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13.01.2013
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Hamburger SV

Im Trikot in den Aufsichtsrat

DPA

Neu-Aufsichtsrätin Sattelmair, Präsident Jarchow (r.): Mitgliederversammlung beim HSV

Mitgliederversammlungen beim Hamburger SV sind vor allem eines: unterhaltsam. Nun wurde Ali Eghbal in den Aufsichtsrat gewählt. Der Unternehmer hatte während seiner Rede Sakko, Hemd und Krawatte ausgezogen. Dazu präsentierte der Club ein neues "Riesentalent".

Hamburg - Im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzen unter anderem die Vorstandsvorsitzenden von Adidas (Herbert Heiner), Audi (Rupert Stadler) und Volkswagen (Martin Winterkorn). Während beim Rekordmeister Wirtschaftskompetenz groß geschrieben wird, sind beim Hamburger SV andere Qualitäten gefragt.

Auf der Mitgliederversammlung wurde unter anderem Ali Eghbal in den Aufsichtrat gewählt. Der Unternehmer galt eigentlich als Außenseiter, bis er bei seiner Vorstellung eine gute Show hinlegte. Eghbal zog auf dem Podium Sakko, Krawatte und Hemd aus - und offenbarte daunter ein HSV-Trikot. Mit Erfolg: Der 50-Jährige wurde im ersten Wahlgang zusammen mit Jens Meier, dem Geschäftsführer der Hamburg Port Authority, gewählt. Meier hatte in seiner Rede gesagt: "Wir können die Windrichtung nicht verändern, aber die Segel richtig setzen."

Im zweiten Wahlgang setzten sich Rechtsanwältin Katrin Sattelmair und Klinikdirektor Christian Strauß durch. "Ich verspüre pures Glück", sagte Sattelmair. Das Quartett komplettiert damit das insgesamt elfköpfige Gremium, das bei seiner ersten Sitzung am 21. Januar seinen neuen Vorsitzenden wählen wird. Der bisherige Chef Alexander Otto war aus beruflichen Gründen nicht zur Wiederwahl angetreten.

"Unser wirtschaftliches Ergebnis ist unbefriedigend"

In einer schwierigen Zeit für den HSV steht das Gremium vor entscheidenden Maßnahmen, um die angespannte Situation zu verbessern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte der HSV ein Minus in Höhe von 6,6 Millionen Euro, insgesamt wurden 25,5 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird der Club wieder einen hohen Fehlbetrag in den Bilanzen aufweisen und damit im dritten Jahr in Folge rote Zahlen schreiben. Otto forderte in seiner Rede einen harten Konsolidierungskurs, um die "Liquidität des Vereins" zu verbessern: "Unser wirtschaftliches Ergebnis ist unbefriedigend."

Nach den Wahlgängen stellte der Club einen neuen, allerdings ablösefreien, Spieler vor. Der 19-jährige Kerem Demirbay wechselt im Sommer von Borussia Dortmunds zweiter Mannschaft zum HSV. Der zentrale Mittelfeldspieler lief in dieser Saison 16-mal in der dritten Liga auf und schoss dabei zwei Tore. Sportdirektor Frank Arnesen sagte: "Er ist ein Riesentalent."

leh/sid

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