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03.01.2013
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Beleidigungen gegen Boateng & Co.

Rassismus-Eklat bei Milan-Testspiel

REUTERS

Milan-Profi Boateng: Beim Testspiel rassistisch beleidigt

Es sollte ein entspanntes Testspiel werden - und verkam zur Farce. Der AC Mailand hat seine Partie gegen den unterklassigen Club Pro Patria abgebrochen, nachdem mehrere Profis rassistisch beleidigt worden waren.

Hamburg - Kevin Prince-Boateng hatte genug, unterbrach sein Dribbling und schoss den Ball ins Publikum. Dann zog er verbittert sein Trikot aus und stapfte vom Platz. Immer wieder war der Mittelfeldspieler des AC Mailand beim Testspiel gegen den Viertligisten Pro Patria von Fans rassistisch beleidigt worden, dann wollte er nicht mehr weiterspielen. Nach Boateng verließen auch die übrigen Milan-Profis das Feld, kurze Zeit später brach der Serie-A-Club das Testspiel offiziell ab.

"Wir sind enttäuscht und verbittert über das, was passiert ist", sagte AC-Trainer Massimiliano Allegri der Zeitung "Repubblica": "Ich hoffe, wir konnten ein wichtiges Zeichen setzen. Wir müssen dieses unzivilisierte Verhalten stoppen. Italien muss ein bisschen zivilisierter und intelligenter werden."

Auch die ebenfalls dunkelhäutigen Spieler Urby Emanuelson, Sulley Muntari und M'Baye Niang wurden beleidigt. Wie die Zeitung "La Stampa" berichtet, hatte der Stadionsprecher die Zuschauer mehrfach aufgefordert, die Beleidigungen zu unterlassen, was ohne Wirkung geblieben war.

Laut Milan-Kapitän Massimo Ambrosini hatten die Anfeindungen schon vor der Partie begonnen. "Wir wurden von Beginn an belästigt", so Ambrosini. Während der Unterbrechung hatten die Spieler des Amateur-Clubs Pro Patria aus Busto Arsizio noch versucht, mit ihren Anhängern zu sprechen, um eine Fortsetzung des Spiels zu ermöglichen. Club-Präsident Pietro Vavassori verurteilte die rassistischen Rufe und zeigte Verständnis für Boatengs Reaktion. "Ich bin verbittert, verstehe aber Milans Entscheidung", sagte Vavassori. Seinen Angaben nach gehörten die Störenfriede nicht zu den Fanclubs des Vereins. "Die Herrschaften wurden ermittelt. Sie gehören nicht zu den Ultras von Pro Patria", betonte der Club-Chef.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art, an dem italienische Fans beteiligt sind. Zuletzt hatten Anhänger von Lazio Rom beim Europa-League-Spiel gegen Tottenham Jermain Defoe, Aaron Lennon und Andros Townsend rassistisch beleidigt. Laut Berichten englischer Medien waren mehrfach "Affenlaute" zu hören.

leh/AP

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