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21.11.2012
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Verstoß gegen Disziplinarregeln

Uefa startet Verfahren gegen Skandal-Torschützen Luiz Adriano

AFP

Donezk-Stürmer Luiz Adriano: "Ich freue mich sehr"

Sein Treffer gegen den FC Nordsjælland kommt in jeden Jahresrückblick - weil er an Unsportlichkeit kaum noch zu überbieten ist. Luiz Adrianos umstrittenes Tor könnte ein Nachspiel für den Brasilianer haben. Die Uefa hat ein Verfahren gegen den Profi von Schachtjor Donezk eingeleitet.

Hamburg - Luiz Adriano vom ukrainischen Fußball-Meister Schachtjor Donezk droht nach seinem Skandaltor in der Champions League Ärger mit der Europäischen Fußball-Union. Die Uefa beschuldigt den Stürmer, im Spiel gegen den FC Nordsjælland (5:2) gegen Artikel 5 des Disziplinarreglements verstoßen zu haben, und leitete ein Disziplinarverfahren ein.

In dem Artikel heißt es, dass Spieler sich "loyal, integer und sportlich zu verhalten" haben. Gegen diese Statuten verstößt unter anderem, wer "sich beleidigend verhält oder in anderer Weise elementare Anstandsregeln verletzt." Der Fall Adriano wird am kommenden Dienstag von der Kontroll- und Disziplinarkammer der Uefa behandelt.

Beim Sieg von Donezk hatte Adriano am Dienstag für Aufregung gesorgt, als er nach einem Schiedsrichterball, der für den dänischen Torhüter Jesper Hansen bestimmt war, das zwischenzeitliche 1:1 erzielte - und damit eine Welle der Empörung auslöste. "Die Bösen haben den Sieg zusammengeklaut", schrieb die dänische Nachrichtenseite bt.dk.

Im TV ereiferte sich Sky-Experte Lothar Matthäus über "eine Unsportlichkeit, die ihresgleichen sucht. Ich weiß nicht, was er (Luiz Adriano, Anmerk. d. Red.) sich dabei gedacht hat." Und selbst die ukrainische Sportpresse konnte sich über die vorzeitige Qualifikation Schachtjors nicht so recht freuen: "Schwer, auf Donezk stolz zu sein", titelte Liga.net.

Adriano selbst zeigte sich auch einen Tag nach dem Spiel wenig einsichtig. "Ich freue mich sehr. Wir haben gewonnen", sagte er vor dem Abflug in die Heimat der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet". Er betonte, er sei glücklich über alle Tore, "auch über das erste". Sollte die Uefa ihn für schuldig befinden, könnte der Angreifer für das letzte Gruppenspiel seines Teams gegen Juventus Turin gesperrt werden.

chp/luk/sid/AP

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insgesamt 76 Beiträge
1.
Cococha 21.11.2012
Schön zu sehen, dass nun doch von offizieller Seite etwas unternommen wird, wo doch nicht absehbar war, ob diese offensichtliche Unsportlichkeit auch durch das Regelwerk sanktioniert werden kann. Schockierend allerdings, dass [...]
Schön zu sehen, dass nun doch von offizieller Seite etwas unternommen wird, wo doch nicht absehbar war, ob diese offensichtliche Unsportlichkeit auch durch das Regelwerk sanktioniert werden kann. Schockierend allerdings, dass der Schütze keinerlei Reue zeigt. In der höchsten Spielklasse Europas auf Vereinsebene ist so etwas schon armselig, aber bezeichnend für eine Söldnertruppe mit Spielern ohne moralischen Kompass, von denen es ja noch mehr gibt. Nur sind die im Normalfall wenigstens clever genug, danach brav Asche aufs eigene Haupt zu schütten.
2. einfach nur peinlich
sophissimus 21.11.2012
wenn dann denn die ukrainer die dänen einach ein tor schießen lassen hätten, wäre das ja noch in ordung gewesen und es hätte sich nur der affige brasilianer adriano schämen müssen. so ist die ganze ukrainische mannschaft [...]
wenn dann denn die ukrainer die dänen einach ein tor schießen lassen hätten, wäre das ja noch in ordung gewesen und es hätte sich nur der affige brasilianer adriano schämen müssen. so ist die ganze ukrainische mannschaft einfach nur peinlich. vielleicht liegt es ja daran, weil sie in der ukraine einfach keine grundrechte oder gleichberechtigung gewohnt sind...
3. Dann richtig ins Regelwerk schreiben
DoJo 21.11.2012
Man kann dazu stehen wie man will, es war ein reguläres Tor. Wenn man dieses "Gentlemen Agreement" den Rang einer Spielregel geben will, soll man es halt direkt hineinschreiben... Auch wenn es moralisch [...]
Man kann dazu stehen wie man will, es war ein reguläres Tor. Wenn man dieses "Gentlemen Agreement" den Rang einer Spielregel geben will, soll man es halt direkt hineinschreiben... Auch wenn es moralisch verwerflich ist, bin ich dennoch der Meinung, dass man ihn für eine vollkommen regelkonforme Handlung nicht bestrafen darf...jedenfalls nicht mit einer Tunier/Spielsperre o.ä.
4. Dann richtig ins Regelwerk schreiben
DoJo 21.11.2012
Man kann dazu stehen wie man will, es war ein reguläres Tor. Wenn man dieses "Gentlemen Agreement" den Rang einer Spielregel geben will, soll man es halt direkt hineinschreiben... Auch wenn es moralisch [...]
Man kann dazu stehen wie man will, es war ein reguläres Tor. Wenn man dieses "Gentlemen Agreement" den Rang einer Spielregel geben will, soll man es halt direkt hineinschreiben... Auch wenn es moralisch verwerflich ist, bin ich dennoch der Meinung, dass man ihn für eine vollkommen regelkonforme Handlung nicht bestrafen darf...jedenfalls nicht mit einer Tunier/Spielsperre o.ä.
5. optional
Rahvin 21.11.2012
Natürlich war das eine Unhöflichkeit, er verletzte die Regeln des Fair-Play. Aber eine Regelwidrigkeit kann ich nicht ausmachen, denn er hat keinen anderen Spieler beleidigt oder tätlich angegriffen. Solche Tore sind in [...]
Natürlich war das eine Unhöflichkeit, er verletzte die Regeln des Fair-Play. Aber eine Regelwidrigkeit kann ich nicht ausmachen, denn er hat keinen anderen Spieler beleidigt oder tätlich angegriffen. Solche Tore sind in Österreich schon vorgekommen und sorgten für Irritation. Die Mannschaft von Donezk hat es an Größe fehlen lassen, denn auch wenn ein Idiot ein Tor schießt, hätte der Rest der Mannschaft sich im Anschluss fair verhalten und das Gegentor einfach zulassen können. Wahrscheinlich hätten sie am Ende ohnehin gewonnen, aber den wacker kämpfenden Dänen hätte man etwas mehr Respekt zollen können.

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