doch "durch" - Barcelona spielt ohne Neymar mittlerweile, PSG mit... ...sondern, dass es dem Anschein nach eine Zusatzvereinbarung und eine Zusatzzahlung mit/an Neymar gab, die in direktem Zusammenhang mit der Vertragsverlängerung (und dem Umfang dieser: bis 2021) steht. Umgangssprachlich wohl so: Hey neymar, wir zahlen Dir dafür, dass Du bis 2021 bleibst zusätzlich X Mio (8.5.). Aber wenn Du vor 2021 gehen willst, muss jemand a. 220 Mio dafür latzen (vermutlich dein neuer Verein) - und b. du musst die 8.5 MIo an uns zurückzahlen weil du nicht bis 2021 bleibst. Teil a scheint erfolgt, Teil b offenbar noch nicht.
Wenn Neymar im Juni den Vertrag verlängert hat und sich aus diesem dann verlängertem Vertrag rauskauft, gilt dann dieses Rauskaufen für den aktuellen, also dem verlängerten Vertrag. Aber Fakt ist, wir kennen nicht den Vertrag und auch nicht das spanische Recht. Schauen wir mal.

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