17.08.2012
Attacke gegen Schiedsrichter
Verband eröffnet Verfahren gegen Benfica-Rüpel
Benfica-Profi Luisão (Mitte): Attacke gegen den Schiedsrichter
Hamburg - Der Disziplinarrat des portugiesischen Verbandes (FPF) hat ein Verfahren gegen Luisão eröffnet. Der Verteidiger von Benfica Lissabon hatte vor einer Woche bei einem Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf Schiedsrichter Christian Fischer mit einem Bodycheck zu Boden geschickt.
Der Prozess werde mit Dringlichkeit durchgeführt, teilte der FPF auf seiner Homepage mit. Das Verfahren gegen den 31-jährigen Brasilianer kann nach Medienangaben schon in bis zu zwei Wochen abgeschlossen werden. Eine Stellungnahme von Luisão oder von Benfica lag zunächst nicht vor.
Ein Dringlichkeitsverfahren zieht nicht die automatische Sperre des Spielers nach sich, so dass der Innenverteidiger am Samstag zum Liga-Saisonauftakt von Benfica Lissabon gegen Sporting Braga mit von der Partie sein kann. "Er spielt", sagte Trainer Jorge Jesus.
Luisão hatte im Testspiel am 11. August Referee Christian Fischer zu Boden gestoßen. Fischer erlitt eine Gehirnerschütterung und erstattete später bei der Polizei Anzeige gegen den Profi. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf will ein Ermittlungsverfahren einleiten, sobald die Anzeige vorliegt. Der Spieler weist allerdings weiter jede Schuld von sich.
Schon direkt nach dem Spiel hatte Luisão gesagt, dass er keine "Aggressionsbewegung" verübt habe, sondern sich lediglich schützend vor den Schiedsrichter stellen wollte. "Ich habe ein ruhiges Gewissen und fürchte keine Strafe", sagte der Kapitän des portugiesischen Rekordmeisters. Trainer Jorge Jesus bezeichnete den Vorfall als "lächerlich". Auch er betonte, Luisão habe den Unparteiischen schützen wollen.
Erst am Donnerstag hatten sich die Präsidenten von Fortuna Düsseldorf und Benfica, Peter Frymuth und Luis Filipe Vieira, nach den Differenzen wegen des abgebrochenen Testspiels bei einem Spitzentreffen beim Deutschen Fußball-Bund auf eine Lösung verständigt. Die Art der Vereinbarung ist allerdings nicht bekannt. Düsseldorf hatte nach dem Vorfall die Antrittsgage für die Partie in Höhe von fast 200.000 Euro von Benfica zurückgefordert.
leh/dpa