16.05.2010
Internationaler Fußball
Barça und Inter holen Meistertitel
Barça-Torjäger Messi: Dopplpack gegen Absteiger Real Valladolid
Hamburg - Der FC Barcelona ist zum 20. Mal spanischer Meister, für Real Madrid endet die Saison hingegen erneut ohne Titel. Barça siegte am Sonntagabend im heimischen Stadion Camp Nou 4:0 (2:0) gegen Absteiger Real Valladolid. Verfolger Madrid, das einen Punkt Rückstand vor dem letzten Ligaspiel aufwies, spielte beim FC Malaga nur 1:1 (0:1). Mit 99 Zählern stellte Barça einen Punkte-Rekord in der Primera División auf, der Champion verlor in 38 Liga-Spielen nur einmal und hat mit Weltfußballer Lionel Messi zudem den Torschützenkönig (34 Treffer) in seinen Reihen.
Ein Eigentor von Valladolids Verteidiger Luis Prieto brachte Barcelona nach 27 Minuten in Führung. Kurz darauf sorgte Stürmer Pedro mit seinem Treffer für klare Verhältnisse (31.). Im zweiten Durchgang besorgte Messi per Doppelpack (62./76.) den Endstand. Real reichten nicht einmal mehr als 100 erzielte Treffer, um am Ende ganz vorne zu stehen. Im letzten Saisonspiel geriet Madrid durch einen Treffer von Sergio Duda (9.) in Rückstand, für den Ausgleich sorgte der ehemalige Hamburger Rafael van der Vaart (48.).
Bereits am Samstag hatte sich der FC Sevilla in Unterzahl mit einem Tor in letzter Minute die Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League gesichert. Der eingewechselte Rodri erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 3:2-Erfolg bei UD Almería. Damit landeten die Andalusier auf dem vierten Platz. Der FC Valencia ist als Dritter direkt für die Champions League qualifiziert, RCD Mallorca und der FC Getafe spielen in der Europa League. Absteiger sind CD Teneriffa, Valladolid und Deportivo Xerez.
Einen Tag nach dem FC Bayern München hat auch Inter Mailand das Double geschafft. Im Champions-League-Finale geht es nun am kommenden Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Madrid für beide Teams um das historische Triple. Wie in Deutschland ist dieser Dreifachtriumph aus Meisterschaft, Pokal- und Champions-League-Sieg auch in Italien noch keinem Club gelungen.
In einem spannenden Saisonfinale sicherte sich Inter am Sonntag seinen insgesamt 18. Meistertitel und den fünften "Scudetto" in Folge. Am letzten Spieltag der Serie A verteidigte der Pokalsieger mit einem 1:0-Sieg bei Absteiger AC Siena seinen Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem AS Rom (80 Zähler), der 2:0 bei Chievo Verona gewann. Inters Top-Torjäger Diego Milito erzielte das Tor für den Titelverteidiger in der 57. Minute. "Das ist phantastisch! Jetzt wollen wir natürlich auch das Triple", sagte Clubchef Massimo Moratti. Zuvor hatten die Mailänder lange um die Meisterschaft bangen müssen. Als der Rivale aus Rom in Chievo durch Treffer von Mirco Vucinic (39.) und Daniele De Rossi kurz vor der Pause in Führung gegangen war, begann das große Zittern - zur Pause war der punktgleiche AS Rom aufgrund des direkten Vergleichs Tabellenführer.
Mit dem Gewinn der Meisterschaft zog Inter in der Bestenliste am Lokalrivalen AC Mailand vorbei. Der Club von Ministerpräsident Silvio Berlusconi holte bislang 17 Meistertitel. Hinter Inter und Rom zog der AC Mailand auf Rang drei direkt in die Champions League ein, der Tabellenvierte Sampdoria Genua muss in die Qualifikationsrunde zur Königsklasse. Palermo und Neapel spielen in der Europa League, Atalanta Bergamo, Siena und Livorno steigen in die Serie B ab. Die Torjägerkrone sicherte sich Nationalstürmer Antonio Di Natale (Udinese Calcio) mit 29 Treffern.
Thorsten Fink hat in seiner ersten Saison als Trainer des FC Basel nach dem Pokal auch die Schweizer Meisterschaft gewonnen. Der ehemalige Profi von Bayern München feierte mit seiner Mannschaft am letzten Spieltag bei den Young Boys Bern einen 2:0 (1:0)-Sieg und damit den 13. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Mit einem Sieg hätten die Berner Basel von der Spitze verdrängen können , müssen sich nun aber zum dritten Mal hintereinander mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Valentin Stocker (39.) und Scott Chipperfield (61.) trafen im Stade de Suisse für Basel, das sich am vorletzten Spieltag nach einem Ausrutscher der Berner an die Tabellenspitze gesetzt hatte.
Christoph Daum hat mit Fenerbahce Istanbul den Titelgewinn in der türkischen Meisterschaft knapp verpasst. Am letzten Spieltag der Süper Lig kam der bisherige Spitzenreiter nicht über ein 1:1 (1:1) gegen Trabzonspor hinaus und musste dadurch Verfolger Bursaspor noch an sich vorbeiziehen lassen. Der Außenseiter besiegte Besiktas Istanbul 2:1 (2:0) und machte damit den ersten Meistertitel des Vereins perfekt.
Titelverteidiger FC Porto sicherte sich zum 19. Mal den portugiesischen Pokal. Freddy Guarin (13.) und Radamel Falcao (23.) trafen beim 2:1 (2:0) im Finale gegen den Zweitligisten Desportivo de Chaves. In der Schlussphase erzielte Paulo Clemente (85.) den Anschlusstreffer.
Zenit St. Petersburg hat zum zweiten Mal nach 1999 den russischen Pokal gewonnen. Der Club setzte sich im Endspiel in Rostow am Don gegen den Außenseiter Sibir Nowosibirsk 1:0 (0:0) durch. Der russische Nationalspieler Roman Schirokow erzielte per Handelfmeter (60.) den entscheidenden Treffer.
wit/sid/dpa