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25.02.2012
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Fußball-Bundesliga

Hertha verliert mit Rehhagel, Bayer bezwingt Köln

Von und Nils Lehnebach
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DPA

Comeback misslungen: Hertha BSC hat mit seinem neuen Trainer Otto Rehhagel in Augsburg verloren - und rutschte auf den Relegationsplatz ab. Leverkusen siegte im Rhein-Derby gegen Köln. Mainz bezwang Kaiserslautern, Wolfsburg unterlag Hoffenheim. Stuttgart gewann gegen Freiburg.

Hamburg - Jetzt ist er tatsächlich wieder da: Als die Hertha am Samstagnachmittag beim FC Augsburg antrat, waren alle Blicke nur auf den neuen Berliner Coach Otto Rehhagel gerichtet. Der 73-jährige Trainer-Routinier ließ das rege Medieninteresse lächelnd über sich ergehen. Nach der Partie hatte Rehhagel dann nichts mehr zu lachen: Die Hertha unterlag im Abstiegsduell gegen den FCA 0:3 (0:0) und rutschte auf den Relegationsplatz.

"Wir haben versucht, die Dinge spielerisch zu lösen. Aber die Augsburger haben gefightet", sagte Rehhagel nach dem Spiel und mahnte zur Geduld: "Unsere Mannschaft hat seit Dezember kein Spiel mehr gewonnen, da ist es klar, dass sie nicht spielen kann wie der FC Barcelona."

In den weiteren Partien gewann Stuttgart 4:1 (2:1) gegen Freiburg, Kaiserslautern ging 0:4 (0:3) in Mainz unter. Wolfsburg verlor 1:2 (0:1) gegen Hoffenheim. Leverkusen entschied das Rhein-Derby gegen Köln 2:0 (1:0) für sich.

In Augsburg kam der meistbeachtete Mann mit schwarzem Anzug und weinroter Krawatte an - und grinste geduldig in die Kameras. Otto Rehhagel, später in einem klassischen Trainingsanzug, hatte die abstiegsbedrohten Berliner im Gegensatz zur 0:1-Niederlage gegen Dortmund am vergangenen Wochenende lediglich auf einer Position verändert: Pierre-Michel Lasogga lief für Nikita Rukavytsya von Beginn an auf.

Hertha mehr als 300 Minuten ohne Bundesliga-Tor

Hertha wäre dann auch um ein Haar früh in Führung gegangen, doch Augsburgs Paul Verhaegh konnte den Schuss von Raffael auf der Linie klären (10.). Der Stürmer konnte nicht verhindern, dass Hertha die Marke von 300 torlosen Bundesliga-Minuten knackte.

Nach Raffaels Chance wurde Augsburg stärker - und Rehhagels Fingernägel aufgrund der Aufregung kürzer. Der neue Hertha-Coach musste früh an den Seitenrand eilen, um sein Team zu steuern. Es gab aber auch einiges zu korrigieren: Zunächst durfte sich Augsburgs Ja-Cheol Koo mit einem Fernschuss versuchen (25.), und nur eine Minute später ließ die Berliner Innenverteidigung Torsten Oehrl völlg frei zum Kopfball kommen.

Es ließ sich nicht leugnen: Auch mit Rehhagel an der Seite war es purer Abstiegskampf, der in Augsburg geboten wurde, spielerische Höhepunkte blieben aus. In der 61. Minute war dem neuen Trainer die gute Laune endgültig vergangen: Mit versteinerter Miene musste er mitansehen, wie Oehrl innerhalb von nur 120 Sekunden gleich zweimal traf. Zunächst konnte der Angreifer eine Ablage von Koo verwerten, dann traf er nach einem Solo vom Strafraumrand ins linke Eck (63.).

Von diesem Doppelschlag erholten sich die Berliner nicht mehr, mehr noch: In der Nachspielzeit erzielte Marcel Ndjeng noch das 3:0. Das Comeback von Rehhagel misslang, die Hertha ist nun seit zwölf Bundesliga-Spieltagen ohne Sieg. Und am kommenden Samstag geht es ausgerechnet gegen Werder Bremen (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Mit dem Club feierte Rehhagel zwei Meistertitel.

Podolski gegen Leverkusen überraschend in der Startelf

Im Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen waren die Blicke vor der Partie auf den wieder genesenen Nationalspieler Lukas Podolski gerichtet. Der Angreifer, der ursprünglich fünf Wochen ausfallen sollte, hatte unter der Woche einen Kurzeinsatz in Aussicht gestellt, am Samstag stand er dann gar in der Startformation.

Und Podolski, der Bayer im Hinspiel fast im Alleingang erledigt hatte, meldete sich gleich mit einer Großchance für Köln zurück: In der sechsten Minute behauptete sich der Stürmer gegen Daniel Schwaab und setzte den Ball aus spitzem Winkel knapp über das Bayer-Tor.

Der erste Treffer fiel allerdings auf der anderen Seite: Nach einer Ecke köpfte Bayers Stefan Reinartz zunächst gegen den Pfosten, im Nachsetzen brachte Lars Bender den Ball dann doch noch über die Linie (16.). Die Kölner spielten trotz des Rückstands im eigenen Stadion auf Konter, allerdings mit geringem Erfolg. Renato Augusto verpasste nach knapp 30 Minuten den zweiten Leverkusener Treffer.

Aufregung gab es dann in der 32. Minute: Nach einem langen Pass auf Podolski klärte Bayer-Torhüter Bernd Leno vor dem Angreifer, rammte diesen jedoch auch zu Boden - eine knifflige Szene. Schiedsrichter Felix Brych ließ das Spiel weiterlaufen.

Nach dem Wechsel trat Köln zunächst offensiver auf und hatte auch durch Chong Tese (46.) und Podolski (47.) nennenswerte Offensivaktionen. Doch wie in der ersten Hälfte waren es wieder die Leverkusener, die trafen - erneut durch Bender. Nach einem klugen Pass von Renato Augusto brauchte der Mittelfeldspieler den Ball nur noch an Michael Rensing vorbei ins Tor schieben (50.).

Nach dem 2:0 versuchten es beide Teams vornehmlich mit Fernschüssen. Doch Podolski (60.), Sascha Riether (68.) und Tese (71.) auf Kölner und Reinartz (64.) und Renato Augusto (68.) auf Leverkusener Seite trafen nicht. Auch Kießling traf mit seinem Kopfball nur die Latte (76.). Köln konnte nicht mehr zurückkommen.

Forum

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insgesamt 6 Beiträge
1. Super FCA!
Criticz 25.02.2012
Klasse FC Augsburg ! Ganz wichtiger Sieg im Abstiegskampf....das könnte was werden mit Klassenerhalt, das wäre riiiiiiiiesig!
Klasse FC Augsburg ! Ganz wichtiger Sieg im Abstiegskampf....das könnte was werden mit Klassenerhalt, das wäre riiiiiiiiesig!
2. Attack, Attack – Go!
janeinistrichtig 25.02.2012
...und zwar nach hinten los. Immerhin hat es am nächsten Spieltag für die Hertha Werder als Gegner. Wenn es einen Intimus ob deren Spielweise hat, dann doch wohl den Otto. Immerhin: Gladbach hat in Augsburg auch schon verloren. [...]
...und zwar nach hinten los. Immerhin hat es am nächsten Spieltag für die Hertha Werder als Gegner. Wenn es einen Intimus ob deren Spielweise hat, dann doch wohl den Otto. Immerhin: Gladbach hat in Augsburg auch schon verloren. Hertha muss Erstligist bleiben!
3. Nanu? Hertha - die Dauerwurst schleicht mit einem 0:3 nach die Heeme
Roßtäuscher 25.02.2012
Was ist denn in die Augsburger gefahren. Wenn sie weiter so vertrackt spielen bleiben sie auch noch in der Bundesliga. Warum nicht, zu wünschen wäre es ihnen auf jeden Fall. Sollen die Gutsherren aus Preußens Gloriae gleich [...]
Zitat von sysopComeback misslungen: Hertha BSC hat mit seinem neuen Trainer Otto Rehhagel in Augsburg verloren - und rutschte auf den Relegationsplatz ab. Leverkusen siegte im Rheinderby gegen Köln. Mainz bezwang Kaiserslautern, Wolfsburg unterlag Hoffenheim, Stuttgart gewann gegen Freiburg. Fußball-Bundesliga: Hertha verliert mit Rehhagel, Bayer bezwingt Köln - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,817543,00.html)
Was ist denn in die Augsburger gefahren. Wenn sie weiter so vertrackt spielen bleiben sie auch noch in der Bundesliga. Warum nicht, zu wünschen wäre es ihnen auf jeden Fall. Sollen die Gutsherren aus Preußens Gloriae gleich wieder absteigen. Vielleicht lässt Babbel sich wieder breitschlagen für einen neuen Aufstieg!
4.
hans_uwe2@yahoo.de 25.02.2012
ach quatsch, ich möchte nächstes jahr mit 20.000 anderen bekloppten aus dresden ins berliner olympiastadion einreiten! das wäre wieder ein der spiele der spiele. sei es nun im pokalfinal oder nur gegen hertha. :) aber wenn [...]
Zitat von janeinistrichtigHertha muss Erstligist bleiben!
ach quatsch, ich möchte nächstes jahr mit 20.000 anderen bekloppten aus dresden ins berliner olympiastadion einreiten! das wäre wieder ein der spiele der spiele. sei es nun im pokalfinal oder nur gegen hertha. :) aber wenn augsburg drin bleiben würde, wäre das schon eine sensation! daumen hoch dafür.
5. Was weiss der Geyer, machet Otto
janeinistrichtig 25.02.2012
Ich möchte die Hertha in der 1. Liga, von wegen Hauptstadtklub. "Eisern Union" gefällt mir aus zwei Gründen nicht: 1.: Der übliche Font für deren Bezeichnung, zu lesen auf Transparenten etc. z.B. im Stadion. 2.: Die [...]
Zitat von hans_uwe2@yahoo.deach quatsch, ich möchte nächstes jahr mit 20.000 anderen bekloppten aus dresden ...
Ich möchte die Hertha in der 1. Liga, von wegen Hauptstadtklub. "Eisern Union" gefällt mir aus zwei Gründen nicht: 1.: Der übliche Font für deren Bezeichnung, zu lesen auf Transparenten etc. z.B. im Stadion. 2.: Die blöden...öh... - also der Verein (mithin die Spieler damals) hat mal Gladbach im DFB-Pokal rausgekickt. Der gemeine Dresdner, so fairer wie friedlicher Fan seiend, soll mit allem fussballerischen Glück ob des Vereins beseelt sein. Oops...die Menschheit auch und so. Peace!

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