15.03.2012
Europa League
Hannover zieht souverän ins Viertelfinale ein
Hamburg - Mit einer Gala-Vorstellung hat Hannover 96 seine Erfolgsserie fortgesetzt und steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale der Europa League. Der Bundesligist qualifizierte sich durch ein 4:0 (2:0) gegen Standard Lüttich für die Runde der besten Acht. Nach dem 2:2 im Hinspiel feierte die Elf von Trainer Mirko Slomka ihren bislang größten internationalen Erfolg.
Vor 43.000 Zuschauern in der ausverkauften Hannoveraner Arena erzielten Mohammed Abdellaoue (4. Minute), Lüttichs Kanu (21./73.) zweimal per Eigentor und Sergio Pinto in der Nachspielzeit (90.+3) die Treffer. Serge Gakpe sah bei den Gästen Gelb-Rot (58.). "Am Ende war es vielleicht ein bisschen zu hoch, aber absolut verdient", sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke. Er lobte die "fantastischen Zuschauer" und, dass die "Mannschaft das ganz ruhig durchgespielt hat".
Die Viertelfinals werden am Freitag (13 Uhr) in Nyon ausgelost und finden am 29. März und 5. April statt. Schauplatz des Endspiels ist das rumänische Nationalstadion in Bukarest am 9. Mai.
Nach einer Schweigeminute für die Opfer des Busunglücks in der Schweiz bestimmten die Hannoveraner vom Anpfiff an das Geschehen. Angetrieben von den euphorischen Fans setzten die Gastgeber den Gegner aus Belgien auch ohne den verletzten Torjäger Mame Diouf früh unter Druck. Eine Hereingabe des wieder genesenen Spielmachers Jan Schlaudraff klatschte Lüttich-Schlussmann Sinan Bolat nach vorne ab. Abdellaoue nutzte den Fehler aus. Auch beim 2:0 sah die Hintermannschaft der Gäste nicht gut aus. Sergio Pinto trat den Ball in die Mitte, wo Kanu mit dem Schienbein ins eigene Tor traf.
Zwei Schrecksekunden in der ersten Hälfte
Hannover wirkte trotz der 0:3-Pleite im Bundesliga-Nordderby gegen Bremen selbstbewusst. Wie schon im Hinspiel zeigte sich die Defensive der Gäste anfällig, obwohl Lüttich in der Gruppenphase mit nur einem Gegentreffer in sechs Partien das abwehrstärkste Team stellte.
Auch offensiv gelang den Gästen nicht viel. Allerdings musste Hannover in der ersten Hälfte zwei Schrecksekunden überstehen. Lüttich-Kapitän Jelle van Damme traf nach einem Patzer von 96-Torwart Ron-Robert Zieler per Kopf den Pfosten, beim Abpraller kam Kanu ins Straucheln und nicht an den Ball (22.). Kurz vor dem Wechsel zielte Gohi Bi Cyriac aus der Drehung etwas zu hoch.
Nach der Pause ließen die Hannoveraner in ihrem Offensiv-Engagement zunächst etwas nach. Die Belgier kamen zu einer gefährlichen Chance, als Zieler per Faustabwehr gegen Cyriak (56.) klären musste. Durch den Platzverweis für Gakpe schwächte sich Lüttich aber selbst. 17 Minuten vor Schluss wurde Kanu dann zum zweiten Mal angeschossen. In der Nachspielzeit krönte der starke Pinto seine Leistung mit dem 4:0.
Hannover 96 - Standard Lüttich 4:0 (2:0)
1:0 Abdellaoue (4.)
2:0 Kanu (21., Eigentor)
3:0 Kanu (73., Eigentor)
4:0 Pinto (90.+3)
Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch - Schmiedebach (85. Lala), Pinto - Stindl, Pander (46. Christian Schulz) - Abdellaoue (70. Ya Konan), Schlaudraff
Standard Lüttich: Bolat - Ciman (24. Opare), Kanu, Felipe, Pocognoli - Vainqueur, Buyens - van Damme (71. Seijas), Gakpe - Tchite, Cyriac (82. Batshuayi)
Schiedsrichter: Pavel Kralovec (Tschechien)
Zuschauer: 43.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Gakpe wegen wiederholten Foulspiels (58.)
Gelbe Karten: Haggui (2), Christian Schulz - Opare, van Damme (4)
jar/dpa

