02.11.2011
Fan-Krawalle
DFB fordert Pokal-Ausschluss für Dynamo Dresden
Fan-Randale in Dortmund: Dynamo Dresden droht jetzt die Maximalstrafe
Hamburg - Nach der Randale im Pokalspiel gegen Dortmund droht Dynamo Dresden eine empfindliche Strafe: Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußballbundes (DFB) will den Zweitligisten vollständig aus dem kommenden DFB-Pokal-Wettbewerb ausschließen. Der Kontrollausschuss des Verbands stellte diesen Antrag beim DFB-Sportgericht und informierte den Verein.
Auch Borussia Dortmund soll bestraft werden, dem Bundesligisten droht eine Geldbuße in Höhe von 10.000 Euro, da Dresdner Anhänger eine große Zahl an pyrotechnischen Mitteln ins Stadion mitführen konnten.
"Das hat uns überrascht, damit haben wir nicht gerechnet. Wir halten die Strafe für drakonisch, für absolut überzogen", sagte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz mit Blick auf den Strafantrag. Der Club wolle sich gegen das drohende Pokal-Aus in der kommenden Saison wehren und habe bereits seine Anwälte eingeschaltet, erklärte Oppitz.
Der Geschäftsführer rechnete vor, dass eine Spielzeit ohne DFB-Pokal den achtmaligen DDR-Meister auch finanziell hart treffen würde. "In dieser Saison haben wir grob gerechnet 1,5 Millionen Euro im Pokal eingenommen", sagte Oppitz. Auf ähnliche Einnahmen sei der Verein auch im nächsten Jahr angewiesen.
In den Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 war Dresden vom DFB jeweils sechsmal wegen Verfehlungen seiner Fans zu Geldstrafen verurteilt worden, in der aktuellen Saison bereits zweimal. Schon nach den schwerwiegenden Vorkommnissen beim Relegationsspiel in Osnabrück am 24. Mai 2011 hatte der DFB härtere Sanktionen im Falle erneuter gravierender Fehlverhalten von Dresdner Zuschauern angedroht.
Die Pokal-Zweitrundenpartie in Dortmund am vergangenen Dienstag war wegen Randale der Dresdner Fans verspätet angepfiffen worden und stand mehrfach kurz vor dem Abbruch. Borussia Dortmund und Dynamo Dresden haben bis Anfang kommender Woche Zeit, sich zu den Strafanträgen des Kontrollausschusses zu erklären. Danach wird das DFB-Sportgericht entscheiden.
Dynamo Dresden hatte sich bereits in der Vorwoche selbst bestraft und entschieden, beim Liga-Auswärtsspiel beim FC St. Pauli auf die Unterstützung eigener Fans komplett zu verzichten. Das Dresdner Kartenkontingent wurde den Hamburger Gastgebern überlassen.
aha/sid/dapd