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23.02.2012
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Krawalle in Dortmund

Dresden darf doch im DFB-Pokal starten

DPA

Dresdner Anhänger im Pokalspiel gegen Dortmund: "Geisterspiel" statt Ausschluss

Kehrtwende im Fall Dynamo Dresden: Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den Ausschluss des Zweitligisten aus dem DFB-Pokal aufgehoben. Stattdessen wurde der Club zu einem "Geisterspiel" und einer Geldstrafe verurteilt.

Hamburg - Dynamo Dresden darf nun doch in der kommenden Saison im DFB-Pokalwettbewerb spielen. Das DFB-Bundesgericht unter dem Vorsitz von Goetz Eilers erklärte nach einer mehr als siebenstündigen Sitzung in zweiter Instanz das Urteil des Sportgerichts für nichtig und verurteilte den Club zu einem "Geisterspiel" am 11. März gegen den FC Ingolstadt, zu einem Ausschluss der eigenen Fans beim Gastspiel bei Eintracht Frankfurt am 16. März sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro.

"Wir haben das Urteil angemessen abgeändert. Aber das ist eine letzte Warnung an den Verein Dynamo Dresden. Denn der DFB kann vor solchen Verhältnissen nicht kapitulieren", sagte Eilers bei der Urteilsbegründung in der Frankfurter DFB-Zentrale. Dynamo-Anwalt Schickhardt sprach von einem "sehr intensiven, sehr strengen" Urteil mit "großer Härte", zeigte aber auch Erleichterung und versprach: "Wir haben unsere Lektion gelernt."

Das DFB-Sportgericht hatte die Dresdner am 24. November nach den massiven Ausschreitungen im Zuge des Pokalspiels beim Deutschen Meister Borussia Dortmund am 25. Oktober (0:2) in erster Instanz noch von dem Wettbewerb in der Spielzeit 2012/2013 ausgeschlossen. Dadurch hätten Dynamo Einnahmeverluste in Höhe von mehr als einer Millionen Euro gedroht.

Rund um das brisante Pokalspiel hatten Dresdner Anhänger randaliert und dabei zwei Polizisten verletzt. 15 Personen wurden festgenommen. Derzeit laufen Verfahren gegen insgesamt 110 Randalierer, von denen 31 polizeibekannt und bereits identifiziert sind. Seit 2002 gab es insgesamt 28 Urteile gegen Dresdner Anhänger.

jar/dpa/sid

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insgesamt 27 Beiträge
1. Richtig und doch falsch...
stülpner_karl 23.02.2012
"Wir haben das Urteil angemessen abgeändert. Aber das ist eine letzte Warnung an den Verein Dynamo Dresden. Denn der DFB kann vor solchen Verhältnissen nicht kapitulieren" Aus Sicht von Dynamo stellt das sicher eine [...]
"Wir haben das Urteil angemessen abgeändert. Aber das ist eine letzte Warnung an den Verein Dynamo Dresden. Denn der DFB kann vor solchen Verhältnissen nicht kapitulieren" Aus Sicht von Dynamo stellt das sicher eine Verbesserung dar, da überhart weniger schlimm ist als ein drakonisches Exempel. Trotzdem bleibt das Urteil bodenlos, das ein Verein für Vorfälle bestraft wird, auf die er praktisch keinen Einfluss hat. Das komplette Fehlverhalten aller Verantwortlichen in Dortmund bleibt weiterhin unter dem Teppich. Wenn der DFB vor solchen Verhältnissen nicht kapitulieren will, dann soll er mal seinen eigenen Stall ausmisten und den Klubs echte Unterstützung anbieten anstatt sich über solche Lachnummern aus der Verantwortung zu stehlen.
2. unlogisch
fbaf 23.02.2012
Vorfälle im Pokal, Bestrafung in der BL. Bekommt ein Spieler im Pokal eine rote Karte darf er in der BL weiterhin spielen. Außerdem wird ein DK Besitzer, der vielleicht gar nicht in Dortmund war, unbeteiligt bestraft. [...]
Vorfälle im Pokal, Bestrafung in der BL. Bekommt ein Spieler im Pokal eine rote Karte darf er in der BL weiterhin spielen. Außerdem wird ein DK Besitzer, der vielleicht gar nicht in Dortmund war, unbeteiligt bestraft. Unlogisch.
3.
RugbyLeaguer 23.02.2012
Das war ja wieder mal sowas von klar! An der in Deutschland absoluten heiligen Kuh, wird nicht gerüttelt! Bestrafung.. so ein Witz. 100.000 Euro Geldstrafe. Ja ich weis... jetzt geht das gejammere los "das trifft den [...]
Das war ja wieder mal sowas von klar! An der in Deutschland absoluten heiligen Kuh, wird nicht gerüttelt! Bestrafung.. so ein Witz. 100.000 Euro Geldstrafe. Ja ich weis... jetzt geht das gejammere los "das trifft den Verein hart, der hat kein Geld" Und ein Geisterspiel gegen Ingoldstadt. Wusste gar nicht das die eine Mannschaft haben, kannte die Stadt bisher nur in Zusammenhang mit Autos. Wären wohl eh kaum Menschen zum Spiel gekommen. Da dachten wohl die schlauen Herrn vom DFB lieber ein ganz leeres Stadion als ein Halbleeres. Ist ja schlecht für`s Image so ein halbleeres Stadion... Wenn ich mehrere Male unangenehm aufgefallen bin, kann ich irgendwann vor Gericht nicht mehr mit einer Geldstrafe rechnen. Nur bei der in D, heiligen Sportart, drückt man sämtliche Hühneraugen zu, lasst das wievielte Mal "gnade vor Recht" ergehen. Solange bis der erste Mensch bei solchen Ausschreitungen um kommt. Dann bin mal auf die Strafe gefaßt.... Die kann dann nur lauten: "Sofortiger Ausschluß aus dem Spielbetrieb des DFB!"
4.
lofi 23.02.2012
Sicher kann man mir vorwerfen, dass ich nicht neutral bin, aber die Strafe ist immer noch zu hoch. Angemessen wäre gewesen: Geldstrafe von 125 000 EURO (soviel gibt es in Pokalrunde 1) und keine Auswärtsfans in Runde 1. Als [...]
Sicher kann man mir vorwerfen, dass ich nicht neutral bin, aber die Strafe ist immer noch zu hoch. Angemessen wäre gewesen: Geldstrafe von 125 000 EURO (soviel gibt es in Pokalrunde 1) und keine Auswärtsfans in Runde 1. Als Zweitligist müssen wir eh zu einem Amateur und verlieren sicher 0:3 in Kiel oder Heidenheim. Wäre dann fast wie keinen Pokal gespielt. Erst ab Runde 3 amortisiert sich das ganze mit der neuen Strafe. Warum ich nun als DK-Besitzer in 14 Tagen nicht ins Stadion kann, erschließt sich mir nicht. Ebensowenig die Sperre der Auswärtsfans für FFM. Wieder 2 Spiele ohne Atmosphäre mehr. Die Ingolstädter wird es wenig stören, die brauchen ihren Auswärtsfanbus (vermutlich ein 8-Sitzer) nicht zu starten. Und was heißt eigentlich schon wieder, es war die letzte Warnung?? Müssen wir uns nach dem nächsten "Vergehen" der Gambrinus-Liga in Tschechien anschließen??
5. .
Andr.e 23.02.2012
Lach, wenn ich nicht wüsste, dass Sie sich für Fußball weniger interessieren hätt ich mich jetzt gewundert. Ich bin mir fast sicher, dass das Stadion auch gegen Ingolstadt voll gewesen wäre. In Dresden gibt es einige Pfosten, [...]
Zitat von RugbyLeaguerUnd ein Geisterspiel gegen Ingoldstadt. Wusste gar nicht das die eine Mannschaft haben, kannte die Stadt bisher nur in Zusammenhang mit Autos. Wären wohl eh kaum Menschen zum Spiel gekommen. Da dachten wohl die schlauen Herrn vom DFB lieber ein ganz leeres Stadion als ein Halbleeres. Ist ja schlecht für`s Image so ein halbleeres Stadion...
Lach, wenn ich nicht wüsste, dass Sie sich für Fußball weniger interessieren hätt ich mich jetzt gewundert. Ich bin mir fast sicher, dass das Stadion auch gegen Ingolstadt voll gewesen wäre. In Dresden gibt es einige Pfosten, die in ihrer Dummheit nicht wissen wohin. Aber es gibt auch ne ganze Menge tolle Fans, die ihre Mannschaft wunderbar unterstützen. Das sollte man bei allem Bashing nicht vergessen.

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