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Dortmunds Niederlage gegen Tottenham

Ausgecoacht

Fußball kann so einfach sein: Tottenham verzichtet auf Ballbesitz, spielt viele schnelle Konter und lässt Borussia Dortmund Lehrgeld zahlen. BVB-Trainer Peter Bosz hat erneut seinen Meister gefunden.

Foto: Getty Images
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Mittwoch, 13.09.2017   23:33 Uhr

Auf Mourinhos Spuren: Tottenham hat gerne den Ball. Eigentlich. Denn obwohl die Spurs in den ersten vier Partien der Premier League auf durchschnittlich 64 Prozent Ballbesitz kamen, stellte Trainer Mauricio Pochettino zum Auftakt der Champions League um. Der BVB bestimmte das Spiel - und wurde ausgekontert. Was Dortmunds Trainer Peter Bosz wohl darüber denkt? Der Niederländer gilt als dogmatischer Verfechter seiner Spielidee und legte sich schon mal mit Manchesters Coach José Mourinho wegen dessen destruktiver Spielweise im Europa-League-Finale an. Diesmal wurde er von Pochettino ausgecoacht.

Das Ergebnis: Tottenham siegte 3:1 und ist in der schwierigen Gruppe H vorerst im Vorteil. Hier geht es zum Spielbericht.

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Dortmunds Pleite bei Tottenham: Ausgekontert

Erste Hälfte: Es dauerte nur vier Minuten, bis Borussia Dortmund nach vier Spielen in Pokal und Bundesliga das erste Gegentor kassierte. BVB-Spezialist Heung Min Son, der einst im Trikot des Hamburger SV fünf Tore gegen Schwarz-Gelb erzielte, traf nach einem Konter über die rechte Dortmunder Abwehrseite (4. Minute). Nach dem Ausgleich von Andrij Jarmolenko (11.) war es Spurs-Torjäger Harry Kane, der mit einer Kopie des ersten Tors zur erneuten Führung traf. Der BVB kam vor der Pause auf einen Ballbesitzanteil von 71 Prozent.

Das kurze Eck: Beide Tore der Gastgeber fielen nach Kontern. Und über die linke Seite der Spurs. Es gab aber noch eine dritte Parallele, denn BVB-Torhüter Roman Bürki war in beiden Fällen nicht schuldlos. Sowohl Son als auch Kane zielten auf das kurze Eck, zu Bürkis Ehrenrettung mit satten Schüssen. Aber die Abdeckung des ballnahen Pfostens gehört zur ersten Torwart-Pflicht.

Zweite Hälfte: Direkt nach Wiederanpfiff hätten Kane (50.) und Son (51.) schon für die Vorentscheidung sorgen können. In der 60. Minute war es dann wieder Kane, der die immer größer werdenden Lücken im Dortmunder Defensivverbund mit seinem zweiten Treffer bestrafte (60.). Es hätte bei weiteren Großchancen der Spurs für die Gäste noch schlimmer kommen können, denn auch die Einwechslungen der bisherigen Stammspieler Mario Götze und Gonzalo Castro brachten keine Stabilität.

Köln, bitte: Zur Wahrheit dieses Spiels gehört allerdings auch, dass die Dortmunder in der 57. Minute einen regulären Treffer erzielten und das Spiel dann beim Stand von 2:2 einen anderen Ausgang hätte nehmen können. Pierre-Emerick Aubameyang traf mit einer sehenswerten Direktabnahme, Schiedsrichter Gianluca Rocchi entschied jedoch zu Unrecht auf Abseits. In der Bundesliga hätte vermutlich der Video-Assistent aus Köln eingegriffen und das Tor anerkannt. Der Videobeweis ist umstritten, mehr Gerechtigkeit bringt er trotzdem.

Tottenham kann Wembley: Auch der SPIEGEL hatte vor dem Spiel darüber berichtet, wie englische Mannschaften bei einem Umzug ins Wembley-Stadion mit den neuen Gegebenheiten fremdeln. Da wunderte es nicht, dass BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Anpfiff am ZDF-Mikrofon von der Chance sprach, die sich dadurch bieten könnte. Doch so ein Fluch sollte nicht beschworen werden - die Borussia steht in der Gruppe H schon nach dem ersten Spiel unter Druck. Am 26. September kommt Tabellenführer Real Madrid nach dem klaren 3:0-Sieg gegen Nikosia ins Dortmunder Stadion.

Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund 3:1 (2:1)
1:0 Son (4.)
1:1 Jarmolenko (11.)
2:1 Kane (15.)
3:1 Kane (60.)
Tottenham: Lloris - Alderweireld, Sánchez, Vertonghen - Aurier, Dembélé, Dier, Davies - Son (83. Sissoko), Eriksen - Kane (87. Llorente).
BVB: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak (80. Zagadou), Toljan - Dahoud (72. Castro), Sahin, Kagawa (66. Götze) - Jarmolenko, Aubameyang, Pulisic.
Schiedsrichter: Rocchi (Italien)
Gelbe Karten: Dier - Toljan, Castro
Gelb-Rote Karte: Vertonghen
Zuschauer: 67.343

insgesamt 49 Beiträge
gammoncrack 14.09.2017
1. Das nennt man landläufig
"ins offene Messer gelaufen". CL ist was anderes als Bundesliga. Die Mannschaften dort können mit Pressing des Gegners besser umgehen als viele BL-Clubs. Das muss Herr Bosz noch lernen. Da ist eben eine andere, [...]
"ins offene Messer gelaufen". CL ist was anderes als Bundesliga. Die Mannschaften dort können mit Pressing des Gegners besser umgehen als viele BL-Clubs. Das muss Herr Bosz noch lernen. Da ist eben eine andere, bessere Taktik gefragt. Dass die Schiedsrichter eine unglückliche Figur gemacht haben, ist wohl korrekt. Dass Bürki nicht den besten Tag erwischt hat, wohl auch. Abhaken und Lehrstunde und sich aufs nächste Spiel konzentrieren. Mit der CL-KO-Phase wird das so vermutlich nichts. Und das stelle ich als BVB-Fan fest. Leider.
Nonvaio01 14.09.2017
2. pech und glueck
pech das der schiri nicht der beste war, und glueck das Tottenham ein paar klare chancen ausgelassen hat. Damit ist der BVB unter zugzwang gegen Madrid. Das 3-1 tut echt weh im directen vergleich kann das noch entscheidend sein.
pech das der schiri nicht der beste war, und glueck das Tottenham ein paar klare chancen ausgelassen hat. Damit ist der BVB unter zugzwang gegen Madrid. Das 3-1 tut echt weh im directen vergleich kann das noch entscheidend sein.
hh-eimsbüttler 14.09.2017
3. Dortmund um reguläres Tor betrogen!
Danke Steinzeit UEFA.
Danke Steinzeit UEFA.
stak74 14.09.2017
4. Bitte Begründung (alternative Fakten) wählen:
(_) Schiedsrichter ist schuld (_) Elfmeter wurden nicht gegeben (_) "Das war Abseits!" (_) Die Bayern sind schuld
(_) Schiedsrichter ist schuld (_) Elfmeter wurden nicht gegeben (_) "Das war Abseits!" (_) Die Bayern sind schuld
achterhoeker 14.09.2017
5. Grausam
Die Spurs als eingespieltes Team gegen BVB mit Neuformierung. Das Schiedrichterkollektiv klar auf ritte Liganiveau. Aber? Kein Videobeweis. Während in jedem Gurkenspiel in vielen Ligen das im Einsatz ist macht die UEFA die [...]
Die Spurs als eingespieltes Team gegen BVB mit Neuformierung. Das Schiedrichterkollektiv klar auf ritte Liganiveau. Aber? Kein Videobeweis. Während in jedem Gurkenspiel in vielen Ligen das im Einsatz ist macht die UEFA die "Königsklasse" frei davon. Siehe gestern Lewandowskis Foul vor dem Strafraum mit Elfmeter, Süle mit astreinem Tor. Heute die Spurs mit Wrestlingeinlage und Aubemeyang mit astreinem Tor. Einfach lächerlich. Wer weiss was noch alles da kommt.

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2014 Real Madrid
2013 FC Bayern München
2012 FC Chelsea
2011 FC Barcelona
2010 Inter Mailand
2009 FC Barcelona
2008 Manchester United
2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
2002 Real Madrid
2001 FC Bayern München
2000 Real Madrid
1999 Manchester United
1998 Real Madrid
1997 Borussia Dortmund
1996 Juventus Turin
1995 Ajax Amsterdam
1994 AC Mailand
1993 Olympique Marseille

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