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30.11.2012
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Aufsteiger-Duell

Düsseldorf deklassiert Frankfurt

Getty Images

Viel besser hätte die englische Woche für Düsseldorf wohl nicht laufen können. Die Fortuna bezwang Eintracht Frankfurt im Aufsteiger-Duell deutlich. Frankfurts Karim Matmour flog zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen vom Platz, negativ fielen auch die Eintracht-Fans auf.

Hamburg - Was für eine Woche für Fortuna Düsseldorf! Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier setzte sich im Aufsteiger-Duell 4:0 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt durch. Zuvor hatte die Fortuna am vergangenen Freitag 2:0 gegen den HSV gewonnen und am Mittwoch einen Punkt gegen Meister Dortmund geholt. Die Tore bei dem Sieg über die Eintracht erzielten Stefan Reisinger (38. Minute), Oliver Fink (42.), Nando Rafael (58.) und Axel Bellinghausen (85.).

"Heute hat von der ersten Minute an vieles gepasst. Momentan machen wir sehr, sehr viel richtig. Die Leidenschaft, die Konzentration - alles passt. Wir lassen auch wenig Chancen zu", sagte Reisinger. Düsseldorf verbesserte sich dank des Erfolgs zumindest vorübergehend auf den 13. Platz (18 Punkte), Frankfurt bleibt zunächst Fünfter (24.).

Bei der Eintracht sah Karim Matmour die Gelb-Rote Karte (34.). Für den 27-Jährigen war es der zweite Platzverweis innerhalb von sieben Tagen - ein neuer Bundesliga-Rekord. Bereits am Samstag hatte der Stürmer bei der Partie auf Schalke (1:1) Gelb-Rot gesehen. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner war nicht einverstanden mit der Entscheidung von Schiedsrichter Michael Weiner: "Ich glaube, Karim hat insgesamt nur zwei Fouls begangen. So auf ein Spiel Einfluss zu nehmen, ist schon hart."

Wegen Verkehrsproblemen bei der Anreise der Zuschauer hatte die Partie mit zehn Minuten Verspätung begonnen. Nach Polizeiangaben hätten sich etwa 130 sogenannte Problemfans geweigert, wie vorgesehen mit Shuttle-Bussen zum Stadion gebracht zu werden. Stattdessen hätten sie auf einer Fahrt mit der U-Bahn bestanden. Dadurch kam es zu Verzögerungen im öffentlichen Personennahverkehr.

Düsseldorf energischer nach Platzverweis

Für Aufregung sorgten die Frankfurter Anhänger mit Ablauf des Stimmungsboykotts nach zwölf Minuten und zwölf Sekunden. Die Fans brannten im Gästeblock Bengalos und Feuerwerkskörper ab. Die Partie musste daraufhin für rund zwei Minuten unterbrochen werden. Bereits vor dem Spiel waren rund 70 randalierende Eintracht-Fans von der Polizei über Nacht in Gewahrsam genommen worden. Sie hatten in der Düsseldorfer Altstadt versucht, eine Polizeiabsperrung zu überwinden und sich Zugang zur U-Bahn zu verschaffen. Dabei attackierten sie die Beamten.

Sportlich passierte in der ersten Hälfte dagegen lange nichts. Frankfurt wagte sich kaum nach vorne und ließ die Gastgeber kommen. Die fanden zunächst aber keine Lücken in der Eintracht-Defensive. Erst nach dem Platzverweis für Stürmer Matmour (34.) wurde es ein anderes Spiel. "Normalerweise darf ich das gar nicht sagen", sagte Frankfurts Coach Armin Veh, "es war spielentscheidend, dass wir so früh eine Gelb-Rote Karte sehen." Auch Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen hielt den Platzverweis "für total überzogen".

Fortuna, die plötzlich energischer spielte, nutzte die Überzahl schon nach vier Minuten aus. Reisinger zog mit einem Solo durchsetzungsstark an den nur zögerlich agierenden Frankfurtern Marc-Oliver Kempf und Vadim Demidov vorbei und überwand Torhüter Kevin Trapp. Für den Stürmer war es der dritte Treffer in den letzten drei Spielen. In der 42. Minute legte Fink mit einem Schlenzer in die linke Ecke nach.

Die Vorentscheidung fiel in der 58. Minute. Rafael kam am Fünfmeterraum nach einer Flanke von Leon Balogun glücklich an den Ball, traf diesen dann nicht richtig - trotzdem sprang der Ball glücklich zum 3:0 ins Tor. Bellinghausen sorgte in der 85. Minute nach einer misslungenen Abwehraktion von Frankfurts Verteidiger Bastian Oczipka für den Endstand.

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 4:0 (2:0)
1:0 Reisinger (38.)
2:0 Fink (42.)
3:0 Rafael (58.)
4:0 Bellinghausen (85.)
Düsseldorf: Giefer - Balogun (74. Cha), Bodzek, Juanan, van den Bergh - Fink, Lambertz - Reisinger (83. Garbuschewski), Ilsö, Bellinghausen - Rafael (71. Schahin)
Frankfurt: Trapp - Jung, Demidov, Kempf, Oczipka - Lanig (46. Celozzi), Rode (83. Köhler) - Inui (72. Kouemaha), Aigner - Meier - Matmour
Schiedsrichter: Weiner
Zuschauer: 50.000
Gelb-Rote Karte: Matmour wegen wiederholten Foulspiels (34.)
Gelbe Karten: Fink, Balogun - Meier (3), Celozzi

max/dpa/sid

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insgesamt 27 Beiträge
1.
günter1934 30.11.2012
negativ fielen auch die Eintracht Fans auf. Das wundert eigentlich keinen. Umso erstaunlicher, dass sie sich vor einer Woche gegen Mainz so zurückgehalten haben.
negativ fielen auch die Eintracht Fans auf. Das wundert eigentlich keinen. Umso erstaunlicher, dass sie sich vor einer Woche gegen Mainz so zurückgehalten haben.
2. Fanrandale und 12.12.
Klaus.Freitag 30.11.2012
Ich schaue am liebsten meinem Sohn beim Kicken zu. Ins Stadion gehe ich nie. Warum sollte ich? Zuhause vor dem Fernseher kann ich die Spiele genauso gut und vielleicht sogar noch besser anschauen. Ich muss dann [...]
Zitat von sysopnegativ fielen auch die Eintracht-Fans auf. Bundesliga: Düsseldorf deklassiert Frankfurt 4:0 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-duesseldorf-deklassiert-frankfurt-4-0-a-870369.html)
Ich schaue am liebsten meinem Sohn beim Kicken zu. Ins Stadion gehe ich nie. Warum sollte ich? Zuhause vor dem Fernseher kann ich die Spiele genauso gut und vielleicht sogar noch besser anschauen. Ich muss dann nirgends anstehen und spare mir die S-Bahn-Fahrt mit alkoholisierten und grölenden "Fans"zum Stadion. Die Rumsteherei vorm Einlass entfällt ,ich friere nicht im Winter und schwitze nicht im Sommer und der Weg zur Toilette ist viel kürzer. Auch die Würstchen schmecken zu Hause nicht schlechter. Wenn ich genug gesehen habe, schalte ich die Glotze aus oder wähle einen anderen Kanal. Wäre ich ins Stadion gegangen, müsste ich die gleiche Tortour wie auf dem Hinweg durchleiden, nur, dass die Fans noch alkoholisierter und- je nach Ausgang des Spieles - noch lauter in der S-Bahn herumgröhlen. Nein, ein Stadionbesuch ist für mich nicht sonderlich reizvoll. Am liebsten schau ich mir die Sportschau und das aktuelle Sportstudio an, da krieg ich dann -im Gegensatz zum Stadionbesuch- das Beste komprimiert zusammengefasst und nett kommentiert. Im Stadion wurde davor aber in Wirklichkeit wahrscheinlich 70 Minuten nur der Ball hin-und hergeschoben, Minuten damit verschwendet , Einwürfe, Ecken , Freistöße und Auswechselungen zu zelebrieren oder auch nur die dadurch enstehenden Spielpausen zur Regeneration zu nutzen. Torszenen kriegt man allzuoft nicht mehr als drei bis fünf geboten. Und dafür soll ich ins Stadion? Um es mal genauer zu sagen- mir ist dieser Stadion-Fanprotest vollkommen wurscht. Als Fernsehfan - und damit gehöre ich klar zur Mehrheit - würde es mir zur Stimmungsaufhellung völlig ausreichen, wenn man den passenden Jubel und die passenden Gesänge irgendwie - natürlich in guter Qualität - elektronisch erzeugt. Kurzum- auch die Stadionfussballfans, die sich für so unersetzlich halten, sind ersetzbar. Und, in der Tat- wenn es nur noch Sitzplätze gibt, kann man Stimmung auch vom Band laufen lassen. Darüber sollten die Pyrofanatiker mal nachdenken- in anderen Ligen geht es auch- und dort wird nicht unbedingt schlechterer Fussball gespielt. Und eigentlich geht es beim Fussball nicht wirklich um die Stehplatzfans- es geht darum, einen qualitativ guten Ball zu spielen. Punkt.
3.
MrSnoot 01.12.2012
Und auf die muss man warten, oder wie?
Zitat von sysopWegen Verkehrsproblemen bei der Anreise der Zuschauer hatte die Partie mit zehn Minuten Verspätung begonnen. Nach Polizeiangaben hätten sich etwa 130 sogenannte Problemfans geweigert, wie vorgesehen mit Shuttlebussen zum Stadion gebracht zu werden. Stattdessen hätten sie auf einer Fahrt mit der U-Bahn bestanden. Dadurch kam es zu Verzögerungen im öffentlichen Personennahverkehr.
Und auf die muss man warten, oder wie?
4. Einseitige Berichterstattung
maz1 01.12.2012
Ich war im Frankurtblock dabei. Natürlich sind Bengalos und Festnahmen keine gute Visitenkarte. Aber warum wird das Schmählied über Armin Veh ("Haus vom Veh") nicht erwähnt, das vor und nach dem Spiel über die [...]
Ich war im Frankurtblock dabei. Natürlich sind Bengalos und Festnahmen keine gute Visitenkarte. Aber warum wird das Schmählied über Armin Veh ("Haus vom Veh") nicht erwähnt, das vor und nach dem Spiel über die Stadionlautsprecher lief? Ist es nicht komisch, dass ein Spiel mit einer so hohen Brisanz aufgrund der Vorkommnisse in der vergangenen Saison der 2. Liga jetzt auch noch von offizieller Seite befeuert wird? Interessant, vor kurzem verweigert Düsseldorf noch Sky-Interviews wegen angeblicher unfairer Berichterstattung und jetzt das...
5. und jetzt kommt ihr ......
EinfachSo 01.12.2012
*ironie an *Total unverdient dieser Sieg, nur Glück gehabt und jeden Ball reingestolpert. Auch die Düsseldorf Fans waren mal wieder total aggressiv und die Gelb-Rot Karte für Matmour natürlich nur der Düsseldorfer Schwalbe [...]
*ironie an *Total unverdient dieser Sieg, nur Glück gehabt und jeden Ball reingestolpert. Auch die Düsseldorf Fans waren mal wieder total aggressiv und die Gelb-Rot Karte für Matmour natürlich nur der Düsseldorfer Schwalbe geschuldet. *ironie aus* so und jetzt dürfen alle anti-Fortunen wieder ordentlich austeilen

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