12.05.2012
Ausschreitungen in Istanbul
Krawalle überschatten Galatasarays Titelgewinn
Hamburg - Galatasaray Istanbul ist erstmals seit 2008 türkischer Meister. Der Mannschaft von Trainer Fatih Terim reichte am letzten Spieltag der Meisterrunde ein 0:0 bei Titelverteidiger Fenerbahce Istanbul, um sich mit einem Punkt Vorsprung den Titel in der Süper Lig zu sichern. Galatasaray startet damit in der Champions League, Erzrivale Fenerbahce muss in die Qualifikation. Mit jeweils 18 Meisterschaften sind die Großclubs nun gemeinsam Rekordchampion.
Überschattet wurde der Erfolg von Krawallen seitens einiger Fenerbahce-Hooligans. Nach dem Abpfiff hatten Anhänger des Clubs den Innenraum des Stadions gestürmt und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Zudem wurden Sitze aus den Verankerungen gerissen und aufs Spielfeld geworfen. Auch außerhalb des Stadions kam es zu Zusammenstößen zwischen Hooligans und Ordnern.
Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Dabei seien mindestens vier Menschen mit Messerstichen verletzt worden, berichteten türkische Medien. In mehreren Stadtteilen Istanbuls begannen Fans von Galatasaray unmittelbar nach dem Abpfiff mit Jubelfeiern und Autokorsos.
Um mögliche Ausschreitungen zu verhindern war Anhängern von Galatasaray der Besuch der Begegnung im Vorfeld untersagt worden. Nun benahmen sich die Fenerbahce-Fans daneben.
In der Türkei endete damit eine Saison, die vom Manipulationsskandal überschattet worden war. Der türkische Fußballverband TFF hatte Fenerbahce im August 2011 wegen der Verstrickung in Spielabsprachen auf Druck der Uefa für die Champions-League-Spielzeit 2011/2012 gesperrt. Seit Februar läuft in Istanbul der Prozess, auch Fener-Präsident Aziz Yildirim ist angeklagt.
leh/sid


