Lade Daten...
17.11.2012
Schrift:
-
+

Bayern-Wut auf Nürnberg

"Unser Spiel wurde kaputtgefoult"

AFP

Bayern-Star Schweinsteiger, Schiedsrichter Graefe: "Immer wieder einen Tritt"

In Führung gelegen, einen Mann mehr auf dem Feld gehabt - und dennoch nicht gewonnen: Der FC Bayern spielte gegen Nürnberg nur 1:1. Die Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer moserten anschließend über die harte Spielweise des Gegners - dabei foulten auch die Münchner reichlich.

Hamburg - Bastian Schweinsteiger war sauer. Doch nicht der erste Punktverlust auf fremden Platz nach fünf Siegen in der Liga war der Grund für die Wut des Bayern-Profis, auch nicht das erste Auswärts-Gegentor in dieser Saison. Nein, Schweinsteiger war nicht einverstanden mit der kampfbetonten Spielweise des Gegners 1. FC Nürnberg.

"Sie haben versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen, zu provozieren. Es war halt nicht so richtig einfach, wenn du immer wieder einen Tritt bekommst", sagte Schweinsteiger nach dem 1:1 (0:1) in Nürnberg dem TV-Sender Sky. Und der Nationalspieler legte nach: "Nürnberg kann ja nicht anders."

Nürnberg agierte gegen die Münchner tatsächlich ruppig, Timo Gebhardt sah nach einem Ellenbogenschlag in Schweinsteigers Gesicht sogar die Gelb-Rote Karte (76. Minute). Doch statistisch gesehen begingen die Spieler des FCB doppelt so viele Fouls wie Nürnberg: zwölfmal wurden die Aktionen der Gastgeber wegen überharten Spiels abgepfiffen, 24-mal die der Bayern.

Robben, Ribéry und Gustavo gar nicht im Kader

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking reagierte entsprechend gelassen auf die Vorwürfe. "Ich glaube, dass Bastian Schweinsteiger einfach enttäuscht war", sagte er. Man könne ja nicht einfach neben den Münchnern herlaufen, "dann gewinnen sie 4:0 und alle sagen, was sie für einen tollen Fußball spielen".

FCN-Kapitän Raphael Schäfer, der kurz vor Spielende mit Thomas Müller aneinandergeriet, sagte: "Wenn man irgendwann keine Mittel mehr hat, ist es immer einfach, sich hinzustellen und zu sagen: 'Sie provozieren.'" Doch auch in einem derartigen Fall müsse man "als Millionentruppe die Mittel finden, das Spiel zu gewinnen, vor allem in Überzahl".

Manuel Neuer, der beim Ausgleichstreffer durch Markus Feulner (46.) nicht gut ausgesehen hatte, konnte der Spielweise der Nürnberger nichts abgewinnen: "Wir hatten nach 20, 25 Minuten keinen Spielfluss mehr, weil es sehr viele Fouls gab. Unser Spiel wurde in manchen Situationen kaputtgefoult."

In der Tabelle stehen die Bayern weiterhin an der Spitze, 31 Punkte hat das Team von Trainer Jupp Heynckes nun auf dem Konto. Der erste Verfolger, Schalke, konnte den Patzer nicht nutzen. Gegen Leverkusen verlor der Club 0:2 (0:1) - und liegt nun punktgleich mit Frankfurt (beide 23 Zähler) auf dem zweiten Platz. Nürnberg ist dank des Punktes auf den 14. Platz vorgerückt.

Coach Heynckes machte vor allem die Länderspielpause unter der Woche für den Punktverlust verantwortlich. Ein zielgerichtetes Training sei dadurch nicht möglich gewesen. Heynckes musste einige Verletzte und Angeschlagene ersetzen, so waren etwa Arjen Robben, Franck Ribéry, Luiz Gustavo gar nicht erst mit nach Nürnberg gefahren. Deshalb war der 67-Jährige auch nicht allzu enttäuscht über das Ergebnis: "Wir können damit gut leben."

1. FC Nürnberg - Bayern München 1:1 (0:1)
0:1 Mandzukic (3.)
1:1 Feulner (46.)
Nürnberg: Raphael Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Simons - Feulner, Frantz (66. Esswein) - Kiyotake (80. Korczowski), Gebhart - Polter (89. Plattenhardt)
München: Neuer - Rafinha (62. Lahm), van Buyten, Dante, Alaba - Timoschtschuk (53. Martínez), Schweinsteiger - Thomas Müller, Toni Kroos, Shaqiri - Mandzukic (77. Pizarro)
Schiedsrichter: Gräfe
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Gebhart wegen wiederholten Foulspiels (76.)
Gelbe Karten: Chandler (3), Polter (2) - Toni Kroos, Schweinsteiger (3)

bka/dpa/sid

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 119 Beiträge
1. Foul ist nicht gleich Foul...
thunderstorm305 17.11.2012
...das sollte auch Spiegel Online wissen. Deshalb lässt sich anhand einer Statistik wenig über die Härte einer Mannschaft aussagen. Rein statistisch gesehen wäre sogar Bayern München die schlimmere Mannschaft gewesen. Aber [...]
...das sollte auch Spiegel Online wissen. Deshalb lässt sich anhand einer Statistik wenig über die Härte einer Mannschaft aussagen. Rein statistisch gesehen wäre sogar Bayern München die schlimmere Mannschaft gewesen. Aber selbst die Sportkommentatoren haben bestätigt, dass Nürnberg die Mannschaft war, die hart in die Zweikämpfe ging. Und die Gelb-Rote Karte spricht für sich. Bastian Schweinsteiger hat Recht.
2. armselig.
robertusk 17.11.2012
was für eine armselige Art, sich für die eigene mittelmäßige Leistung den (faireren) Gegner als Sündenbock zu suchen. Naja, typisch Bayern München könnte man sagen, wenn es nicht so traurig wäre....aber so sind sie [...]
Zitat von sysopAFPIn Führung gelegen, einen Mann mehr auf dem Feld gehabt - und dennoch nicht gewonnen: Der FC Bayern spielte gegen Nürnberg nur 1:1. Die Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer moserten anschließend über die harte Spielweise des Gegners - dabei foulten auch die Münchner reichlich. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-fc-bayern-schimpft-ueber-nuernberger-fouls-a-867870.html
was für eine armselige Art, sich für die eigene mittelmäßige Leistung den (faireren) Gegner als Sündenbock zu suchen. Naja, typisch Bayern München könnte man sagen, wenn es nicht so traurig wäre....aber so sind sie halt, die Bayern und die Fans: wenn's nicht läuft, waren's immer die anderen. Von Größe zeugt das nicht.....
3. Hartes Spiel?
derboesewolfzdf 17.11.2012
Dann muss die Mannschaft mit. Noch mehr Kampf dagegenhalten. Fußball ist eben kein Halma. Ich bin seit über 40 Jahren Bayern Fan, aber es geht mir immer mehr auf die Nerven, dass immer mehr gejammert wird. Es gewinnt immer der, [...]
Dann muss die Mannschaft mit. Noch mehr Kampf dagegenhalten. Fußball ist eben kein Halma. Ich bin seit über 40 Jahren Bayern Fan, aber es geht mir immer mehr auf die Nerven, dass immer mehr gejammert wird. Es gewinnt immer der, der es mehr will. Schönspielen ist nett und auch attraktiv, aber die Mannschaft muss auch mal die große Keule auspacken können, wenn der Gegner nicht Andres will. Dieses rumgejammer ist so kindisch, man könnte meinen,,die "Führungsspieler" wären noch im Kindergarten. Der Wolf
4.
WhereIsMyMoney 17.11.2012
Schweinsteiger ist für mich schon länger ein totaler Loser. Ich erinnere mich da an das DFB-Finale gegen Dortmund. Als das Spiel schon entschieden war drehte er nochmal durch und man konnte von Glück sagen dass dort Niemand [...]
Schweinsteiger ist für mich schon länger ein totaler Loser. Ich erinnere mich da an das DFB-Finale gegen Dortmund. Als das Spiel schon entschieden war drehte er nochmal durch und man konnte von Glück sagen dass dort Niemand richtig verletzt wurde. Dazu war seine Leistung bei der EM, neben der Entscheideung Löws auf Podolski zu setzen, der Hauptgrund für die verbockte EM. Schweinsteiger ist einfach kein Kämpfer, Führungsspieler schon gar nicht. Dass er als Kapitän gehandelt wird, ist für mich ein schlechter Witz. Beim DFB sehe ich momentan nur zwei Spieler die Verantwortung übernehmen: Khedira und Hummels.
5. so ein dummes
erpo 17.11.2012
Bayern - Gerede. Bei uns sagt man zu sowas: wenn der Bauer nicht schwimmen kann ist die Badehose schuld. Bayern hatte nach dem 1 : 1 Glück das sie nicht das 2 : 1 bekommen haben.
Bayern - Gerede. Bei uns sagt man zu sowas: wenn der Bauer nicht schwimmen kann ist die Badehose schuld. Bayern hatte nach dem 1 : 1 Glück das sie nicht das 2 : 1 bekommen haben.

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Fotostrecke

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter RSS
alles zum Thema Der letzte Kick
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten