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18.06.2012
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EM-Gruppe C

Spanien zittert sich zum Gruppensieg

Von Lukas Rilke
Foto: DPA

So schwer hat sich Spanien lange nicht getan: Gegen Kroatien bestimmte der Titelverteidiger zwar das Geschehen, war aber anfällig in der Abwehr - und ging fahrlässig mit seinen Chancen um. Erst kurz vor Schluss rettete ein Einwechselspieler dem Team den Gruppensieg.

Hamburg - Wer auch sonst? Wer anders als der Spieler mit diesem Namen sollte es sein, der Spanien, den großen Favoriten und Titelverteidiger, in einer Zitterpartie gegen Kroatien doch noch zum Gruppensieg schießt: Jesús Navas.

Nur mit viel Mühe feierte die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque einen 1:0 (0:0)-Sieg gegen starke Kroaten, die lange das gefürchtete Kurzpassspiel des Gegners vom eigenen Tor fernhalten konnten - und ihrerseits zu guten Chancen kamen. Ehe Mittelfeldspieler Navas (88. Minute) traf, musste Spanien ob der engen Konstellation in Gruppe C sogar das frühe Aus befürchten. Doch durch den Sieg steht das Team nun als Gruppensieger fest. Italien, das zeitgleich 2:0 (1:0) gegen Irland gewann, wurde Zweiter. Damit könnte die spanische Nationalmannschaft erst in einem möglichen Finale auf das DFB-Team treffen.

Del Bosque freute sich nach Abpfiff: "Heute haben wir einen großen Schritt gemacht. Kroatien hat ein sehr gutes Spiel gemacht, aber am Ende haben wir bewiesen, dass wir das Spiel kontrollieren können. Mir ist egal, gegen wen wir im Viertelfinale spielen. Wir müssen gegen jeden Gegner alles geben."

FOTOSTRECKE

Titelverteidiger im Viertelfinale: Kroatien im Pech, Navas erlöst Spanien
Vor dem Anpfiff der Partie war ein Ergebnis in aller Munde: 2:2, ein Unentschieden als Schreckgespenst. Jedoch nicht für die beiden Mannschaften, die sich in Danzig gegenüber standen, sondern für Italien, das bei diesem Ergebnis auf jeden Fall ausgeschieden gewesen wäre. "Wir können nur angreifen. Auf ein Remis spielen ist nicht unser Ding", hatte Spaniens Spielmacher Xavi im Vorfeld versprochen.

Und auch die Startaufstellungen beider Teams ließen nicht auf Wettbewerbsverzerrung schließen: Sowohl Spanien als auch Kroatien liefen mit ihrer besten Elf auf. Wie erwartet begannen die Spanier zwar gewohnt druckvoll, blieben aber immer wieder im dicht zugestellten Mittelfeld der Kroaten hängen. Besonders Iniestas kongenialer Partner Xavi wurde zu Beginn oft von drei Mann gestellt.

Erstmals gefährlich vor das Tor der Kroaten kam der Titelverteidiger in der zwölften Minute: Nach Steilpass von David Silva kam Iniesta zwar noch vor Stipe Pletikosa an den Ball, konnte den Torhüter aber nicht bezwingen.

Die Kroaten verteidigten so effektiv, dass sich Spanien auf Distanzschüsse verlegte. Doch Sergio Ramos scheiterte aus 30 Metern an Pletikosa (24.), Gerard Piqué (25.) schoss zu hoch. Die erneut einzige Sturmspitze Fernando Torres kam selten zum Abschluss, seine beste Chance wehrte Pletikosa zur Ecke ab (23.).

Rakitic vergibt Riesenchance für Kroatien

Kroatien musste zu Angriffen fast gezwungen werden. Nur wenn sich nach einem spanischen Ballverlust viel Raum für die Mannschaft von Trainer Slaven Bilic auftat, wagte das Team einen Konter. Der einmal mehr äußerst lauftstarke Mario Mandzukic versuchte sich als Spielmacher und Sturmspitze zugleich. In der 27. Minute wurde der Angreifer vom VfL Wolfsburg bei einem Flanken-Versuch von Ramos im Strafraum vor den Augen des Torrichters gefoult, Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ dennoch weiterspielen - eine Fehlentscheidung der Unparteiischen.

Auch nach der Pause schafften es die Kroaten, den Gegner vom eigenen Tor fern zu halten. Nach knapp einer Stunde hatte die Mannschaft sogar die große Chance zur Führung. Luka Modric setzte sich auf dem rechten Flügel durch, per Außenrist flankte er punktgenau auf Ivan Rakitic. Doch der Ex-Schalker konnte Iker Casillas mit seinem schwachen Kopfball aus fünf Metern nicht überwinden.

Auch wenn die Spanier vor dem Anpfiff heftig beteuert hatten, nicht auf Unentschieden spielen zu wollen: Ab der 61. Minute schien sich der große Favorit mit dem 0:0 anfreunden zu können, mit Torres musste der einzige Angreifer vom Platz, für ihn kam in Jesús Navas ein Mittelfeldspieler.

Wie schon zumAuftakt gegen Italien und in der Schlussphase gegen Irland sollte vor allem der eingewechselte Cesc Fabregas für Torgefahr aus dem Mittelfeld sorgen. Doch der Barça-Profi wartete in bester Schussposition (78.) ebenso zu lang wie sein Vereinskollege Sergio Busquets (80.). Auf der Gegenseite hatte Ivan Perisic zwischen den beiden Großchancen Casillas mit einem Fernschuss geprüft (79.). Und es ging turbulent weiter, Iniesta (84.) und Navas (85.) scheiterten, ehe der Mittelfeldspieler doch noch den umjubelten Siegtreffer erzielte.

Kroatien - Spanien 0:1 (0:0)
0:1 Jesus Navas (88.)
Kroatien: Pletikosa - Vida (66. Jelavic), Corluka, Schildenfeld, Strinic - Vukojevic (81. Eduardo), Rakitic - Srna, Modric, Pranjic (66. Perisic) - Mandzukic
Spanien: Casillas - Arbeloa, Piqué, Sergio Ramos, Alba - Xavi (89. Negredo), Busquets, Xabi Alonso - Dav. Silva (73. Fabregas), Iniesta - Fernando Torres (61. Jesus Navas)
Schiedsrichter: Wolfgang Stark
Zuschauer: 36.000
Gelbe Karten: Corluka, Strinic, Rakitic, Srna, Mandzukic, Jelavic -

Forum

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insgesamt 165 Beiträge
1. Zum spanischen Tor
Icke1860 18.06.2012
So wie die passive Abseitsregel momentan im Regelwerk fixiert ist, war das sicher ein regulärer Treffer. SINN macht diese konkrete Auslegung für mich aber nicht. Das war sicher keine neue Spielszene. Jesus Navas ist beim Pass [...]
So wie die passive Abseitsregel momentan im Regelwerk fixiert ist, war das sicher ein regulärer Treffer. SINN macht diese konkrete Auslegung für mich aber nicht. Das war sicher keine neue Spielszene. Jesus Navas ist beim Pass abseits und greift dann indirekt wieder ein. S.a. Rudi Völler bei der WM94.
2.
Stefan Wenzel 18.06.2012
Bitte WAS? Kroatien tut mir leid. Es ist eine Schande, dass mit Starck der Schiri aus D kam. Und wieder dieses spanische Zwergenschieben. Das mag keiner mehr, dagegen war der Deutsche Fussball der 80er ja pures Adrenalin.
Zitat von sysopGegen Kroatien bestimmte der Titelverteidiger zwar das Geschehen, ... Spanien sichert sich durch 1:0 gegen Kroatien Gruppensieg - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,839610,00.html)
Bitte WAS? Kroatien tut mir leid. Es ist eine Schande, dass mit Starck der Schiri aus D kam. Und wieder dieses spanische Zwergenschieben. Das mag keiner mehr, dagegen war der Deutsche Fussball der 80er ja pures Adrenalin.
3.
kalle113 18.06.2012
Bin ich der Einzige, der Navas zunächst passiv, dann aber mit dem Torschuss aktiv im Abseits sah? Insgesamt meiner Meinung nach eine richtig miese Leistung unserer Unparteiischen - rote Karte, Heimreise...
Bin ich der Einzige, der Navas zunächst passiv, dann aber mit dem Torschuss aktiv im Abseits sah? Insgesamt meiner Meinung nach eine richtig miese Leistung unserer Unparteiischen - rote Karte, Heimreise...
4. Kopfschütteln ist angesagt
Schorse3 18.06.2012
Na Spanier, da könnt ihr aber froh sein, dass ihr zumindest zeitweilig mit zwölf Mann gespielt habt, in Hinblick auf einen nicht gegebenen Elfmeter. Was ihr im Vergleich zu anderen Spielen zusammengegurkt habt war im Verhältnis [...]
Na Spanier, da könnt ihr aber froh sein, dass ihr zumindest zeitweilig mit zwölf Mann gespielt habt, in Hinblick auf einen nicht gegebenen Elfmeter. Was ihr im Vergleich zu anderen Spielen zusammengegurkt habt war im Verhältnis gesehen das Letzte. Könnte mir lebhaft vorstellen, dass das Spiel mit einer 1:0 Führung der Kroaten einen ganz anderen Verlauf genommen hätte. Verdient war der Sieg in keinem Fall.
5. ?
Hans Klopek 18.06.2012
Was ist denn das Besondere am Namen "Navas"?
Zitat von sysopWer auch sonst? Wer anders als der Spieler mit diesem Namen sollte es sein, der Spanien, den großen Favoriten und Titelverteidiger, in einer Zitterpartie gegen Kroatien doch noch zum Gruppensieg schießt: Jesús Navas
Was ist denn das Besondere am Namen "Navas"?

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