16.05.2012
Fußball-EM
Neue Rolle für Reus, Hodgson opfert Ferdinand
DFB-Star Reus: Bei der EM auch mal als Mittelstürmer?
Hamburg - Bundestrainer Joachim Löw will Jungstar Marco Reus als Mittelstürmer ausprobieren und sieht darin eine weitere Alternative für die EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli). "Ich würde ihn gerne ganz, ganz vorne sehen, im Sturm", sagte Löw: "Er hat das zwar noch nicht gespielt, aber bei mir ist das eine Überlegung wert. Ich bin sicher, dass er das gut spielen könnte. Wir müssen das mal im Training probieren."
Löw erklärte dies mit der Spielweise des Mönchengladbachers, der nach der EM zum Meister Borussia Dortmund wechselt: "Wenn es eng wird, ist er in der letzten Linie anspielbar, er ist wendig, beweglich und abschlussstark." In Gladbach spielte Reus als hängende Spitze oder auf der offensiven Außenbahn.
Englands neuer Nationaltrainer Roy Hodgson setzt bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine auf den umstrittenen John Terry. Der wegen Rassismusvorwürfen als Kapitän abgesetzte Chelsea-Verteidiger steht im 23-Mann-Kader der "Three Lions". Stattdessen verzichtet Hodgson auf Rio Ferdinand. Der Abwehrspieler von Manchester United hatte zuletzt mit einer Serie von Verletzungen zu kämpfen.
Englische Medien spekulieren allerdings darüber, dass Ferdinand nicht an der Seite von Terry spielen wolle. Der 31-Jährige muss sich am 9. Juli vor Gericht verantworten, da er Rios Bruder Anton rassistisch beleidigt haben soll. Terry bestreitet die Vorwürfe.
Als neuen Kapitän wählte Hodgson Steven Gerrard vom FC Liverpool. Obwohl Wayne Rooney die ersten beiden Gruppenspiele wegen einer Rotsperre nicht zur Verfügung steht, musste der ManUnited-Stürmer nicht um seinen Platz bangen. Trotz einer schwachen Saison für den FC Liverpool ist auch Offensivkollege Andy Carroll im Kader.
Nationaltrainer Bert van Marwijk vom DFB-Gruppengegner Niederlande hat neun Spieler aus seinem zunächst 36 Spieler starken vorläufigen Aufgebot für die EM gestrichen. Darunter sind Urby Emanuelson vom italienischen Vize-Meister AC Mailand und Hedwiges Maduro vom spanischen Champions-League-Teilnehmer FC Valencia. Dafür hat er die zwei 18-Jährigen Adam Maher und Jetro Williams berufen - beide haben bisher noch kein Länderspiel absolviert.
Der zweite deutsche Gruppengegner Dänemark reist mit mindestens einem aktuellen und vier ehemaligen Bundesliga-Profis zur EM. Nationaltrainer Morten Olsen berief unter anderem William Kvist vom VfB Stuttgart, die ehemaligen Wolfsburger Simon Kjaer (AS Rom) und Thomas Kahlenberg (FC Évian Gaillard), den früheren Nürnberger Lars Jacobsen (FC Kopenhagen) sowie den Ex-Schalker Christian Poulsen (FC Évian Gaillard) in sein vorläufiges Aufgebot.
Auch der erst 19 Jahre alte Verteidiger Jannik Vestergaard von 1899 Hoffenheim kann sich noch leichte Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme machen, denn Olsen nominierte erst einmal nur 20 von 23 möglichen Spielern. Die restlichen drei Mitglieder seines Kaders möchte der 62-Jährige erst am 24. Mai nach dem Ende der dänischen Meisterschaft bekanntgeben.
aha/dpa/sid