01.12.2012
Spitzenspiel Bayern gegen Dortmund
Die Giganten trennen sich unentschieden
Von Nils LehnebachHamburg - Die Erwartungen waren riesig, die Partie zwischen Bayern und Dortmund sollte nicht weniger als das Spiel des Jahres werden. Nach zuletzt vier Liga-Pleiten in Folge gegen den BVB wollte der FCB ein Zeichen setzen und seinen Anspruch als Nummer eins des Landes untermauern. Das ging nur zum Teil auf, beide Teams trennten sich 1:1 (0:0). Toni Kroos (67. Minute) schoss die Bayern zunächst in Führung, sieben Minuten später glich Mario Götze aus.
"Es war eine intensive Partie zwischen zwei Mannschaften", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach dem Spiel - und lobte besonders BVB-Torhüter Roman Weidenfeller: "In der Schlussphase hat er glänzend gehalten. Ich weiß nicht, was passieren muss, dass dieser Junge endlich mal international spielt." Auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp sprach von einem "großartigen und intensiven Fußballspiel. Das Resultat ist absolut in Ordnung. Viele Bayern-Spieler haben Roman nach dem Spiel gratuliert. Das war sein Spiel."
Torschütze Kroos sagte: "Sicherlich war es ein wichtiges Tor. Aber ich hätte es lieber gegen einen Sieg eingetauscht. Aufgrund der Chancen hätten wir einen Sieg verdient gehabt." Der vielgelobte Weidenfeller sagte: "Auch wir hatten gute Möglichkeiten, um den einen oder anderen Punkt mehr mitnehmen zu können."
Der FC Bayern (38 Punkte) bleibt damit auch nach dem 15. Bundesliga-Spieltag Tabellenführer und liegt weiterhin elf Punkte vor Dortmund auf Rang drei. Der BVB hat durch das Remis nun allerdings schon drei Punkte Rückstand auf den Zweiten Leverkusen, das Team hatte am Nachmittag 1:0 gegen Nürnberg gewonnen.
Überschattet wurde die Partie von einer schweren Verletzung Holger Badstubers. Der Nationalspieler zog sich bei einem Zusammenprall mit Mario Götze einen Kreuzbandriss zu und wird damit ungefähr ein halbes Jahr pausieren müssen. Es ist fraglich, ob er in dieser Saison noch einmal auflaufen können wird.
Dortmund musste von Beginn an auf Kapitän Sebastian Kehl verzichten, dafür konnte der zuletzt verletzte Ilkay Gündogan im defensiven Mittelfeld auflaufen. Bayern-Trainer Jupp Heynckes verzichtete auf den weiterhin angeschlagenen Arjen Robben und brachte dafür den in Freiburg geschonten Bastian Schweinsteiger wieder von Beginn an.
Ribéry tunnelt gleich drei Dortmunder
Die Bayern begannen druckvoll und drängten Dortmund direkt weit in deren Hälfte. Aber die Münchner wirkten auch nervös. Manuel Neuer verrutschte schon in der dritten Minute ein eigentlich einfacher Pass über wenige Meter, Marco Reus war jedoch zu überrascht, um die unerwartete Möglichkeit zu nutzen.
Danach aber spielte nur eine Mannschaft: Bayern München. Thomas Müller (9.) spielte von der rechten Seite auf Mario Mandzukic, der den Ball direkt wieder in Müllers Lauf prallen ließ. Der Schuss des Nationalspielers wurde jedoch von Neven Subotic geblockt. Anschließend stellte sich Dortmund langsam besser auf den Münchner Angriffssturm ein.
Zwar hatte der FCB weiterhin deutlich mehr Ballbesitz und verlagerte das Spiel in die gegnerische Hälfte, gegen die massive BVB-Defensive sprangen aber keine guten Möglichkeiten heraus. So war es in den folgenden Minuten Franck Ribéry überlassen, für Spektakel zu sorgen. Der Franzose erledigte dies weniger mit gefährlichen Schüssen oder Zauberpässen, stattdessen tunnelte er innerhalb kürzester Zeit gleich drei Gegenspieler.
Dann wurde der bisherige Spielverlauf durch eine schwere Verletzung überschattet. Götze prallte unglücklich mit Holger Badstuber zusammen, der sich dabei am Knie verletzte. Die Bayern bestätigten später den Verdacht des Kreuzbandrisses. Für ihn kam Jérôme Boateng. Eine Minute vor der Pause scheiterte dann Marco Reus mit einem Volleyschuss (44.) an Neuer.
Drei Bayern-Großchancen in den letzten Minuten
Der BVB hatte die letzte Chance im ersten Durchgang - und die erste im zweiten. Marcel Schmelzer führte einen Freistoß schnell aus und flankte auf Mats Hummels (52.), der freistehend vor Manuel Neuer den Ball allerdings nicht richtig traf. In der Folge übernahm Dortmund immer mehr die Kontrolle, Schmelzer verfehlte zwei Minuten später mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp das Tor. Weiter im Takt: In der 56. Minute kam Götze nach einer Reus-Flanke aus sieben Metern frei zum Kopfball, zielte aber zu ungenau.
Doch wieder blieb das Hoch einer Mannschaft nur von kurzer Dauer, es folgte prompte eine erneute Wende - und die Bayern-Führung. Nach einem langen Ball nahm Müller den Ball gut mit und legte dann auf Kroos ab. Der ließ mit einer Finte zunächst Subotic ins leere grätschen um dann mit einem satten Linksschuss von der Strafraumgrenze BVB-Torwart Roman Weidenfeller zu überwinden.
Die Entscheidung? Nein! Nach einem Eckball von Reus kam Götze (73.) an den Ball und glich, ebenfalls mit einem Linksschuss, aus. Dabei hatte ihn Kroos laufen lassen. Die Bayern antworteten mit wütenden Angriffen und erspielten sich eine Reihe von hochkarätigen Chancen. Müller verfehlte mit einem Linksschuss (85.) das Tor knapp, eine Minute später scheiterte Kroos frei vor Weidenfeller. In der 88. Minute parierte Dortmunds-Torwart in höchster Not einen Kopfball von Javi Martínez.
Bayern München - Borussia Dortmund 1:1 (0:0)
1:0 Toni Kroos (67.)
1:1 Götze (74.)
München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber (37. Boateng), Alaba - Martínez, Schweinsteiger - Thomas Müller, Toni Kroos, Ribery - Mandzukic (86. Gomez)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic (81. Felipe Santana), Hummels, Schmelzer - Sven Bender - Blaszczykowski (73. Perisic), Gündogan - Götze (90. Schieber), Reus - Lewandowski
Schiedsrichter: Gagelmann
Zuschauer: 71.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: keine