16.04.2012
2. Fußball-Bundesliga
Dresden schießt Fürth in die Bundesliga
Dresdner Profi Koch (vorne): Sieg gegen Düsseldorf
Hamburg - Der Spielvereinigung Greuther Fürth ist der erste Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte nicht mehr zu nehmen. Durch den 2:1 (1:1)-Sieg von Dynamo Dresden vor eigenem Publikum über Fortuna Düsseldorf kann die Spielvereinigung nur noch theoretisch von einem der beiden direkten Aufstiegsplätze verdrängt werden.
Vor den letzten drei Zweitligaspielen hat Tabellenführer Greuther Fürth neun Punkte Vorsprung vor dem Dritten SC Paderborn und ein um 31 Treffer besseres Torverhältnis. Das Düsseldorfer Gastspiel in Dresden verfolgte die Fürther Mannschaft gemeinsam im VIP-Raum des eigenen Stadions und feierte den so gut wie geschafften Aufstieg.
"Die Jungs sollen es krachen lassen", sagte Trainer Mike Büskens, der die Düsseldorfer Niederlage als Zuschauer in Dresden verfolgt hatte. "Wir sind überglücklich. Ich war ja schon früh ein Optimist. Es gab in Fürth noch Leute, die haben mir nach dem letzten Spiel eine Wette angeboten, dass wir es wieder nicht schaffen", so Büskens.
"Ein Traum ist wahr geworden"
Der 44 Jahre alte Büskens, der Ende 2009 als Trainer nach Fürth gekommen war, befreite den Club von dem Makel, als "unaufsteigbar" zu gelten. Seit 2001 war Fürth in der zweiten Liga Liga siebenmal Fünfter und einmal Vierter geworden. "Ein Traum ist wahr geworden. Wir sind absolut stolz, dass wir es geschafft haben", sagte Fürths Manager Rachid Azzouzi.
Die Düsseldorfer müssen hingegen um den Relegationsplatz bangen: Fortuna bleibt mit 57 Punkten hinter dem SC Paderborn (58) Vierter. Zlatko Dedic (7.) und Mickael Poté (70.) trafen für Dynamo, Thomas Bröker egalisierte zwischenzeitlich(44.).
Vor 26.367 Zuschauern war Dresden von Beginn an die engagiertere Mannschaft und kam mit der ersten Torchance zur Führung. Beim Doppelpass-Versuch zwischen Dedic und Robert Koch behinderten sich die Düsseldorfer Abwehrspieler Assani Lukimiya und Christian Weber gegenseitig, die Bochumer Leihgabe Dedic schob mühelos zu seinem zwölften Saisontor ein. Der slowenische Nationalspieler und sein Sturmpartner Poté stellten die Hintermannschaft der Gäste in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal vor größere Probleme.
An der alten Wirkungsstätte von Düsseldorfs Coach Norbert Meier, der Dynamo von 2006 bis 2007 trainiert hat, fand die Fortuna vor der Pause kaum zu ihrem Spiel. Die in der Hinrunde überragenden Angreifer Maximilian Beister und Sascha Rösler wirkten überspielt. Etwas überraschend fiel der Ausgleich durch Bröker, der Dynamo-Keeper Benjamin Kirsten mit einem Schuss vom Strafraumeck keine Chance ließ.
Nach der Pause war Düsseldorf zunächst dem Führungstreffer näher, ein Distanzschuss von Christian Weber strich nur knapp am Toreck vorbei (57.). Auf der Gegenseite gelang Fortunas Keeper Robert Almer eine Glanzparade bei einem Volleyschuss von Koch (62.). Acht Minuten später war Österreichs Nationaltorhüter machtlos: Nach einem Lattenkopfball von Koch drückte Poté den Abpraller aus kurzer Distanz über die Linie. In der 83. Spielminute traf Düsseldorfs Lukimya nur die Latte.
Dynamo Dresden - Fortuna Düsseldorf 2:1 (1:1)
1:0 Dedic (7.)
1:1 Bröker (44.)
2:1 Pote (70.)
Dresden: Kirsten - Cheikh Gueye, Bregerie, Savic, Subasic - Solga, Papadopoulos (76. Fiel) - Koch, Trojan (86. Schuppan) - Pote, Dedic (88. Jungwirth)
Düsseldorf: Almer - Weber (75. Furuholm), Lukimya-Mulongoti, Juanan, Levels - Lambertz, Oliver Fink - Beister (79. Dum), Bröker - Ranisav Jovanovic, Rösler (68. Ilsö)
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 26.367
Gelbe Karten: Bregerie (7), Koch (7), Trojan (6) - Weber (2), Lambertz (11), Beister (7)
jar/sid/dpa