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05.01.2013
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Holtby-Transfer zu Tottenham

Hauptsache England

dapd

Schalke-Profi Holtby: "Schon als kleiner Junge immer von der Premier League geträumt."

Der Wechsel von Lewis Holtby zu Tottenham Hotspur ist keine Überraschung. Schon immer wollte der Sohn eines Briten in der Premier League spielen. Allerdings hat der deutsche Nationalspieler den Zeitpunkt nicht ganz glücklich ausgewählt. Nun muss er mit Anfeindungen der Schalke-Fans leben.

Hamburg - Für Lewis Holtby ist ein großer Wunsch wahr geworden. Einmal in England spielen, einmal in der Premiere League auflaufen: Das hatte sich der Schalker Mittelfeldspieler, dessen Vater Chris Brite ist, seit seiner Jungend erhofft. "Ich habe schon als kleiner Junge immer die Premier League geguckt und davon geschwärmt. Dass ich jetzt die Chance bei so einem Topclub bekomme, ist ein Traum, der in Erfüllung geht".

Am Freitag hatte Tottenham Hotspur bekannt gegeben, den deutschen Nationalspieler ab Sommer zu verpflichten. Der 22-Jährige erhält bei dem derzeitigen Tabellendritten einen Fünfjahresvertrag. Damit geht ein Transferpoker um einen der talentiertesten deutschen Fußballspieler zu Ende.

Selbst Schalke-Trainer Jens Keller ist über das Ende der Spekulationen erleichtert. Es sei für Holtby, aber auch für Schalke "extrem wichtig, dass jetzt eine Entscheidung gefallen ist. Die Frage ist aber, wie die Fans damit umgehen. Ich hoffe, dass er eine faire Chance bekommt".

Tatsächlich war der Zeitpunkt für die Bekanntgabe eines Wechsel nicht ganz glücklich gewählt. Denn für Holtby könnten die letzten Monate im Schalke-Trikot bis zum Saisonende schwer werden. Nachdem er am 28. Dezember bereits seinen Abschied bekannt gegeben hatte, musste er sich Anfeindungen der Fans gefallen lassen. "Es wäre sicher bequemer gewesen, wenn ich mit der Verkündung gewartet hätte. Aber ich hatte versprochen, bis Ende Dezember meine Entscheidung bekannt zu geben, damit der Verein noch genügend Zeit hat, sich um einen neuen Spieler zu kümmern", schrieb Holtby jetzt auf seiner Facebook-Seite.

Die Kritik der Fans kann er aber nachvollziehen. "Ich habe Verständnis, dass sich viele sehr kritisch äußern und viele Emotionen eine große Rolle spielen. Ich habe mich immer mit dem Club identifiziert und tue dies auch bis zur letzten Spielsekunde", betonte er.

"Top-Angebot" von den Königsblauen

Dass es ihm bei dem Wechsel ums Geld gegangen sei, wie unterstellt wurde, stritt Holtby im Trainingslager der Schalker in Katar ab. In Tottenham soll er bis 2018 angeblich insgesamt mehr als 20 Millionen Euro verdienen. Er habe auch von den "Königsblauen" ein "Top-Angebot" vorliegen gehabt. Die Spurs seien aber "sportlich und persönlich" die beste Lösung: "Das ist der richtige Schritt. Das ist ein Wahnsinns-Erlebnis."

Sportlich macht der Wechsel sowohl für Tottenham als auch für Holtby Sinn. Spurs-Trainer André Villas-Boas plane laut Holtby mit ihm auf den Positionen sechs, acht oder zehn. Der Mittelfeldspieler soll die Lücke schließen, die vor der Saison die abgewanderten Rafael van der Vaart (zum Hamburger SV) und Luca Modric (zu Real Madrid) hinterlassen haben.

Holtby ist der sechste Nationalspieler aus dem aktuellen Kader von Bundestrainer Joachim Löw, der die Herausforderung im Ausland sucht. Neben dem Noch-Schalker sind dies derzeit Mesut Özil und Sami Khedira (beide Real Madrid), Lukas Podolski und Per Mertesacker (beide FC Arsenal) sowie Miroslav Klose (Lazio Rom).

Zumindest Spurs-Co-Trainer Steffen Freund glaubt schon jetzt an den Erfolg von Holtby. "Er wird hier keine Eingewöhnungsprobleme haben. Er ist halber Engländer und er liebt die Premier League".

joe/sid

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