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17.12.2012
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Ausschluss aus DFB-Pokal

Dresden legt Berufung ein

DPA

Dynamo-Fans in Hannover: Dresden-Anhänger hatten Teile des Stadions gestürmt

Dynamo Dresden kämpft um seine Pokal-Teilnahme: Der Zweitligist war wegen Ausschreitungen seiner Fans bei der Zweitrundenpartie in Hannover vom DFB-Pokalwettbewerb der kommenden Saison ausgeschlossen worden. Nun ging Dresden gegen das Urteil in Berufung.

Hamburg - Zweitligist Dynamo Dresden geht gegen den Ausschluss aus dem DFB-Pokal in Berufung. Vor einer Woche hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Dresdner nach den Vorfällen beim Pokalspiel in Hannover am 31. Oktober für den Cup-Wettbewerb in der kommenden Saison gesperrt.

"Hintergrund ist, dass die notwendige Meinungsbildung über die in der nächsten Instanz zu erwartenden Chancen und Risiken innerhalb der Sportgemeinschaft noch nicht abgeschlossen ist", hieß es in einer Mitteilung des Clubs. Zudem liege dem Verein noch keine schriftliche Urteilsbegründung vor.

Durch Einlegung der Berufung gewinne "Dynamo demnach mehr Zeit, um die genaue Begründung des Urteils, die Aussichten eines Berufungsverfahrens sowie die juristischen und wirtschaftlichen Risiken dezidiert zu prüfen", hieß es weiter. Nach Zugang der schriftlichen Urteilsbegründung hat der Club zwei Wochen Zeit, um eine Berufung vor dem DFB-Bundesgericht schriftlich zu begründen. Dies werde aber nur geschehen, wenn "Aufwand und Nutzen eines weiteren Verfahrens für den Verein in einem vertretbaren Verhältnis stehen".

Bereits in der vergangenen Saison hatten die Dresdner nach Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund im Oktober 2011 erst in der Berufung vor dem DFB-Bundesgericht einen Ausschluss abwenden können.

In dieser Saison hatten Dresdner Fans vor dem Spiel der zweiten Runde bei Hannover 96 am 31. Oktober 2012 (3:4 i.E.) die Eingänge der Arena gestürmt. Zudem wurde in beiden Fanblöcken Pyrotechnik gezündet. Drei Anhänger wurden festgenommen, außerdem kamen 18 Personen vorübergehend in polizeilichen Gewahrsam. Insgesamt gab es neun Verletzte.

luk/dpa/sid

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insgesamt 37 Beiträge
1. Es wäre schon Klasse...
Emmi 17.12.2012
Es wäre schon Klasse, wenn ein ordentliches Gericht mal klarstellen würde, ob und inwieweit Vereine für Handlungen Dritter (hier: Leute, die als Besucher zu (Auswärts-)Spielen des Vereins gehen und dabei Straftaten bzw. [...]
Es wäre schon Klasse, wenn ein ordentliches Gericht mal klarstellen würde, ob und inwieweit Vereine für Handlungen Dritter (hier: Leute, die als Besucher zu (Auswärts-)Spielen des Vereins gehen und dabei Straftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten begehen), die in keinem Rechtsverhältnis zu dem Verein (Angestellter, Bevollmächtigter etc. pp.) stehen, haftbar gemacht werden können. Gegen ein solches Verhalten hat der Verein nämlich kein Handhabe. Seine Mittel (Hausverbot, Ausschluß aus dem Verein) kann er nur im Heimstadion bzw. gegen bekannte Mitglieder/Personen anwenden, die aber für die hier zur Diskussion stehenden Vorfälle fast bedeutungslos sein dürften.
2.
erlachma 17.12.2012
Es wäre auch interessant zu sehen, woraus Dresden einen Rechtsanspruch auf Teilnahme am Pokal ableitet. Der DFB ist Veranstalter und als solcher hat er das "Hausrecht" und kann frei bestimmen, wen er mitspielen [...]
Zitat von EmmiEs wäre schon Klasse, wenn ein ordentliches Gericht mal klarstellen würde, ob und inwieweit Vereine für Handlungen Dritter (hier: Leute, die als Besucher zu (Auswärts-)Spielen des Vereins gehen und dabei Straftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten begehen), die in keinem Rechtsverhältnis zu dem Verein (Angestellter, Bevollmächtigter etc. pp.) stehen, haftbar gemacht werden können. Gegen ein solches Verhalten hat der Verein nämlich kein Handhabe. Seine Mittel (Hausverbot, Ausschluß aus dem Verein) kann er nur im Heimstadion bzw. gegen bekannte Mitglieder/Personen anwenden, die aber für die hier zur Diskussion stehenden Vorfälle fast bedeutungslos sein dürften.
Es wäre auch interessant zu sehen, woraus Dresden einen Rechtsanspruch auf Teilnahme am Pokal ableitet. Der DFB ist Veranstalter und als solcher hat er das "Hausrecht" und kann frei bestimmen, wen er mitspielen lässt, und wen nicht. Also ist ein Ausschluss auch keine "Haftbarmachung". Die Vereinsführung von Dresden sollte sich vielleicht mal hinterfragen, was sie denn falsch gemacht haben könnte, so dass sich Leute wie die angesprochenen Störenfriede bei Dresden - und nur bei Dresden - zuhause fühlen.
3.
Robert_Rostock 17.12.2012
Klar, Störenfriede nur bei Dresden. Die Deppen, die letztens einen Gladbacher Fanbus auf der Autobahn ausgebremst haben, die einem Leverkusener Spieler das Nasenbein gebrochen haben, die einen Regionalzug in Schwerin [...]
Zitat von erlachmaEs wäre auch interessant zu sehen, woraus Dresden einen Rechtsanspruch auf Teilnahme am Pokal ableitet. Der DFB ist Veranstalter und als solcher hat er das "Hausrecht" und kann frei bestimmen, wen er mitspielen lässt, und wen nicht. Also ist ein Ausschluss auch keine "Haftbarmachung". Die Vereinsführung von Dresden sollte sich vielleicht mal hinterfragen, was sie denn falsch gemacht haben könnte, so dass sich Leute wie die angesprochenen Störenfriede bei Dresden - und nur bei Dresden - zuhause fühlen.
Klar, Störenfriede nur bei Dresden. Die Deppen, die letztens einen Gladbacher Fanbus auf der Autobahn ausgebremst haben, die einem Leverkusener Spieler das Nasenbein gebrochen haben, die einen Regionalzug in Schwerin mit Steinen beworfen haben, weil da "gegnerische Fans" drinsaßen, die bei diversen BL-Spielen in den letzten Wochen Pyrotechnik abgebrannt haben, die sich beim Ruhrderby wüst geprügelt haben, (um nur ein paar Beispiele zu nennen) alles Dresdener...
4.
Andr.e 17.12.2012
Sie haben es vollumfänglich erkannt... Ich bin sowieso schon lange dafür, Dresden aus Deutschland auszuschließen. Denn, vor allem im SPON-Forum lerne ich folgendes: - Alle Dresdner sind blöd - Alle Ossis sind blöd, [...]
Zitat von Robert_RostockKlar, Störenfriede nur bei Dresden. Die Deppen, die letztens einen Gladbacher Fanbus auf der Autobahn ausgebremst haben, die einem Leverkusener Spieler das Nasenbein gebrochen haben, die einen Regionalzug in Schwerin mit Steinen beworfen haben, weil da "gegnerische Fans" drinsaßen, die bei diversen BL-Spielen in den letzten Wochen Pyrotechnik abgebrannt haben, die sich beim Ruhrderby wüst geprügelt haben, (um nur ein paar Beispiele zu nennen) alles Dresdener...
Sie haben es vollumfänglich erkannt... Ich bin sowieso schon lange dafür, Dresden aus Deutschland auszuschließen. Denn, vor allem im SPON-Forum lerne ich folgendes: - Alle Dresdner sind blöd - Alle Ossis sind blöd, aber vor allem die Dresdner - Man sollte die Mauer um Dresden bauen, weil dort Ossis leben... und Dresdner. ...
5.
bauklotzstauner 17.12.2012
Blödsinn! Der "Rechtsanspruch" ergibt sich aus den Regeln der sportlichen Qualifizierung zum Pokal. Und derzufolge sind (unter anderem) alle Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga qualifiziert. Punkt! Viel [...]
Zitat von erlachmaEs wäre auch interessant zu sehen, woraus Dresden einen Rechtsanspruch auf Teilnahme am Pokal ableitet. Der DFB ist Veranstalter und als solcher hat er das "Hausrecht" und kann frei bestimmen, wen er mitspielen lässt, und wen nicht. Also ist ein Ausschluss auch keine "Haftbarmachung". Die Vereinsführung von Dresden sollte sich vielleicht mal hinterfragen, was sie denn falsch gemacht haben könnte, so dass sich Leute wie die angesprochenen Störenfriede bei Dresden - und nur bei Dresden - zuhause fühlen.
Blödsinn! Der "Rechtsanspruch" ergibt sich aus den Regeln der sportlichen Qualifizierung zum Pokal. Und derzufolge sind (unter anderem) alle Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga qualifiziert. Punkt! Viel interessanter ist, worauf Sie nicht eingegangen sind: Nämlich die Frage, wieso ein Club überhaupt für Straftaten Dritter sportlich oder anderweitig (indirekt finanziell) bestraft werden kann, wenn er andererseits keinerlei Handhabe hatte, diese Taten zu verhindern. Das betrifft das Spiel Dynamo Dresdens in Hannover ebenso, wie das in Dortmund eine Saison vorher, bei dem Dynamo ja auch schon bestraft wurde, obwohl die Verantwortung bei Borussia Dortmund (Hausrecht), der dortigen Polizei und vor allem natürlich den eigentlichen Tätern lag.

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