23.04.2012
Sieg in Aachen
Idrissou schießt Frankfurt in die erste Liga
Hamburg - Dank Doppeltorschütze Mohamadou Idrissou hat Eintracht Frankfurt 345 Tage nach dem Abstieg die sofortige Rückkehr in die erste Liga perfekt gemacht. Das Team von Trainer Armin Veh siegte zum Abschluss des 32. Spieltages beim Tabellenletzten Alemannia Aachen 3:0 (1:0) und ist nach der SpVgg Greuther Fürth der zweite direkte Aufsteiger. Bei noch zwei ausstehenden Spielen und acht Zählern Vorsprung auf den drittplatzierten Fortuna Düsseldorf kann die Eintracht nicht mehr abgefangen werden.
Wenige Sekunden, nachdem der Sieg perfekt war, gelang es Fans des neuen Zweitliga-Tabellenführers auf den Rasen im Tivoli zu kommen. Dort feierten sie allerdings friedlich. "Wir sind total erleichtert. Wir mussten auch Rückschläge verkraften, haben aber unter dem Strich eine große Leistung geboten", sagte Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen. Anschließend flüchtete er angesichts der heranstürmenden Fans, die von der Polizei in Schach gehalten werden konnten, in die Katakomben: "Das ist leider nicht so schön", so Bruchhagen. Die Mannschaft feierte mit den Anhängern.
"Wir sind überglücklich, dass wir es geschafft haben. Das ist einfach geil", sagte Trainer Veh. Seinen weiteren Verbleib in Frankfurt wollte der Coach aber auch in der Stunde des Erfolges nicht bestätigen. "Meine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte er. Veh kündigte zeitnahe Gespräche, aber in aller Ruhe an.
"Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Wir mussten immer hart arbeiten, das haben wir getan und uns heute dafür belohnt", freute sich Mittelfeldspieler Alexander Meier. Eintracht-Ikone Oka Nikolov sagte: "Es ist ein tolles Gefühl, wir sind überglücklich."
Idrissou trifft kurz vor und kurz nach der Pause
Vor knapp 28.000 Zuschauern besiegelte Idrissou mit seinen Saisontreffern 13 und 14 (45., 48. Minute) nach 1998, 2003 und 2005 den vierten Aufstieg der Frankfurter Vereinsgeschichte. Seyi Olajengbesi (72.) sorgte per Eigentor für den dritten Treffer der Eintracht, die sich damit auch an die Tabellensptze setzte. Aachen hingegen hat bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt.
Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte Frankfurt durch einen Volleyschuss von Alexander Meier (25.). David Odonkor konnte Zentimeter vor der Linie aber für den schon geschlagenen Alemannia-Keeper Boy Waterman klären. Danach fand der Favorit besser ins Spiel und erzielte durch Idrissou die schmeichelhafte Führung. Waterman hatte einen Eckball von Benjamin Köhler nicht festhalten können, Idrissou musste nur noch einschieben.
Die zweite Halbzeit hatte gerade begonnen, als Idrissou die knapp 5000 mitgereisten Eintracht-Fans erneut jubeln ließ. Seine sehenswerte Einzelleistung vollendete er mit einem Schuss in den Winkel, Waterman war chancenlos. Frankfurt spielte in der Folge deutlich stärker als zu Beginn und glänzte auch spielerisch. Mit schönen Kombinationen erspielten sich das Team gute Chancen, aber Meier (57.) und Benjamin Köhler (58.) vergaben.
Alemannia Aachen - Eintracht Frankfurt 0:3 (0:0)
0:1 Idrissou (45.)
0:2 Idrissou (48.)
0:3 Olajengbesi (72., Eigentor)
Aachen: Waterman - Falkenberg, Olajengbesi, Feisthammel, Achenbach - Demai - Streit (77. Marquet) - Odonkor, Hadouir (54. Auer), Uludag (65. Radu) - Stiepermann
Frankfurt: Nikolov - Jung, Anderson, Schildenfeld, Butscher - Lehmann, Rode (76. Matmour) - Kittel, Köhler - Idrissou (88. Hoffer), Meier (86. Caio)
Schiedsrichter: Michael Weiner
Zuschauer: 28.000
Gelbe Karten: Stiepermann (3), Streit (5), Achenbach (3), Falkenberg (4) - Köhler (5), Butscher (2)
luk/dpa/sid

