14.01.2012
Bremen vs. Alkmaar
Schiedsrichter pfiff mit falscher Identität
Bremer Arnautovic (r.): Kuriose Begleitumstände beim Testspiel gegen Alkmaar
Hamburg - Ein bulgarischer Schiedsrichter hat wahrscheinlich unter einem falschen Namen das Testspiel von Werder Bremen gegen den AZ Alkmaar gepfiffen. Beim 2:1-Sieg der Bremer am Mittwoch im türkischen Belek sollte Raitscho Raitschew die Partie leiten. Der befand sich laut bulgarischer Medien nachweislich aber nicht in der Türkei. Dafür sei ein Ex-Schiedsrichter namens Latschesar Ionow als Referee eingesprungen, allerdings ohne das Wissen aller Beteiligter.
"Wir haben den DFB über diese Gerüchte in Kenntnis gesetzt. Der Schiedsrichter war durch eine völlig überzogene Nachspielzeit von zehn Minuten auffällig geworden", erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. "Ich dachte, dass er das Spiel bis zum Frühstück weiterlaufen lassen wollte", hatte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach der Partie gesagt.
Da auf Testspiele Sportwetten abgeschlossen werden können, ist ein Manipulationsverdacht nicht auszuschließen. Nach Werder-Angaben war das Gespann über eine Agentur bestellt worden, die den AZ Alkmaar im Trainingslager betreute. Es handelte sich angeblich um Teilnehmer an einem Schiedsrichter-Trainingscamp.
Ionow gilt als Wiederholungstäter
Allerdings fiel in der Nachspielzeit kein Tor, Alkmaar war zunächst durch Rasmus Elm (40. Minute) in Führung gegangen, Werder hatte die Partie durch die Tore von Mehmet Ekici (45.) und Sebastian Prödl (49.) gedreht.
Der ehemalige Zweitliga-Schiedsrichter Ionow gilt als Wiederholungstäter. Der bulgarische Fußballverband hatte ihn im Vorjahr ausgeschlossen, weil er ohne Genehmigung Spiele in Venezuela und Argentinien gepfiffen hatte. "Zukünftig werden wir uns bei Testspielen im Rahmen von Trainingslagern die Pässe der Schiedsrichter zeigen lassen, um solche Situationen auszuschließen", kündigte Allofs an.
Vor einem Jahr hatte ein ungarisches Schiedsrichter-Trio ebenfalls in der Türkei unter falschen Vorzeichen ein Test-Länderspiel zwischen Bulgarien und Estland gepfiffen. Die Partie endete 2:2, alle vier Treffer wurden per Elfmeter erzielt. Das Spiel geriet unter Manipulationsverdacht, weil die Referees nicht auf der Liste des Fußball-Weltverbandes Fifa standen. Später gab Ray Perumal die Manipulation bei seinem Prozess in Finnland zu.
leh/dpa