01.07.2012
EM 2020
Platini will Turnier in ganz Europa
Uefa-Boss Platini: EM 2020 über den ganzen Kontinent verteilen
Hamburg - Dass die Anzahl der EM-Teilnehmer künftig auf 24 aufgestockt wird, ist beschlossene Sache. Doch damit ist es Uefa-Präsident Michel Platini offenbar nicht genug an Neuerungen: Der Franzose brachte nun auch die Idee ins Spiel, die EM 2020 nicht in einem Land, sondern in ganz Europa auszutragen. "Das Exekutivkomitee hat mir die Erlaubnis erteilt, diesen Vorschlag den Verbänden zu unterbreiten", sagte Platini: "Wir können in zwölf Städten in einem Land spielen, aber auch in zwölf Städten in ganz Europa."
Während dieser Plan bei den Fans nur wenig Anklang findet, warten die europäischen Verbandsbosse gespannt auf Details. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zeigte sich interessiert: "Der DFB ist offen für solche Planspiele, über die mich Michel Platini vorab informiert hatte. Aber ein endgültiges Urteil ist erst möglich, wenn die von der Uefa eingesetzte Kommission bis ins letzte Detail eine Konstruktion entwickelt hat", sagte er.
Niersbachs Präsidiumsvorgänger Theo Zwanziger ist als Mitglied der Uefa-Exekutive in die Diskussion eingebunden. "Ich halte es für eine gute Idee, über die es nachzudenken gilt", sagte Zwanziger. Die anhaltende Finanzkrise mache eine komplette Turnierfinanzierung für einzelne Staaten immer schwieriger.
Platini will seine Idee den 53 Mitgliedsverbänden bereits im Dezember erläutern, schon im Januar soll eine Entscheidung fallen. Für ihn liegen die Vorteile auf der Hand: "Wir bräuchten keine Stadien oder Flughäfen zu bauen, sondern könnten auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Das wäre wichtig in wirtschaftlich schwierigen Zeiten."
Bedenken wegen der weiten Wege zwischen den Austragungsorten sieht Platini "in Zeiten fallender Flugpreise" nicht: "Es ist doch einfacher, von London nach Paris oder Berlin zu kommen als von Cardiff nach Danzig", sagte er.
psk/sid