14.11.2011
Testspiel gegen die Niederlande
Löw plant mit Klose und Gomez in der Startelf
Fußball-Bundestrainer Löw: "Ergebnis nicht das Allerwichtigste"
Hamburg - Gegen den Erzrivalen Niederlande gibt es den Systemwechsel. Bundestrainer Joachim Löw nimmt für das letzte Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in diesem Jahr taktische und personelle Veränderungen vor. Bei der Partie am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Hamburg wird die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Gegensatz zum Spiel in der Ukraine mit einem Zweier-Sturm und einer Viererkette in der Abwehr spielen.
"Wir wollen taktisch unsere offensiven Möglichkeiten ins Spiel bringen", sagte Löw vor seinem 75. Spiel als Bundestrainer. Im Angriff plant er mit Mario Gomez und Miroslav Klose, sofern dieser sein Okay gibt. Der Italien-Legionär von Lazio Rom hat seine Knieverletzung überwunden und ist einsatzfähig. Löw wollte aber das Abschlusstraining abwarten, bevor er die endgültige Entscheidung fällt.
Ins deutsche Tor wird definitiv Manuel Neuer vom FC Bayern zurückkehren und Ron-Robert Zieler ersetzen. Der Keeper von Hannover 96 hatte gegen die Ukraine sein Debüt im DFB-Trikot gegeben. Vor Neuer wird Löw wieder eine Viererabwehrkette aufbieten. Kandidaten für die rechte Seite sind Benedikt Höwedes und Jérôme Boateng. In der Innenverteidigung kommen Per Mertesacker und Holger Badstuber zum Einsatz. Links verteidigt Dennis Aogo in der Arena seines Clubs Hamburger SV.
Niederlande hoffen gegen Deutschland auf Wiedergutmachung
Im offensiven Mittelfeld soll Mesut Özil beginnen. Ob der Regisseur von Real Madrid durchspielen wird, ließ Löw offen. "Ich werde auf einige Spieler Rücksicht nehmen und sie früher runter nehmen, wenn das Ergebnis es zulässt", so Löw, der jedoch betonte: "Wir wollen das Spiel gewinnen. Das Ergebnis ist aber nicht das Allerwichtigste."
Gegner Niederlande ist gegen Deutschland auf Wiedergutmachung bedacht. Beim 0:0 gegen die Schweiz am Freitag gab es in Amsterdam Pfiffe vom eigenen Publikum. "Das ist wieder typisch holländisch, das haben die Jungs nicht verdient", schimpfte Bondscoach Bert van Marwijk.
Etwas diplomatischer drückte es sein Kapitän aus. "Das Pfeifkonzert in Amsterdam zeigt, dass das Publikum von uns viel erwartet", sagte Mark van Bommel. "Freundschaftsspiele gibt es heute nicht mehr, erst recht nicht gegen Deutschland. Da spielen viele Emotionen mit. Wir werden auf niederländische Manier gegen Deutschland spielen", so der 34-Jährige, der eine offensive Ausrichtung seines Teams versprach.
Allerdings müssen die Niederländer möglicherweise auf Wesley Sneijder verzichten. Der Mittelfeldspieler von Inter Mailand brach am Montagabend das Abschlusstraining ab. "Er hat etwas an der Wade, wir wollen seine Reaktion morgen abwarten", sagte van Marwijk. Für den 27-Jährigen könnte der sechs Jahre jüngere Luuk de Jong vom FC Twente zum Einsatz kommen.
Die voraussichtlichen Aufstellungen
Deutschland: Neuer - Boateng (Höwedes), Mertesacker, Badstuber, Aogo - Khedira (Kroos) - Müller, Özil, Podolski - Gomez, Klose
Niederlande: Stekelenburg - van der Wiel, Heitinga, Mathijsen, Braafheid - van Bommel, Strootman - Kuijt, Sneijder (Luuk de Jong), Babel - Huntelaar
Schiedsrichter: Cakir (Türkei)
ham/sid/dpa/dapd