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13.01.2013
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Real-Remis gegen Schlusslicht

"Eine kümmerliche Truppe"

AP

Real-Stürmer Benzema: Nur fünf Tore in 16 Spielen

"Ohne Tore und ohne Fußball, das reine Nichts" - Real Madrid hat mit viel Mühe ein Remis gegen Schlusslicht Osasuna gerettet. Die Kritik der Presse wird immer größer, Trainer José Mourinho wird heftig attackiert. Zudem hat der Coach Ärger mit einem Fan, der ihn wegen Körperverletzung angezeigt hat.

Hamburg - Ein einziger Torschuss gegen den Tabellenletzten. Das wäre für jeden Club ein Armutszeugnis. Für Real Madrid aber ist es eine Demütigung. Erst in der 93. Minute gelang dem spanischen Top-Club beim CA Osasuna ein Schuss aufs Tor, doch es blieb bei einem blamablen 0:0. "Ohne Cristiano Ronaldo ist das Real-Team eine kümmerliche Truppe", schrieb die Sportzeitung "As": "Selten hat man die Madrilenen so schwach gesehen." Ronaldo fehlte in Pamplona wegen einer Gelbsperre.

Die Titelverteidigung ist für Real schon seit Wochen praktisch nicht mehr möglich, nun wird auch Rang zwei immer unwahrscheinlicher. 15 Punkte beträgt der Rückstand auf den noch unbesiegten Erzrivalen FC Barcelona (52 Punkte), und selbst Stadtrivale Atlético Madrid liegt noch vor den "Königlichen" (41). Zudem haben beide Clubs eine Partie weniger als Real absolviert. Barça spielt am Sonntag (21 Uhr) beim FC Malaga, Atlético tritt gegen Saragossa an (19 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Auch die "Marca" ging hart mit dem Team von Trainer José Mourinho ins Gericht: "Ein Remis ohne Tore und ohne Fußball, das reine Nichts. Real ist zu einer Karikatur seiner selbst geworden." In der vergangenen Saison hatten sich die "Königlichen" auf dem Weg zum 32. Meistertitel lediglich zwei Pleiten und vier Remis geleistet. In dieser Spielzeit verlor Real in bislang 19 Begegnungen viermal und spielte ebenso häufig unentschieden. Auch spielerisch konnten die Madrilenen nur selten überzeugen.

Mourinho wegen Körperverletzung angezeigt

Am Ende hielt gegen Osasuna ausgerechnet Iker Casillas zumindest einen Punkt fest. Der spanische Nationaltorwart und Real-Kapitän war von Mourinho erst kürzlich auf die Bank verbannt worden. Offenbar schwelt ein interner Machtkampf. Wie schlecht es um Real bestellt ist, demonstrierte auch Kaká. Der frühere Weltstar kassierte nur 17 Minuten nach seiner Einwechslung in der 58. Minute einen kuriosen Platzverweis. Obwohl er bereits verwarnt war, hinderte der Brasilianer die Gastgeber an der Ausführung eines Freistoßes und sah die Gelb-Rote Karte.

Auf der Pressekonferenz nach der Partie war Mourinho ungewöhnlich wortkarg. Der Trainer wirkte niedergeschlagen und als er nach dem großen Rückstand der Madrilenen auf Tabellenführer Barcelona gefragt wurde, beschränkte sich der Portugiese auf vage Andeutungen: "Ich möchte das nicht erklären. Das hängt mit den ersten Spieltagen zusammen. Da waren Dinge geschehen, über die ich nicht sprechen möchte." Real hatte damals gegen vermeintlich schwache Gegner Punkte gelassen.

Für Mourinho selbst wird die Situation immer bedrohlicher. Die Zeitung "El Mundo" schrieb: "Mourinho ist tot, sieht aus wie eine lebende Leiche. Er hat sein Genie und seine Freude am Training verloren. Er sieht aus wie mit Arsen vergiftet." Zudem droht noch zivilrechtlicher Ärger auf den 49-Jährigen zuzukommen. Am Samstag reichte ein Fan Anzeige wegen Körperverletzung ein.

Mourinho soll am Donnerstagabend in einem Einkaufszentrum bei Madrid dem Anhänger gegen den Hintern getreten haben. Der Fan habe ein Handy-Foto mit dem Portugiesen machen wollen, daraufhin soll sich Mourinho belästigt gefühlt haben. Nach dem Tritt sollen Bodyguards den Mann weiter angegriffen und ihm sein Handy aus der Hand geschleudert haben. Mourinho bestreitet die Vorwürfe. Real teilte mit, dass Mourinho mit seiner Familie unterwegs gewesen sei, als ihn der Mann immer wieder beschimpft und beleidigt habe. Der Trainer sei jedoch nicht handgreiflich geworden.

max/dpa

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