20.03.2012
DFB-Pokal
Gündogan schießt Dortmund in letzter Sekunde ins Finale
Von Maximilian RauHamburg - Alles war schon bereitet für ein Elfmeterschießen. Fürths Trainer Mike Büskens hatte bereits Ersatztorhüter und Elfmeterspezialist Jasmin Fejzic eingewechselt. Doch mit der letzten Aktion des Spiels machte Ilkay Gündogan die Hoffnungen der Gastgeber zunichte. Der eingewechselte Mittelfeldspieler schoss aus rund 16 Metern an den linken Pfosten, von dort prallte der Ball an den Rücken von Fejzic und dann ins Tor.
Dank des Treffers hat Borussia Dortmund zum fünften Mal in der Clubgeschichte das Endspiel des DFB-Pokals erreicht. Im Halbfinale in Fürth setzte sich der BVB 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung durch. "Fürth hat sich zwei Minuten zu früh aufs Elfmeterschießen eingestellt", sagte Borussia-Trainer Jürgen Klopp: "Das ist eine tolle Mannschaft, aber es kann nur einer weiterkommen. Und ich denke das haben wir auch verdient."
Dortmunds Finalgegner am 12. Mai im Berliner Olympiastadion wird am Mittwoch zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München ermittelt (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).
Ein "gefühlter" Erstligist sei Fürth, hatte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der Partie gesagt. Und von Beginn an bestätigten ihn die Gastgeber. Die Spielvereinigung hielt gut mit, trat engagiert auf und versuchte früh, den BVB unter Druck zu setzen. Die Dortmunder waren etwas defensiver eingestellt, strahlten jedoch im Gegensatz zu Fürth Torgefahr aus.
Dortmund vergibt gute Chancen
Die erste gute Chance des Spiels hatte die Borussia: Kevin Großkreutz spielte Robert Lewandowski im Strafraum an, doch der Schuss des Stürmers wurde in letzter Sekunde zur Ecke abgeblockt (17.).
Auf die nächste hochkarätige Möglichkeit mussten die 15.500 Zuschauer in der ausverkauften Fürther Arena eine knappe Viertelstunde warten. Doch Dortmunds Shinji Kagawa köpfte aus knapp drei Metern freistehend über das Tor. Wieder hatte Großkreutz die Chance vorbereitet. Dortmund wurde nun stärker: Lewandowski hatte nach einer Hereingabe von Kagawa den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch der 23-Jährige zögerte zu lange, die Fürther Verteidiger konnten klären (36.).
Nach der Pause bestimmte der Bundesliga-Tabellenführer die Partie, brauchte aber lange, um Gefahr zu erzeugen. In der 56. Minute bewahrte Fürths Keeper Max Grün sein Team mit einer starken Parade vor dem Rückstand. Lewandowski hatte sich stark auf der rechten Seite durchgesetzt und in die Mitte zu Großkreutz geflankt. Den Kopfball des Nationalspielers parierte Grün aber glänzend. Zwei Minuten später schoss Kagawa nur wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.
Die Druckphase der Dortmunder war jedoch nur kurz, Fürth fand wieder besser in die Partie. Und kam zu einer weiteren Möglichkeit: Nach einer Flanke von Heinrich Schmidtgal köpfte Olivier Occean aus sieben Metern über das Tor von Roman Weidenfeller (60.).
Fürth bereitet sich schon auf das Elfmeterschießen vor
In der 73. Minute schoss Großkreutz aus rund 16 Metern knapp über das Tor. Der 23-Jährige profitierte von einer misslungenen Kopfballabwehr von Innenverteidiger Thomas Kleine, der den Ball genau vor Großkreutz' Füße gelenkt hatte.
In der Schlussphase der regulären Spielzeit drängten beide Teams noch einmal auf den Siegtreffer, Occean vergab die beste Chance mit einem Kopfball aus rund neun Metern (78.). So ging es in die Verlängerung.
Dort sorgte Schmidtgal mit einer Freistoßflanke von der rechten Seite zunächst für große Gefahr: Occean und Mergim Mavraj verpassten den Ball nur knapp (96.). Während Fürth weiter flott nach vorne spielte, enttäuschten die Dortmunder in der Verlängerung. Bis zur Schlussminute konnte sich die Borussia keine ernstzunehmende Chance erarbeiteten. Dann versuchte es der BVB doch noch einmal - mit Erfolg. "Natürlich ist es bitter", sagte Fürth-Coach Büskens: "Wir können sicher stolz auf uns sein."
Nach dem Treffer lief Großkreutz auf Fürths Gerald Asamoah zu. Der Dortmunder und der Ex-Schalke-Profi lieferten sich daraufhin ein Wortgefecht. "Ich habe nur gefeiert", sagte Großkreutz zu der Szene, "das ist so unter Fußballern, damit muss er leben, dann darf er keine Sprüche geben." Asamoah wollte sich nicht äußern: "So jemand ist das gar nicht wert."
Greuther Fürth - Borussia Dortmund 0:1 (0:0, 0:0)
0:1 Gündogan (120.)
Fürth: Grün (118. Fejzic) - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Sararer, Fürstner, Prib, Klaus (85. Asamoah) - Occean, Nöthe (69. Zillner)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - S. Bender (82. Gündogan), Kehl - Blaszczykowski, Kagawa (70. Barrios), Großkreutz - Lewandowski (106. Perisic)
Schiedsrichter: Meyer
Zuschauer: 15.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Nehrig, Schmidtgal (2), Prib (2), Occean (2) - Lewandowski, Subotic (2), Barrios