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19.12.2012
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FC Barcelona

Coach Vilanova erneut an Krebs erkrankt

DPA

Schock für den FC Barcelona: Trainer Tito Vilanova muss sich wegen einer Krebserkrankung in Behandlung begeben. Bereits vor einem Jahr war bei dem 44-Jährigen ein Tumor in der Ohrspeicheldrüse festgestellt worden.

Hamburg - Der FC Barcelona muss längere Zeit ohne seinen Trainer Tito Vilanova auskommen. Der 44-Jährige muss sich wegen einer Krebserkrankung behandeln lassen und wird das Team bis auf weiteres nicht trainieren. Das gab der spanische Top-Club am Mittwoch bekannt. Vilanova soll demnach bereits am Donnerstag operiert werden und für drei bis vier Tage im Krankenhaus bleiben. Sein Assistent Jordi Roura übernimmt vorübergehend Villanovas Aufgaben.

Noch ehe die Erkrankung offiziell bekanntgegeben worden war, hatte der Erzrivale gute Besserung gewünscht. "Real Madrid möchte seine ganze Unterstützung, Liebe und Zuneigung für Tito Vilanova ausdrücken", hieß es in einer Mitteilung: "Wir wünschen ihm eine baldige Genesung und schicken auch an seinen Verein und seine Familie die besten Wünsche."

Es ist nicht das erste Mal, dass Vilanova gegen den Krebs kämpfen muss: Bereits 2011 war er wegen eines Tumors in der Ohrspeicheldrüse operiert worden. Nun ist die Krankheit offenbar wieder ausgebrochen.

Vilanova war seit 2008 Co-Trainer der ersten Mannschaft des spanischen Top-Clubs und hatte das Team zu Beginn der laufenden Saison übernommen. Er folgte dem Startrainer Josep Guardiola, mit dem er jahrelang zusammengearbeitet hatte. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2014.

Mit Vilanova an der Seitenlinie startete Barcelona furios in die Saison: Die ersten sechs Ligaspiele konnte der Club in Serie gewinnen, nach 16 Spieltagen führt Barça die Primera División mit neun Punkten vor Atletico Madrid an, Real Madrid liegt gar 13 Punkte zurück. In der Champions League zog Vilanovas Team souverän als Gruppensieger in die K.o.-Runde ein.

bka/fre/sid

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insgesamt 1 Beitrag
1. Ohrspeicheldrüsenkrebs ist ein furchtbares Leiden
steyrtal 19.12.2012
sehr aggressiv und tödlich. Ich kenne jemanden, die Schmerzen sind entsetzlich - der Krebs frisst sich durch die Wange durch - ein Martyrium und ich kann diesem Trainer nur das allerbeste wünschen.
sehr aggressiv und tödlich. Ich kenne jemanden, die Schmerzen sind entsetzlich - der Krebs frisst sich durch die Wange durch - ein Martyrium und ich kann diesem Trainer nur das allerbeste wünschen.

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Speicheldrüsenkrebs

Parotistumor
Vor dem Ohr, in der Backe, liegt die größte Speicheldrüse des Menschen, im Fachjargon Parotis genannt. Sie ist der häufigste Ort für Speicheldrüsentumoren. Sowohl gutartige als auch bösartige Wucherungen wachsen meist, ohne dass die Betroffenen zunächst Schmerzen spüren.

Das erste Symptom, das Patienten auffällt, ist häufig eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialis): Die Muskeln der betroffenen Gesichtshälfte erschlaffen. Die Patienten können die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge unter Umständen nicht mehr vollständig schließen, der Mundwinkel hängt herab.

Der Großteil (70 bis 80 Prozent) der Parotistumoren ist gutartig, höchstens ein knappes Drittel bösartig. Gutartige Wucherungen können auch zu bösartigen entarten.
Behandlung
Die Tumoren müssen immer operiert werden, weil sich auch gutartige Wucherungen zu bösartigen entwickeln können. Die Operation ist wegen des Gesichtsnervs heikel: Er läuft mitten durch die Ohrspeicheldrüse - und sollte bei der Operation nicht verletzt werden. Die Parotis selbst wird normalerweise ganz entfernt, wenn der Tumor bösartig ist. Wächst der Krebs bereits in den Fazialis hinein, muss auch der Nerv entfernt werden. Folge ist unter anderem eine Gesichtslähmung.

Bei manchen Patienten ist die Operation damit noch nicht beendet: Unter Umständen müssen die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte noch Lymphknoten am Hals entfernen. Bei dieser so genannten Neck Dissection werden auch einige Muskeln, Gefäße und Nerven am Hals und eine weitere Speicheldrüse entfernt. Zusätzlich zur Operation bekommen manche Patienten eine Chemotherapie oder werden bestrahlt.
Häufigkeit
Insgesamt gehören Speicheldrüsentumoren zu den seltenen Krebsarten. An sämtlichen Tumoren der Mundhöhle, zu denen der Parotistumor gehört, erkranken jährlich rund 13.000 Menschen in Deutschland neu. Beim Brustkrebs alleine sind es dagegen 72.000 Neuerkrankungen jährlich.
Prognose
Bei Krebs in Mundhöhle und Rachen liegt die Überlebensrate fünf Jahre nach der Diagnose bei 55 Prozent für Frauen und 47 Prozent für Männer (Zahlen von 2000 bis 2004). Die Prognose hängt unter anderem davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann oder nicht. Speicheldrüsenkrebs hat eine vergleichsweise hohe Rezidivrate, das heißt die Tumoren neigen dazu, erneut aufzutreten.
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