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22.10.2011
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Fußball-Bundesliga

Dortmund deklassiert Köln, Hoffenheim besiegt Gladbach

Von Nils Lehnebach und Mike Glindmeier
Bundesliga-Spieltag: Dortmund furios, Gladbach glücklos
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dapd

Champions-League-Frust ade: Borussia Dortmund hat sich nach der Pleite in Piräus eindrucksvoll zurückgemeldet und Köln klar geschlagen. Es war der vierte Bundesliga-Sieg in Serie. Hoffenheim gewann dank Vedad Ibisevic gegen Gladbach, Kaiserslautern triumphierte im Kellerduell.

Hamburg - Mittlerweile hat man es sich bei Borussia Dortmund selbst eingestanden. Die Mannschaft tritt in der Champions League deutlich weniger engagiert und ohne die richtige Überzeugung auf - und damit ganz anders als in der Bundesliga. So forderte Torwart Roman Weidenfeller nach der 1:3-Niederlage in Piräus, dass das Team jetzt wieder sein "Bundesliga-Gesicht" aufsetzen müsse.

Und seine Mitspieler zeigten im Heimspiel gegen Köln, dass sie ohne die Last "Königsklasse" immer noch zu berauschendem Fußball in der Lage sind. Durch Tore von Shinji Kagawa (7. Minute), Marcel Schmelzer (25.), Robert Lewandowski (44./50.) und Sebastian Kehl (66.) gewann der BVB deutlich 5:0 (3:0). Der vierte Bundesliga-Erfolg in Serie bedeutet für die Borussia Rang zwei, Köln ist Elfter.

Zudem gewann Hoffenheim 1:0 (0:0) gegen Gladbach, Nürnberg und Stuttgart trennten sich 2:2 (1:0). Kaiserslautern besiegte Freiburg 1:0 (0:0), das Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und dem FSV Mainz 05 endete torlos.

"Auf der Playstation", hat Dortmunds Neven Subotic zuletzt ein derart einseitiges Spiel erlebt, sagte der BVB-Verteidiger nach dem Schlusspfiff. "Wir haben eine gute Reaktion gezeigt, haben druckvoll agiert und kein Gegentor gefangen", sagte Kehl: "Jetzt sind wir wieder richtig gut auf Kurs. "Wir waren heute nicht kompakt und haben den Dortmundern viel zu viele Räume gelassen, daher haben wir verdient verloren", sagte Kölns Sascha Riether.

Am vergangenen Wochenende hatte es zahlreiche umstrittene Abseits-Entscheidungen gegeben. Oftmals war dabei gegen die Stürmer entschieden worden. Möglicherweise fühlte sich die Kölner Defensive deshalb etwas zu sicher, als Shinji Kagawa nach einem langen Ball von Innenverteidiger Mats Hummels im passiven Abseits stand. Doch der Japaner ging zunächst nicht zum Ball, die FC-Abwehr schaltete kurz ab - und Kevin Großkreutz, nicht im Abseits stehend, erlief den Ball. Der Mittelfeldspieler wiederrum legte von der Grundlinie zurück auf Kagawa, der - immer noch frei, aber nicht mehr im Abseits - aus kurzer Distanz einschieben konnte.

Dortmund auch in der zweiten Hälfte überlegen

Dortmund drückte anschließend weiter, ließ Köln kaum Freiraum - und legte gleich den zweiten Treffer nach. Mario Götze dribbelte in der 25. Minute über die rechte Seite in den Strafraum. Seinen Querpass verpasste Robert Lewandowski zunächst, so dass der Ball über Umwege zu Schmelzer kam, der aus rund 15 Metern unter die Latte schoss.

Noch vor der Pause traf der BVB ein weiteres Mal. Außenverteidiger Lukasz Piszczek schickte Sven Bender, der im Strafraum auf Lewandowski querlegte. Der Pole hatte schließlich aus kurzer Distanz keine Probleme.

Wer nun befürchtete, dass Dortmund nach der drückenden Überlegenheit mit 13:0 Torschüssen nach der Pause nachlassen würde, sah sich geirrt. Lewandowski erhöhte in der 50. Minute mit seinem siebten Saisontreffer, kurze Zeit später scheiterte Jakub Blaszczykowski nur knapp.

Weiter ging es im Takt: Der kurz zuvor eingewechselte Moritz Leitner scheiterte an FC-Torwart Michael Rensing (64.), zwei Minuten später machte es Kapitän Sebastian Kehl besser und schloss eine sehenswerte Kombination über Hummels und Blaszczykowski per Kopf ab.

Erst in der letzten Viertelstunde nahm sich die Borussia etwas zurück, Köln durfte fünf Minuten vor Spielende seine erste Ecke schießen. Sie brachte nichts ein. Als sei das alles noch nicht genug, verletzte sich auch noch Adil Chihi. Der Offensivspieler erlitt einen Kreuzbandriss im linken Knie und wird in den nächsten Tagen operiert. Die personell eh schon arg gebeutelten Kölner müssen damit wahrscheinlich den Rest der Saison auf den 23-Jährigen verzichten.

Ibisevic sichert Hoffenheim-Erfolg gegen Gladbach

Es war bisher nicht die Saison von Vedad Ibisevic. Im Sommer hatte der Hoffenheimer Stürmer vor einem Wechsel nach England gestanden, der sich aber auch wegen seines Muskelbündelrisses zerschlagen hatte. Diese Verletzung sorgte dann dafür, dass der Serbe erst am vergangenen Wochenende beim 0:2 in Stuttgart das erste Mal eingewechselt wurde.

Im Heimspiel gegen Gladbach durfte Ibisevic dann von Beginn an - und wurde mit seinem Treffer (56.) beim 1:0 (0:0)-Erfolg direkt zum Matchwinner. Hoffenheim liegt damit mit 16 Punkten auf Rang sechs, einen Punkt und einen Platz hinter der Borussia. "Es war eng, wir hätten ein 0:0 erreichen können, aber es war klar, dass wir hier nicht gewinnen konnten", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als würden die Gäste aus Gladbach etwas Zählbares mitnehmen können. Marco Reus hatte bereits nach drei Minuten die erste Chance, 60 Sekunden später verfehlte Juan Arango mit einem Versuch aus halblinker Position das Gehäuse der Hoffenheimer knapp. Die Gastgeber fanden dagegen nur schwer ins Spiel, erst nach 17 Minuten gelang Roberto Firmino der erste, sehr harmlose Torschuss.

In der Folgezeit deutete Torschütze Ibisevic mehrfach seine Gefährlichkeit an. Zunächst zielte er in der 20. Minute noch deutlich vorbei, zwei Minuten später scheiterte er mit einem Kopfball an Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen. In der 34. Minute kam es erneut zum Duell zwischen dem Bosnier und ter Stegen, wieder mit dem besseren Ende für den Gladbacher.

Im zweiten Durchgang war Gladbach die engagiertere Mannschaft, doch im Spiel in die Spitze fehlten Ideen und Durchschlagskraft. Hoffenheim verteidigte clever, Torwart Daniel Haas musste nur selten eingreifen. Der 28-Jährige hatte den an einer Gehirnerschütterung leidenden Tom Starke ersetzt.

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