18.11.2012
Schalke-Sportdirektor Heldt
"Ein kollektives Versagen"
Schalke-Sportchef Heldt: "Verdient verloren"
Frage: Schalke hatte in Leverkusen nicht den Hauch einer Chance. Wie ist die Leistung ihrer Mannschaft zu erklären?
Heldt: Wir haben einfach ein sehr schlechtes Spiel abgeliefert. Man hätte auch neun Leute auswechseln können, viele Spieler sind an ihre Grenzen gekommen. Es gab kein Aufbäumen. Es lag ein kollektives Versagen vor, das bei uns bislang sehr selten vorgekommen ist.
Frage: Aber gibt es Erklärungen für die desolate Vorstellung? Denn Schalke war am Ende mit dem 0:2 noch gut bedient.
Heldt: Vielleicht lag es daran, dass am Donnerstag nur vier Leute beim Training waren (wegen der Länderspielpause - d.Red.), aber das soll kein Jammern sein. Wir haben vielen Leuten im Stadion Spaß bereitet: den Fans von Bayer Leverkusen. Wir haben uns von der ersten bis zur letzten Sekunde nicht gewehrt und nicht die Leistung gebracht wie in den vergangenen Wochen. Wir hatten nicht die geistige Frische, die wir hätten haben müssen. Das heutige Spiel ärgert uns, weil wir verdient verloren haben und die Art und Weise uns nicht gefallen hat.
Frage: Kyrgiakos Papadopoulos ist in der 82. Minute vom Platz geflogen. Das hat das Bild noch abgerundet.
Heldt: Der Platzverweis für Papa war die Krönung. Dass er aus Enttäuschung gegen eine Flasche tritt und jemand nass spritzt, sehe ich in seiner Enttäuschung begründet.
Frage: Jefferson Farfan und Lewis Holtby wurden von Trainer Huub Stevens nach ihrer Auswechslung ziemlich schroff in die Kabine geschickt. Was ist da vorgefallen?
Heldt: Beide sollten in die Kabine, damit sie sich nicht erkälten. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Ich kann an der Szene nichts erkennen, was mich aufregt, die 70 Minuten davor haben mich mehr aufgeregt. Mich interessiert, was auf dem Platz stattgefunden hat. Da ist sehr wenig passiert.
Frage: Am Mittwoch geht es in der Champions League gegen Olympiakos Piräus um das Weiterkommen (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Wird die Mannschaft in der Lage sein, eine Reaktion zu zeigen?
Heldt: Wir können es auf jeden Fall nur besser machen. Ich hoffe, dass die Mannschaft in der Lage ist, das heutige Spiel vergessen zu machen.
Frage: Statt möglicher fünf Punkte beträgt der Abstand zu Tabellenführer Bayern München nun acht Zähler. Wie beurteilen Sie die Tabellensituation?
Heldt: Wir müssen sehen, dass wir den Abstand nach hinten vergrößern. Das ist uns heute nicht gelungen. Gegen einen direkten Konkurrenten um einen Champions-League-Platz haben wir Boden verloren, das ist ärgerlich.
Aufgezeichnet von Ralph Durry (sid) in Mixed-Zone und aus dem Aktuellen Sportstudio des ZDF
